Mit „Mission Zero Waste“ sollen Jugendliche spielerisch lernen Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Das Projekt startete in der JuBi Babenhausen.
Babenhausen – Unter dem Namen „Mission Zero Waste“ sollen Jugendliche im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung fit gemacht und gestärkt werden.
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Krumbach-Mindelheim und die Regierung von Schwaben haben dazu in der Schwäbischen Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Babenhausen (JuBi) ein „Escape Game“ vorgestellt.
23 Jugendliche aus der Anton-Fugger-Realschule und der Offenen Ganztagsschule waren als „Versuchskaninchen“ mit dabei, um erste Erfahrungen mit dem neuen Spielformat zu sammeln.
Damit sollen junge Menschen spielerisch Kenntnisse darüber erwerben, wie und wo überall entlang der gesamten Wertschöpfungskette wertvolle Lebensmittel verschwendet werden. Der Hintergrund ist deutlich: Allein in Bayern landen auf dem Weg vom Feld auf den Teller pro Person etwa 70 Kilogramm Lebensmittel jährlich im Müll.
Diese Zahl aus dem Jahr 2015 dürfte mittlerweile eher noch gestiegen sein. Fast die Hälfte dieses Abfalls wäre vermeidbar gewesen. Im Freistaat sind das fast eine Million Tonnen pro Jahr oder etwa 55.000 voll beladene Lkw.
Diese Verschwendung ist nicht nur ein moralisches Problem, sondern vor allem auch ein wirtschaftliches: Wertvolle Ressourcen wie Ackerboden, Energie, Wasser, Geld und Arbeitskraft gehen dabei verloren. Diese Lebensmittelabfälle entstehen sowohl in der Landwirtschaft, der Lebensmittelverarbeitung, im Lebensmittelhandel, der Außer-Haus-Verpflegung wie beispielsweise in Mensen und vor allem in den privaten Haushalten.
Die heimischen Küchen verschwenden sogar die meisten Lebensmittel mit 39 Prozent, gefolgt von Verarbeitung (19 Prozent), Mensen (18 Prozent) und Landwirtschaft (17 Prozent). Der Lebensmittelhandel macht mit einer Verschwendungsrate von sieben Prozent noch den geringsten Anteil aus.
Bei dem getesteten „Escape Game“ traten fünf Gruppen an, deren Aufgabenstellung sich an jeweils einer der fünf Stationen der Wertschöpfungsketten orientierte. Wo kommt beispielsweise der Abfall in der Mensa her und wie lässt er sich künftig vermeiden? Oder wie lagert man zu Hause Obst und Gemüse so, dass es nicht gleich verdirbt?
Der Hintergrund
Das Spiel „Mission Zero Waste“ ist ein interaktives Rätselspiel, das im Auftrag des Ernährungsministeriums in München für junge Menschen konzipiert wurde und in Jugendzentren, Schulen oder anderen Gemeinschaftsräumen zum Einsatz kommen kann. Interessenten können sich dazu an Claudia Wiedemann bei der Regierung von Schwaben in Augsburg im Sachgebiet 62 wenden.
„Mission Zero Waste“ in der JuBi Babenhausen gestartet – Spielerisch zum Erfolg
Ein „Escape Game“ ist ein wirklichkeitsnahes Spiel, bei dem die Teilnehmer gemeinsam Rätsel lösen, um aus einem fiktiven, geschlossenen Raum zu entkommen. Dabei ist die Zeit begrenzt, und die Spieler müssen innerhalb dieser Frist alle Aufgaben meistern, um das Spiel zu gewinnen. Das gute Ende vorab: Alle Gruppen haben ihre Aufgabe gelöst und so besteht Hoffnung, dass die fiktiven Bedrohungen Klimakatastrophe abgewendet und der Welthunger abgemildert werden konnte, zumindest spielerisch.
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