Staatsanwaltschaft prüft Hitlerjugend-Spruch von AfD-Mann auf Jugendkongress

Die neue Jugendorganisation der Alternative für Deutschland (AfD) soll weniger radikal werden als die Junge Alternative, die sich im März selbstauflöste. Dafür gründete sich die neue "Generation Deutschland". Bereits auf dem Kongress in Gießen verwendete ein Mitglied allerdings einen strafrechtlich relevanten Slogan.

Bei seiner Bewerbungsrede für den Vorstand der neuen Organisation benutzte der schleswig-holsteinische AfD-Funktionär Kevin Dorow ein Dogma, das auch zum festen Repertoire der Hitlerjugend gehörte. Die Staatsanwaltschaft Gießen prüft eine mögliche Straftat. Das berichtet der "Spiegel".

AfD-Chef in Thüringen Höcke benutzte Parole bereits

Dorow sagte in Gießen: "Wie es Björn Höcke vor wenigen Monaten rezitiert hat, Jugend muss durch Jugend geführt werden, und dieses Prinzip muss unser Leitstern sein." Diese Maxime wurde von der sogenannten Bündischen Jugend genutzt, die Hitlerjugend übernahm später die Formel. 

Vor Dorow hatte bereits der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke die Parole genutzt. Danach sagte er gegenüber dem "Spiegel", der Satz gehe ursprünglich nicht auf den Nationalsozialismus zurück.

Björn Höcke provoziert des Öfteren mit Sprüche aus der NS-Zeit.
Björn Höcke provoziert des Öfteren mit Sprüche aus der NS-Zeit. Foto: dpa/Bodo Schackow

Höcke provoziert regelmäßig mit Aussagen aus der NS-Zeit, unter anderem verwendete er die Parole der SA: Alles für Deutschland. Das Landgericht Halle hatte den AfD-Politiker dafür bereits zweimal zu Geldstrafen verurteilt.

Der Vorsitzende der neuen AfD-Jugendorganisation, Jean-Pascal Hohm, hat Vorwürfe von Extremismus bei der Generation Deutschland derweil zurückgewiesen: "Für mich ist Gewalt eine klare Grenze, für mich ist Nationalsozialismus eine klare Grenze, und jede Art von Verschwörungstheorien", sagte er. Die Äußerungen Dorows ließ Hohm gegenüber dem "Spiegel" unbeantwortet.