CDU trifft CSU beim Neujahrsempfang in Haimhausen

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Gut besucht: Rund 300 Gäste kamen zum Jahresauftakt des CSU-Ortsverbandes Haimhausen in das Auditorium der Bavarian International School (BIS). © nb

Beim Neujahrsempfang der CSU in Haimhausen sprach mit Torsten Frei von der Schwesterpartei CDU erstmals ein Nicht-CSU-Gast.

Haimhausen – Die politische Landschaft stand Kopf, als die Ampel in Berlin zu bröckeln begann – auch in Haimhausen war die Nervosität spürbar. Die CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler und die Vorstandsmitglieder des CSU-Ortsverbandes hatten Grund zur Sorge, denn ihr prominenter Gast für den Neujahrsempfang, CDU/CSU-Fraktionsgeschäftsführer Torsten Frei, hätte kurzfristig absagen können. Doch Frei hielt sein Versprechen und beeindruckte die rund 300 Gäste im Auditorium der Bavarian International School (BIS).

Erfahrender Bundespolitiker ein vielgefragter Redner

Der erfahrene Bundespolitiker, ehemaliger Oberbürgermeister von Donaueschingen (2004 bis 2013) und seit 2013 Bundestagsabgeordneter, wollte nach seinem Auftritt eigentlich ein entspanntes Wochenende mit seiner Familie in München verbringen. Doch daraus wurde nichts: „Jetzt habe ich noch vier weitere Termine“, erklärte der Politiker, der in CDU-Kreisen als möglicher Kandidat für hohe Ämter wie den Fraktionsvorsitz oder ein Ministeramt gehandelt wird.

Premiere: Mit Torsten Frei von der Schwesterpartei CDU sprach erstmals ein Nicht-CSU-Gast auf dem Neujahrsempfang.
Premiere: Mit Torsten Frei von der Schwesterpartei CDU sprach erstmals ein Nicht-CSU-Gast auf dem Neujahrsempfang. © nb

Haimhausens Bürgermeister Peter Felbermeier betonte in seiner Begrüßung den besonderen Moment: Torsten Frei sei der erste Festredner des Ehrenamtsempfangs, der nicht der CSU angehöre. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Haben Sie Ambitionen in Bayern? Dann müssten Sie sich an Herrn Söder wenden.“ Doch Felbermeier sprach auch ernste Themen an: „Man hat eigentlich immer um die 20 Baukräne in Haimhausen gesehen, und jetzt gibt es nur noch einen bei der BIS.“ Er forderte eine Rückkehr zu realistischen Standards und Rahmenbedingungen, um das Bauen in Deutschland wieder erschwinglich zu machen. Gemeinsam mit seinen Amtskollegen Richard Reischl (Herbertshausen) und Franz Obesser (Markt Indersdorf) prangerte er die hohen Kosten an: „Wir bauen einen achtgruppigen Kindergarten für 11,5 Millionen Euro. Der muss überall barrierefrei sein. Wir müssen von diesen Standards herunter.“

Als das Licht ausfällt, redet Frei einfach weiter

Schon vor der Festrede hatte Katrin Staffler die Fähigkeiten des Gastes gelobt: „Torsten Frei redet immer ohne Zettel, egal wie wichtig die Rede ist.“ Diese Stärke bewies Frei auch in Haimhausen, als zu Beginn seiner Rede für zwei Minuten das Licht ausfiel. Unbeirrt sprach er weiter, bis die Technik wieder funktionierte – das Publikum war zugleich belustigt und beeindruckt.

In seiner Rede zog Frei die Zuhörer in seinen Bann. Er erinnerte daran, dass Deutschland trotz nur einem Prozent der Weltbevölkerung die drittgrößte Wirtschaftsnation sei – ein Erfolg, der allein auf Innovationen und Ideen basiere. Die Reduzierung der Strom- und Energiekosten nannte er eine der dringendsten Aufgaben. Auch die Kritik des Haimhauser Bürgermeisters Peter Felbermeier griff er auf und zeichnete ein Bild des Bürokratiewachstums: Der CDU-Politiker verglich die Jahre 1990 (5000 Bauvorschriften) mit 2025 (20 000 Bauvorschriften) und stellte die Frage in den Raum, ob Gebäude von 1990 nicht auch in Ordnung seien.

Zum Abschluss sprach er offen über notwendige Veränderungen: „Wir brauchen mehr Leistungsgerechtigkeit. Und wir müssen mehr arbeiten, sonst gibt es weniger Wohlstand.“ Seine klaren Worte und die authentische Art hinterließen einen bleibenden Eindruck bei den Gästen, die den Abend mit anregenden Gesprächen ausklingen ließen.

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