Liebesbriefe mit ordentlich Zündstoff: Theatergruppe „Zamgspuit“ feiert Premiere von „Die drei Dorfheiligen“

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In Mariann (Anna Kiermeier) hat Schwabenhochzeiter Jaköbli (Vitus Kaindl) seine Herzdame gefunden, sehr zur Freude seiner Mutter (Sonja Huber) und zum Bedauern des Bürgermeisterehepaars, gespielt von Viola Treitinger und Pfarrer Stephan Rauscher (v. l.). © Hellerbrand

Die junge Nandlstädter Theatergruppe „Zamgspuit“ feierte bei der Premiere von „Die drei Dorfheiligen“ einen großen Erfolg. Pfarrer Stephan Rauscher erwies sich bei dem Stück, in dem die Dorfobrigen wegen alter Liebesbriefe ins Schwitzen geraten, vermutlich zum letzten Mal als Dreh- und Angelpunkt.

Nandlstadt – Einen großen Erfolg feierte kürzlich die junge Theatergruppe „Zamgspuit“ bei ihrer Premiere des Stücks „Die drei Dorfheiligen“ im Pfarrheim. Mit Pausen sowie Gruß- und Dankesworten eingerechnet erlebten rund 160 Besucher drei überaus amüsante Stunden. Weitere fünf Aufführungen folgen am Wochenende Freitag/Samstag, 11./12. April, jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag, 13. April, um 18 Uhr, und schon am Mittwoch, 9. April, gibt es eine Zusatzvorstellung. Die Restkarten sind rar, denn beim Vorverkauf erlebten die drei Pfarrbüros am Starttag den Ausverkauf der Karten nach zwei Stunden.

Vermutlich letztmals erwies sich Pfarrer Stephan Rauscher als Dreh- und Angelpunkt des Theaters, der von der Stückauswahl über das Umschreiben der Handlung zum Singspiel bis zur Regie wieder viele Aufgaben übernommen hatte. Bekanntlich trennen sich ja die Wege des umtriebigen Geistlichen und des Pfarrverbands ab 1. September nach elf Jahren, mit der Gründung eines Theatervereins „Zamgspuit“ im Jahr 2020 mit engagierten Mitwirkenden aus den drei Gemeinden Nandlstadt, Attenkirchen und Wolfersdorf scheint hingegen organisatorisch der Fortbestand gesichert.

Doch Abschiedsschmerz war bei der Premiere fehl am Platz, vielmehr herrschte Vorfreude, als der aufgezogene Vorhang die Bühne mit einer prächtigen Wohnstube des Bürgermeisters offenbarte. Nebenan war sogar noch eine liebvolle Postamtsstube platziert – ein „Königlich-bayerisches“, denn das Stück „Die drei Dorfheiligen“ der Autoren Max Neal und Max Ferner handelt in der „guaden, oiden Zeit“ im fiktiven Ort Schaibling in Oberbayern.

Gute Stimmung herrschte im Postamt, was (v. l.) Sophie Bauer, Michael Kellermann, Stella Kaiser, Mirjam Widmann und Doris Tafelmaier als Bedienstete und Besucher sogar musikalisch verkörperten.
Gute Stimmung herrschte im Postamt, was (v. l.) Sophie Bauer, Michael Kellermann, Stella Kaiser, Mirjam Widmann und Doris Tafelmaier als Bedienstete und Besucher sogar musikalisch verkörperten. © Hellerbrand

Die Handlung ist schnell erzählt: Im Mittelpunkt stehen zurückgelassene Briefe einer „Res“, die einst in Schaibling arbeitete, danach aber zwei Jahrzehnte im Schwabenland wohnte und dort nun das Weite suchte. Weil die Adressen aller Absender aus Schaibling stammen, versuchen die beiden Pfarrämter, die Rückabwicklung zu organisieren. Problem: Die Schriftstücke sind lauter Liebesbriefe, weshalb die Dorfoberen Schaiblings zittern. Allen voran der Bürgermeister, in dessen Rolle Pfarrer Rauscher schlüpft und bei der Premiere von seinen realen „Amtskollegen“ Gerhard Betz (Nandlstadt), Hans Sailer (Au) und Anita Wölfle (Wolfersdorf) in der ersten Reihe beäugt wurde.

Herausgekommen ist eine faszinierende Komödie, untermalt mit mehreren Gesangseinlagen sowie musikalischer Begleitung der achtköpfigen „Zumgspuit-Combo“ unter Leitung von Manfred Treitinger. Unter den bewährten Akteuren wie Viola Treitinger als Bürgermeistersgattin, Patricia Juric als deren Tochter, Simon Stark als Mechaniker und Hanse Huber als Bäcker ist besonders Vitus Kaindl hervorzuheben, dessen Einsätze als Hochzeiter aus dem Schwabenland mit blonder Perücke und Dialekt mit Szenenapplaus begleitet wurden. Mit Nepomuk Fichtner und Anna Kiermeier waren ferner noch zwei Akteure auf der Bühne, die bereits in Hauptrollen des „Holledauer Fidel“ glänzten.

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