Donald Trump lädt nun alle Gouverneure zum NGA-Treffen im Weißen Haus ein. Zuvor waren Demokraten ausgeschlossen worden. Eine Analyse.
Washington D.C. – Präsident Donald Trump ist von seiner Entscheidung zurückgerudert, demokratische Gouverneure vom jährlichen Treffen im Weißen Haus auszuschließen, das traditionell parteiübergreifend abgehalten wird, wie die National Governors Association mitteilte.
Seit Jahrzehnten nehmen sowohl republikanische als auch demokratische Gouverneure an dem Treffen teil, das jeweils rund um die jährliche Wintertagung der NGA in Washington stattfindet. Dies hätte sich letzte Woche beinahe geändert, als Trump den Demokraten keine Einladung aussprach und damit Besorgnis unter den Gouverneuren auslöste. Nachdem den demokratischen Gouverneuren am Freitag mitgeteilt wurde, dass sie nicht zu dem Treffen eingeladen würden, erklärte die parteiübergreifende NGA, das Treffen werde nicht länger Teil des offiziellen Programms der Organisation während ihres Treffens sein.
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Verwirrung um Einladungen und NGA-Jahrestreffen
Am Mittwoch teilte jedoch Oklahoma-Gouverneur Kevin Stitt (R), Vorsitzender der NGA, den Gouverneuren mit, dass Trump alle Gouverneure für den 20. Februar zu einem Geschäftstreffen der NGA im Weißen Haus einladen werde.
„Er war in der Kommunikation mit mir sehr deutlich, dass dies eine Veranstaltung der National Governors Association ist, und er freut sich darauf, Sie zu empfangen und von Gouverneuren aus dem ganzen Land zu hören“, schrieb Stitt an die Gouverneure. „Präsident Trump sagte, dies sei immer seine Absicht gewesen, und wir haben das Missverständnis bei der Terminplanung ausgeräumt.“
Gouverneure aus allen US-Bundesstaaten werden vom 19. bis 21. Februar in Washington zu ihrer Konferenz erwartet.
Alle Gouverneure sind jetzt zum Treffen im Weißen Haus eingeladen, aber nicht alle Demokraten erhielten eine Einladung zu einem separaten Dinner dort, das rund um die NGA-Tagung stattfinden sollte. Marylands Gouverneur Wes Moore (D) und Colorados Gouverneur Jared Polis (D) erklärten in den vergangenen Tagen, ihre Einladungen zum Dinner seien zurückgezogen worden. Die übrigen 16 demokratischen Gouverneure blieben zwar auf der Gästeliste. Sie entschieden jedoch am Dienstag, dass sie nicht teilnehmen würden, solange nicht alle 18 eingeladen sind.
Trump und Stitt sprechen von Missverständnissen
Trump erklärte am Mittwoch in sozialen Medien, die Situation um die Einladungen zum Treffen im Weißen Haus sei ein Missverständnis gewesen – und schob die Schuld dafür Stitt zu, den er als „Republican In Name Only“ bezeichnete. Stitt habe „meine Haltung zum äußerst exklusiven jährlichen Dinner und Treffen der Gouverneure im Weißen Haus falsch dargestellt“, schrieb Trump und behauptete, die Einladungen seien „an ALLE Gouverneure verschickt worden, außer an zwei, die meiner Einschätzung nach nicht würdig sind, dabei zu sein.“
Trump betonte, dass Polis und Moore nicht zum Dinner eingeladen worden seien, und erhob unbegründete Anschuldigungen gegen sie. Gleichzeitig hob er hervor, dass er einige demokratische Gouverneure eingeladen habe, mit denen er mehrfach aneinandergeraten ist. Dazu gehören Illinois‘ Gouverneur JB Pritzker und Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom.
„Stitt hat sich geirrt!“, schrieb Trump. „Ich freue mich darauf, die republikanischen Gouverneure und einige demokratische Gouverneure, die es verdient haben, zu sehen.“
Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, hatte Trumps Entscheidung, die Demokraten vom Treffen auszuschließen, noch einen Tag zuvor verteidigt. „Der Präsident kann nach eigenem Ermessen einladen, wen er möchte“, sagte sie gegenüber Journalisten.
Reaktionen der beteiligten Verbände
NGA-Geschäftsführer Brandon Tatum erklärte in einer Stellungnahme, die Organisation sei „erfreut, dass der Präsident alle Gouverneure aus 55 Bundesstaaten und Territorien im Weißen Haus willkommen heißen wird.“
„Das parteiübergreifende Gouverneurs-Treffen im Weißen Haus ist eine geschätzte Tradition und bietet eine wichtige Gelegenheit, Brücken zu bauen und konstruktive Gespräche zu führen“, so Tatum. „Die NGA freut sich auf die weitere Zusammenarbeit zwischen den Gouverneuren und dem Weißen Haus.“
Die Democratic Governors Association reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage bezüglich des Treffens und des Dinners.
Zum Autor
Mariana Alfaro ist Reporterin im Team für politische Eilmeldungen bei The Washington Post. Sie ist seit 2019 bei der Post. Kontakt über Signal: mariana_alfaro.10
Dieser Artikel war zuerst am 11. Februar 2026 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.