Griechenlands Urlauber-Insel erlebt Einbruch – auch Deutsche haben neues Ziel entdeckt

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Griechenland erlebt 2025 ein Rekordjahr im Tourismus. Doch während Athen und Kreta boomen, brechen auf Santorin die Besucherzahlen massiv ein. Die Gründe.

Athen – Die Tourismussaison 2025 in Griechenland brach neue Besucherrekorde: Die meisten Urlaubsorte sowie Flughäfen wie Athen (+9,8 Prozent), Thessaloniki (+9,3 Prozent) und Kreta (+5,3 Prozent) meldeten enorme Zuwächse. Ein Ausreißer war die Inselgruppe der Kykladen, dort brachen die Besucherzahlen im ersten Halbjahr um 7,4 Prozent ein – besonders auf Santorin mit einem Minus von 14,5 Prozent. Das zeigen die neuesten Daten des Instituts des Verbandes griechischer Tourismusunternehmen (INSETE). Ein Grund: steigende Preise. Viele Griechen können sich Urlaub im eigenen Land nur noch wenige Tage leisten, auch für ausländische Gäste wird es mancherorts zu teuer.

Sonnenaufgang hinter der Panagia Skopiani, einer orthodoxen Kapelle, bei Serifos, auf der Inselgruppe der Kyklade in Griechenland.
Sonnenaufgang hinter der Panagia Skopiani, einer orthodoxen Kapelle, bei Serifos, auf der Inselgruppe der Kyklade in Griechenland. © IMAGO/imageBROKER/Kim Petersen

Der Massentourismus wurde auf den Kykladen zuletzt zur Belastung. Im Kampf dagegen erhebt die Inselgruppe seit Juli eine neue „Ankunftsabgabe“ für Kreuzfahrtpassagiere. Teils achten Reisende bei der Wahl des Urlaubsortes auch vermehrt darauf, welche Reiseziele noch nicht von Touristenmassen überlaufen sind. Das könnte für manchen Urlauber ebenfalls gegen die Kykladen sprechen. Indes verzeichnete die Insel Thassos in der Hauptsaison von Juni bis August rund 1,5 Millionen Besucher – etwa 100.000 mehr als im Vorjahr. Das berichtete die Griechenland Zeitung unter Bezugnahme auf die Hafenbehörde Kavala. Demnach wird die Insel auch bei Deutschen immer beliebter.

US-Touristen strömen nach Griechenland: Einnahmen steigen auf Rekordniveau

Die Tourismuseinnahmen 2025 könnten über den Rekordwert von 2024 von 21,6 Milliarden Euro klettern, wie die griechische Zeitung Proto Thema berichtete. Dabei gilt der US-Markt als zentraler Treiber: stark steigende Ankünfte haben auch höhere Einnahmen aus den USA zur Folge – mit Rekordwerten von plus 29 Prozent im ersten Halbjahr. Weitere wichtige Märkte sind Deutschland, Großbritannien, Frankreich, und Italien. Aufgrund der hohen Inflation geben die Touristen insgesamt mehr Geld aus, was sich in den Statistiken niederschlägt.

Der Preis für ein Doppelzimmer etwa lag laut Daten von INSETE im Juni mit 147 Euro im Schnitt fünf Euro höher als im Vorjahresmonat. Spannend ist auch ein Trend hin zu Luxus und All-inclusive-Urlauben, den der zweitgrößte deutsche Reiseveranstalter Dertour beobachtet. Luxusreisende wollen vermehrt nach Griechenland: Die Nachfrage stieg im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent. Dahinter folgen Spanien und Deutschland.

Doch Griechenlands Tourismusbranche könnte vor einem Problem stehen. In Zukunft könnte der Klimawandel laut einem EU-Bericht das Reiseverhalten deutlich verändern: Weg von Reisezielen im Süden, hin zu nördlicheren Gefilden. Manche Tourismus-Experten wollen wegen der vermehrten Waldbrände und der Rekordhitze im Süden bereits jetzt eine Trendwende am Mittelmeer erkennen. (Quellen: Institut des Verbandes griechischer Tourismusunternehmen (INSETE), To Vima, dpa, Detour, Griechenland Zeitung, Proto Thema) (bme)

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