Was braucht es, um in Garmisch-Partenkirchen gut alt werden zu können? Diese Frage hatten der Seniorenbeirat der Marktgemeinde und das Leifheit-Quartiersmanagement bei der Zukunftswerkstatt 2024 zur Diskussion gestellt.
Garmisch-Partenkirchen – Zusammen mit Sozialverbänden und Organisationen wurde schnell klar, dass trotz bereits bestehender Möglichkeiten eine unkomplizierte, gut koordinierte Nachbarschaftshilfe mit niedrigschwelligen Angeboten und für Menschen mit schmalem Geldbeutel fehlt.
Für und Wider abwägen
Bekommen ältere Menschen Unterstützung, können sie länger in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. „In anderen Orten, wie zum Beispiel Uffing oder auch Wolfratshausen und Freising gibt es das bereits“, sagt Quartiersmanagerin Beate Löw-Schneyder, die auch den Seniorenbeirat vertrat. „Oberau hat zum Beispiel einen Fahrdienst-Service für die, die sich kein Taxi leisten können, aufgebaut“.
Also wurde zu Jahresbeginn im Kreisort eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die zunächst klärte, was angeboten werden, wie man vorgehen sollte. Organisatorische Fragen, wie Bezahlung (Aufwandsentschädigung), Büroraum und Rechtsform waren dabei zu klären. „Mit örtlichen Dienstleistern, wie Caritas, Maltesern oder BRK muss es enge Abstimmungen geben, um nicht in Konkurrenz zu treten“, sagt Löw-Schneyder. Gut also, wenn man gemeinsam an einem Tisch sitzt, um das Für und Wider zu erörtern, die Öffentlichkeit zu informieren. Noch vor der Sommerpause wurde deshalb zu einer Besprechung mit dem Ziel, sich intensiv mit der Gründung einer Nachbarschaftshilfe auseinanderzusetzen, eingeladen.
Nachbarschaftshilfe - eine wichtige Sache
Claudia Zolk, Zweite Bürgermeisterin der Marktgemeinde, Rathaus-Praktikant und Student ‚Soziale Arbeit‘ Sören Wiegand, Daniela Bittner-Neuner, Seniorenbeauftragte im Landratsamt, Mechthild Morhart, die sich ehrenamtlich einbringen möchte, für die katholische Kirche Pastoralreferent Wolfgang Wankner, Seelsorger in der Seniorenpastoral, vom BRK Johannes Vogt, Teamleiter Ausbildung und Ehrenamt sowie Löw-Schneyder nahmen daran teil. „Nachbarschaftshilfe ist eine wichtige Sache, bedeutet nicht nur für die, die sie im Anspruch nehmen, sondern auch für die Bürger, die Ehrenamt leisten, einen Mehrwert“, plädierte Bürgermeisterin Zolk für einen baldigen Beginn der Initiative und sagte kommunale Unterstützung zu.
„Wir sollten uns in den Orten, wo das Angebot bereits gut funktioniert, weiterhin umschauen“, meinte Vogt. „Auch, um den Umfang des Dienstleistungsangebots festzulegen“. Wichtig sei es dabei, die, die Hilfe benötigen, auch zu erreichen. „Das muss sich rumsprechen. In den Kirchengemeinden funktioniert das ganz gut, denn man kennt sich“, weiß Pastoralreferent Wankner. Trotzdem komme man an viele Ältere nicht heran. In Garmisch-Partenkirchen habe man die besondere Situation, dass für Bürgerinnen und Bürger aus den unterschiedlichsten Bundesländern mit der Berentung die frühere Ferienwohnung das neue Zuhause wird. „Aber man ist zugezogen, soziale Kontakte fehlen, eine Vereinsamung droht“, berichtet Bittner-Neuner aus ihren Erfahrungen.
Soziale Kontakte fehlen
Flyer, Karten und Infos beim diesjährigen Gesundheitstag am 18.Oktober sind bereits geplant. Nicht mehr ganz allein sein, ab und an eine Ansprache zu haben, auch dazu dient eine bürgerlich organisierte Nachbarschaftshilfe. Um dem Ganzen eine Rechtsform zu geben, ist jetzt an eine Vereinsgründung gedacht. „Für jeden, der mitmachen, sich ehrenamtlich einbringen möchte, sind wir dankbar“, wirbt Löw-Schneyder. Bei ihr im Leifheit Quartiersmanagement können sich interessierte unter 08821-6035505 oder per Mail bls@longleif.de melden. msch