Weg aus der Krise: SC Riessersee verpflichtet Kanadier

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Hat das gegnerische Tor fest im Blick: Zuletzt kam Charlie Risk für Huntsville Havoc in der Southern Professional Hockey League auf 38 Scorerpunkte. © Privat

Das Powerplay ist bisher eine der großen Baustellen des SC Riessersee. Nun soll ein kanadischer All-Star-Team-Spieler Abhilfe schaffen.

Eine Verstärkung haben die Verantwortlichen des SC Riessersee während der Deutschland-Cup-Pause den Fans versprochen. Jetzt haben sie geliefert: Charlie Risk soll für neuen Schwung sorgen.

Bereits im Sommer hatte Uli Maurer den Kanadier auf dem Schirm. Damals entschied sich der Eishockeyclub jedoch dagegen, seine dritte Kontingentstelle zu besetzen. Nach dem verpatzten Saisonstart in der Oberliga – aktuell droht dem SCR, mit Rang elf die Pre-Playoffs zu verpassen – folgt nun die Rolle rückwärts. „Im Nachhinein war das vielleicht ein Fehler“, gibt Maurer zu. „Wir haben Jungs in Rollen reingeschmissen, die sie nicht ausfüllen konnten.“ Gerade das Powerplay funktioniert bei den Werdenfelsern bislang nicht. Eine Erfolgsquote von 9,5 Prozent bedeutet den schlechtesten Wert der Liga. Genau dort soll der offensivstarke Verteidiger das Team auf ein neues Level hieven. Zuletzt lief der 26-Jährige für Huntsville Havoc in der Southern Professional Hockey League auf. Dort brachte er es in 53 Partien auf 38 Scorerpunkte und schaffte es ins All-Star-Team der Liga. In Alabama begann er auch die aktuelle Saison, bevor es ihn zum SCR zog. Maurer ist fest davon überzeugt, dass Risk dem Team guttut. „Er ist topfit und kommt direkt aus dem Spielbetrieb – wir wären glücklich, wenn er uns sofort weiterhilft. Er ist einer, der den Druck von seinen Mitspielern wegnimmt.“

Seit Donnerstag weilt der Kanadier bereits in Garmisch-Partenkirchen. Am Wochenende stand er mit seinen neuen Teamkollegen auf dem Eis, auch wenn erst heute das erste offizielle Training ansteht. „Die Tage waren hart, weil ich noch sehr gejetlagged gewesen bin. Aber die Jungs sind alle sehr nett.“ Seine Qualitäten sieht Risk, der 2023/24 bereits in der zweiten französischen Liga auflief, nicht ausschließlich in den Special Teams. „Klar macht es Spaß, Powerplay zu spielen, aber ich fühle mich in der Verteidigung sehr wohl. Ich will alles versuchen, um dem Team zu helfen.“

Finanziell musste sich der SCR ordentlich strecken, um den Transfer realisieren zu können. Ausdrücklich bedankte er sich deshalb bei Herbert Abenthung und weiteren Unterstützern des Vereins, die nicht namentlich genannt werden möchten. „Die Verpflichtung haben wir so gut wie extern finanziert, sonst hätten wir es nicht gemacht“, betont Maurer ob des knappen Budgets. Zumal Vereine, die einen dritten Kontingentspieler einsetzen, 5000 Euro in einen Oberliga-Pool einzahlen müssen. Alle, die es mit den Weiß-Blauen halten, werden hoffen, dass sich die Investition auszahlt.