Der erste Bauabschnitt des Bürgerradwegs ist fast beendet. Radfahrer kommen dann sicher am Haus Venne entlang. Ein provisorischer Radweg schließt die Lücke an der Kreuzung L671/K21.
Mersch – Pünktlich nach fast sechs Monaten geht der Ausbau des ersten Bauabschnitts für den Bürgerradweg Mersch-Herbern entlang der L671 in den Endspurt. Nachdem Ende Oktober bereits die Tragschicht eingebaut worden war, folgte am 3. November nun auch die Deckschicht der Trasse. Bis zum Ende des Monats könnte der Radweg fertiggestellt werden. Das bedeutet eine große Erleichterung für Radfahrer. Auch eine Umgestaltung der unfallträchtigen Kreuzung mit der K21 ist nach wie vor im Gespräch.
Fast fertig: Neuer Radweg in NRW führt bald an historischem Wasserschloss vorbei
„Es fehlen aktuell noch die Randmarkierungen und Verkehrsschilder“, teilt Christoph Britten, Leiter des städtischen Fachbereichs 2 Planen, Bauen, Umwelt, auf WA-Anfrage mit. Der Radweg soll durch eine vollständige seitliche Leitlinie in Weiß markiert werden. „Wir rechnen damit, dass wir den Radweg Anfang Dezember offiziell einweihen können“, so Britten. „Dass der erste Abschnitt jetzt endlich fertig wird, freut uns vom Bürgerradwegverein natürlich riesig“, sagt auch Vereinsvorsitzender Martin Welscheit im Gespräch mit dem WA.
Bereits 2022 war der Fahrradweg auf Herberner Seite innerhalb kürzester Zeit fertiggestellt worden. Nun führt der neue Weg von Mersch aus auch direkt am historischen Wasserschloss Haus Venne vorbei. Die Schlossanlage liegt am rund 211 Kilometer langen Südkurs der 100-Schlösser-Route. Dieser aus vier Rundkursen bestehende Fahrradweg, verbindet mehr als 100 Schlösser, Burgen und Herrensitze im Münsterland miteinander.
Bau des Bürgerradwegs verzögerte sich immer wieder
Für einen zeitnahen Lückenschluss hatte sich auch der Bürgerradwegverein seitdem eingesetzt. Gespräche mit dem Land NRW, Anliegern der Strecke sowie politische Anträge und Beschlüsse hatten den Baustart auf Drensteinfurter Stadtgebiet hingegen immer wieder verzögert. Im Juni 2025 hatten die Arbeiten auf dem letzten Teilstück entlang der L671 dann endlich beginnen können. Im Zuge der Baumaßnahme wurden auch die unter der Radwegtrasse verlaufenden Regenwasserkanäle saniert.
Als letzter Baufortschritt entsteht derzeit ein sogenanntes Provisorium. Dieses soll den Radfahrern ein Weiterkommen auch auf den letzten rund 50 Metern auf südlicher Seite entlang des Unfallschwerpunkts der Kreuzung L671/K21 ermöglichen. Die Kreuzung ist bereits seit Jahren immer wieder Mittelpunkt der Diskussionen zwischen der Stadt, dem Kreis Warendorf, den Anliegern und Straßen.NRW als zuständigem Landesbetrieb.
Zukunft der unfallträchtigen Kreuzung L671/K21 nach wie vor unklar
Obwohl der Rat der Stadt im Juli 2024 gegen einen Kreisverkehr gestimmt hatte, war eine mögliche Umgestaltung der Kreuzung im März 2025 aufgrund gestiegener Unfallzahlen in dem Bereich erneut Thema. Damals waren ein Kreisverkehr oder die Installation einer Ampelanlage Teil der Verhandlungen. Welche Maßnahme in diesem Bereich am Ende umgesetzt wird, ist derzeit noch unklar.
Am Mittwoch startete nun der Bau des Provisoriums. „Hierzu bedurfte es erneuten Abstimmungen zwischen dem Landesbetrieb und der Stadt Drensteinfurt“, sagt Britten. Auch der letzte Abschnitt des provisorischen Radwegs wird vollständig asphaltiert, sodass Radfahrer hier auf absehbare Zeit sicher unterwegs sind. Das Provisorium sei notwendig, weil der geplante Umbau der Kreuzung auf Landesebene aus finanziellen Gründen noch einige Jahre dauern werde. „Die Stadt und Straßen.NRW sind sich einig, dass an dieser Stelle dringend etwas passieren muss“, betont Britten. Der Landesbetrieb arbeite mit Hochdruck an einer schnellen Umsetzung.
Der Ausbau des zweiten Radweg-Abschnittes ist für das kommende Jahr geplant. Aktuell bereitet die Stadt die Ausschreibung vor. „Bisher gehe ich davon aus, dass wir bis Mitte 2026 starten und die Maßnahme bis Ende 2026 abschließen werden“, sagt Christoph Britten.