Von Zeitgenössischem bis Pop-Literatur: Neuer Buchclub in oberbayerischem Café

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Austausch über Literatur: Im Buchclub „Beans & Books“ treffen sich Lesebegeisterte einmal im Monat mit Initiator Nils Berghaeuser zur angeregten Diskussion. © Nils Berghaeuser

Im Reichersbeurer Café „Beans & Leaves“ hat sich ein Buchclub etabliert. Die Gespräche sind vielfältig und spannend. Er zieht verschiedene Altersgruppen an.

Reichersbeuern – Lesen ist ein Hobby, dem man zunächst einmal für sich alleine nachgeht. Im Anschluss kommt aber nicht selten der Wunsch auf, sich über den Inhalt eines Buches auszutauschen. Gelegenheit dazu besteht seit einiger Zeit im Café „Beans & Leaves“ in der Reichersbeurer Gärtnerei Epp. Hier hat sich ein Buchclub etabliert, in dem einmal im Monat über Literatur diskutiert wird.

Der Weg zum Buchclub – Jeden Mittwoch ein Treffen

Die Idee dazu hatte Nils Berghaeuser, der das Café seit 2022 gemeinsam mit Mario Großmann betreibt. „Ich lese sehr gerne und viel, habe aber niemanden, mit dem ich darüber reden kann“, sagt der Gastronom. Passende Buchclubs, in denen man sich zu Gesprächen über Literatur trifft, habe er aber nur in München – „zu weit“ – oder online – „zu unpersönlich“ – gefunden.

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Berghaeuser ergriff also selbst die Initiative und rief vor etwa eineinhalb Jahren per Aushang im Café zu einem ersten Buchclub-Treffen auf. „Beim ersten Mal sind acht Leute gekommen“, berichtet er. Die Zusammenkünfte unter dem Motto „Beans & Books“ finden seither jeweils am dritten Mittwoch im Monat statt, die Teilnehmerzahl hat sich bei 15 bis 20 Personen eingependelt.

Für jeden Geschmack und für jedes Alter etwas dabei

Jedes Mal unterhält sich die Runde über ein bestimmtes Buch. Welches genau, das hängt zum einen von den Vorlieben der Teilnehmer, zum anderen vom Zufall ab. „Wir haben eine kleine Lostrommel, in die jeder seinen Buchvorschlag werfen kann“, erklärt Berghaeuser. Daraus wird dann jeweils der Titel für den nächsten Termin gezogen.

Heraus kommt ein Lektüreprogramm, das laut dem Cafébetreiber „bunt gemischt“ ist. „Es ist ganz viel Zeitgenössisches dabei, teils auch Pop-Literatur“, sagt Berghaeuser. Beim Juni-Treffen sei der Roman „Tage mit Felice“ des italienischen Autors Fabio Andina an der Reihe gewesen. Auch „Kurt“ der als TV-Moderatorin bekannt gewordenen Sarah Kuttner oder „Dunkelgrün fast schwarz“ der Bestseller-Autorin Mareike Fallwickl standen schon auf dem Programm.

Gerade weil die Teilnehmer so unterschiedlich seien, entwickeln sich laut dem Initiator spannende Gespräche. „Wir haben Menschen im Alter zwischen 25 und 75 Jahren dabei, da sind oft sehr überraschende Perspektiven dabei, gerade bei modernen Büchern.“ Während etwa die jüngeren Leser von „Dunkelgrün fast schwarz“ begeistert gewesen seien, hätten die Älteren etwas reservierter reagiert, weil der Inhalt teilweise „recht explizit“ sei. „Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich Sprache aufgenommen wird“, sagt Berghaeuser.

Umgekehrt habe ihm persönlich zum Beispiel das mit dem Booker-Preis ausgezeichnete Werk „Umlaufbahnen“ von Samantha Harvey zunächst „überhaupt nicht gefallen“. Im Gespräch mit den anderen Lesern habe er aber doch noch „ganz viele Impulse“ aufgenommen, sagt er. „So kann es sein, dass man sich im Nachhinein doch noch für ein Buch begeistert und Lust bekommt, es noch ein zweites Mal zu lesen.“

Interessantes Kennenlernen der Teilnehmer – Neuigkeit im September

Interessant sei es auch, Menschen, die er bisher nur vom Sehen als Gäste im Café kannte, in den Gesprächen etwas näher kennenzulernen. Die Buchclub-Teilnehmer kommen dem Gastronomen zufolge vor allem aus der näheren Umgebung. „Wir haben ein gewisses Stammpersonal, aber es sind auch immer wieder neue Leute dabei.“

Etwas Neues ist im Reichersbeurer Buchclub im September geboten. „Dann veranstalten wir zum ersten Mal eine Autorenlesung“, kündigt Berghaeuser an. Als er das Buch „Achtzehnter Stock“ der Schweizer Schriftstellerin Sara Gmuer gelesen haben, „habe ich mir sofort gedacht, dass wir sie zu uns einladen müssen“. Über den Verlag nahm er Kontakt zu der heute in Berlin lebenden Autorin auf, sie sagte den Besuch in Reichersbeuern zu.

(ast)

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