Vasili Karkavelos will mit seinem neuem Lokal „Pipapi’s“ die verwaiste Lindenpassage in Taufkirchen beleben – bis hier die Bagger anrollen für den großen Umbau des Quartiers am Bahnhof. Doch auch dann soll es für den Wirt hier weitergehen.
Taufkirchen – Das Restaurant Pipapi’s am Lindenring in Taufkirchen hat neu eröffnet. Eigentümer Rock Capital hat die Räume neu vermietet, bis die Bagger anrollen. Doch auch, wenn der große Umbau im Quartier am Bahnhof beginnt, soll es weitergehen – eine Zwischennutzung mit Zukunftsperspektive.
Ein älteres Ehepaar steuert um kurz nach 14 Uhr an einen gedeckten Tisch auf der Terrasse am Lindenring zu. Der Kellner versucht ihnen zu erklären, dass das Lokal jetzt schließt und erst abends wieder öffnet. Der Mann ist verdutzt: „Der Vorgänger hatte aber immer durchgehend auf“, sagt er. Verunsichert fragt der Kellner seinen Chef. Vasili Karkavelos überlegt nicht lange. „Na gut“, sagt er. „Wir machen heute eine Ausnahme. Setzen Sie sich.“
Pachtvertrag ohne Laufzeit
Es ist der zweite Tag seit der Eröffnung im Pipapi’s in der Lindenpassage. Vasili Karkavelos und sein Partner Markus Geray haben das einzige große Restaurant in Taufkirchen am Wald wiedereröffnet, nachdem hier 15 Jahre Francesco Vittorino in seinem Lokal „Dolce e Salato“ die Gäste mit italienischen Speisen verwöhnte. Die Rock Capital Group hat mit dem Wirt des Pipapi’s einen Mietvertrag geschlossen. „Zu ähnlichen Bedingungen wie mit dem vorherigen Mieter“, sagt Geschäftsführer Christian Lealahabumrung. Allerdings gibt es eine Besonderheit bei dieser Zwischennutzung: „Der Pachtvertrag hat keine Laufzeit. Wir machen das auf Zuruf.“ Sobald der Bebauungsplan für das Quartier am Bahnhof rechtskräftig ist und Rock Capital Baurecht erhält, beginnen sukzessive die Abriss- und Neubauarbeiten in mehreren Bauabschnitten. „Sobald ein Teilbereich fertiggestellt ist, wo Gastronomie vorgesehen ist, kann das Pipapi’s umziehen“, erklärt Immobilieninvestor Lealahabumrung.
Griechische und italienische Gerichte stehen auf der Speisekarte
Ein Pipapi’s-Plakat hängt über dem alten Schild des Vorgängers. Die ersten beiden Buchstaben stehen jeweils für Pizza, Pasta, Pita. Auf der Speisekarte reihen sich griechische neben italienischen Gerichten und Weinen. Das Olivenöl für Pizza und Pita kommt aus Griechenland. In der Küche arbeiten zwei italienische Köche auf der einen und zwei griechische Köche auf der anderen Seite. Der große Pizzaofen steht noch. Griechisches Highlight sind „Meze Pita“. Zwei Personen können sich eine Platte mit kleinen Häppchen teilen, darunter Tzatziki, Fischrogen, Auberginendip und Spitzpaprika mit Ziegenkäsefüllung. Den Vorwurf, die griechische Küche sei fleischlastig, widerspricht der 33-Jährige. „Das stimmt einfach nicht.“ Vor allem die Vorspeisen seien vegetarisch. „Und bei uns sucht sich jeder aus, wie viele Souvlaki er haben möchte oder man stellt eine große Portion für alle in die Mitte.“ Dass nach einem halben Jahr das verwaiste Gebäude neu belebt wird, begrüßt der Investor. „Wir freuen uns, wenn hier Bewegung reinkommt und die Nachbarschaft zufrieden ist“, sagt Lealahabumrung.
Eigenes Restaurant war immer sein Traum
Immer wieder klingelt das Handy und Vasili Karkavelos verschwindet kurz. „Wir sind noch nicht so eingespielt“, sagt der 33-Jährige und entschuldigt sich lächelnd, als er zum dritten Mal zurückkommt. Der Grieche ist in München geboren und aufgewachsen. Er arbeitete in bekannten Münchner Szenelokalen. Aber ein eigenes Restaurant – „das war immer mein Traum“. Selbst wenn es jetzt noch viel Stress bedeute. In sein Lokal hat Karkavelos viel investiert. Obwohl dem Gastronom durchaus bewusst ist, dass er keine Jahrzehnte in dem Lokal bleiben kann. Das Bebauungsplanverfahren für das „Quartier am Bahnhof“ läuft. Karkavelos habe zwar einen Pachtvertrag unterschrieben, wie lange der gilt, wisse er nicht: „Wir wollen wieder Leben reinbringen bis das Quartier entsteht“, sagt er. „Hoffentlich können wir in Taufkirchen bleiben.“ Damit meint Karkalovos, dass sich im neuen Quartier ein Plätzchen für sein Lokal finden lasse.
Kegelbahnen wieder instand gesetzt
Ein weitere Besonderheit: Karkalovos hat die Kegelbahnen im Keller wieder instand gesetzt. Die eine Bahn ist im griechischen Flair gestaltet. Mit Bildern von blau-weißen Häusern und einer Wandkarte. In der italienischen Bahn gegenüber reihen sich selbstgeschossene Fotografien von der letzten Italienreise. Die Terrasse hat der Grieche erweitert. Anstatt wilder Büsche ist jetzt auf dem Schotter mehr Platz für Gäste.
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