Zeugin bei Prozess um Auftragsmord: „Es hat bald ein Ende mit ihm”

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau
  4. Odelzhausen

Kommentare

Gegen vier Angeklagte wird derzeit am Landgericht München II wegen eines Mordversuchs verhandelt. © David-Wolfgang Ebener

Eine Zeugenaussage bringt Angeklagte in Odelzhauser Auftragsmord-Prozess in Erklärungsnot.

Die Narben des brutalen Überfalls mit der Axt zeichnen den 56-Jährigen für den Rest seines Lebens. Wie riesige Schmisse ziehen sie sich über Gesicht und Hals des Manns aus Odelzhausen. Mit drei Schlägen traf ihn im Februar vergangenen Jahres ein Angreifer, der wohl angeheuert und bezahlt worden war, um ihn zu töten.

Beste Freundschaften und lauernde Feindseligkeit

Der Plan misslang, das Opfer nimmt teil am Prozess gegen vier Menschen, die der Anklage zufolge seinen Tod wollten: seine Ehefrau, deren erwachsene Tochter und deren Lebensgefährte sowie ein mutmaßlicher Auftragskiller, den das Trio angeheuert haben soll. Der Mann soll damals für einen Lohn von 50 000 Euro vor dem Haus des Ehepaars auf den 56-Jährigen losgegangen sein. Die Frau und ihre Tochter hatten es laut Staatsanwaltschaft auf sein Vermögen abgesehen.

Nach der Aussage des Angegriffenen am Dienstag und der Aussage einer der ermittelnden Polizeibeamten vor Gericht musste sich Richter Thomas Bott vom Landgericht München II am Donnerstag vor allem durch die vielschichtigen Familienverhältnisse bohren. Darin kommt von besten Freundschaften bis zu lauernder Feindlichkeit alles vor. Mittendrin: der 34-jährige Sohn der Ehefrau und seine Partnerin. Er verweigert die Aussage, wie es ihm die Strafprozessordnung wegen des Verwandschaftsverhältnisses zugesteht.

Brisante Aussage zu Protokoll gegeben

Seine Lebensgefährtin (35) darf das nicht – und gibt eine brisante Aussage zu Protokoll. Sie habe die Ehefrau kurz vor der Tat getroffen. Bei dem Gespräch habe sie sie umarmt und ihr einen vielsagenden Satz ins Ohr geraunt: „Es hat bald ein Ende mit ihm.” Die Frau dachte, sie habe damit eine Trennung von ihrem Mann angekündigt. Im Licht der Vorwürfe lässt sich die Äußerung jedoch auch gänzlich anders verstehen.

Ganz ruhig habe die mutmaßliche Auftraggeberin die Worte gesprochen. Dass sie womöglich über einen Mordplan redete – „damit kann man ja nicht rechnen”, sagt die Zeugin.

Als sie den Saal verließ, weinte die Angeklagte. Sie hat sich, wie die anderen drei Beschuldigten, bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Weitere Nachrichten aus der Region Dachau lesen Sie hier.

Auch interessant

Kommentare