Borussia Mönchengladbach rettet gegen 1899 Hoffenheim ein 4:4-Remis. Sport-Geschäftsführer Roland Virkus übt im Anschluss Kritik an den Fans.
Mönchengladbach – Für Heimspiele wie jenes von Borussia Mönchengladbach gegen 1899 Hoffenheim ist der Vergleich mit einer Achterbahnfahrt erfunden worden.
Gladbach verhindert Niederlage gegen Hoffenheim
Gladbach lag nach 32 Minuten mit 2:0 in Führung, wurde dann zu passiv und kassierte noch vor der Halbzeitpause den Anschlusstreffer. In der zweiten Halbzeit egalisierte Hoffenheim den Rückstand, ehe die Fohlen auf 3:2 erhöhten und das Spiel eine erneute Wende nahm.
Hoffenheim erzielte durch Tore von Adam Hlozek (73.) und Haris Tabakovic (81.) die erstmalige Führung für die Gäste, die sich in der Nachspielzeit aber noch über den 4:4-Ausgleich durch Tim Kleindienst (90.+1) ärgern mussten, der erstmals seit dem 15. März wieder getroffen hat.
Borussia hat sich zur Schießbude der Bundesliga entwickelt, in den vergangenen fünf Spielen 14 Gegentore kassiert und zum zweiten Mal in Folge vier Treffer hinnehmen müssen. Entsprechend groß war der Frust bei den Zuschauern im Borussia-Park. Sport-Geschäftsführer Roland Virkus ärgerte sich in der Mixed Zone indes über das Verhalten auf den Tribünen nach dem späten Ausgleich.
Gladbach-Boss übt Kritik an Fans
„Was mich erzürnt, ist, dass die Jungs gefühlt tot sind, sie haben trotzdem alles für das 4:4 gegeben und keiner freut sich. Das habe ich nicht verstanden“, ließ Virkus seinem Frust freien Lauf.
Der Sportchef warb dafür, die aktuelle Situation in den Kontext der bisherigen Amtszeit unter Trainer Gerardo Seoane einzuordnen: „Woher kommen wir? Wir haben letztes Jahr eine scheiß Saison gespielt, jetzt stemmen wir uns gegen diese Niederlage. Wir laufen auf der letzten Rille. Wir haben keinen Innenverteidiger mehr auf der Bank, Philipp Sander war sechs Wochen raus. Ich kann jeden Zuschauer bei dem Spielverlauf nach der 2:0-Führung verstehen, aber man muss das sachlich bewerten.“
Er könne nachvollziehen, „warum der eine oder andere Fan, der die Sehnsucht nach Europa hat, sauer ist“, sagte Virkus, merkte jedoch an: „Sachlich sage ich, wir haben unentschieden gespielt. Nach dem 3:4 waren alle tot, das Stadion war tot, du machst trotzdem den Ausgleich und das zeigt, dass die Jungs leben.“
Letztendlich müsse man „die ganze Saison bewerten“, und die sei insgesamt zufriedenstellend: „Wenn du mir vor acht Monaten gesagt hättest, wir wären zwei Spieltage vor Schluss Tabellenneunter, hätte ich das unterschrieben.“
Virkus ärgert Standardschwäche: „Müssen wachsamer sein“
Das sollte aber keineswegs bedeuten, dass bei Borussia Zufriedenheit über die jüngsten Spiele herrscht. „Drei Gegentore nach Standardsituationen dürfen nicht passieren. Eigentlich gibt es eine klare Aufgabenverteilung, da müssen wir wachsamer sein. Die letzten Spiele waren nicht gut, wir haben viel zu viele Gegentore kassiert. Das müssen wir analysieren.“
Schlussendlich bleibt aber auch am Ende der zweiten Spielzeit mit Seoane die Frage, wie Gladbach den nächsten Schritt machen und nachhaltig besser verteidigen kann. Denn obwohl Borussia bislang 13 Gegentore weniger kassiert hat als in der Vorsaison, hätte die Bilanz deutlich besser ausfallen können.