Bei der Masters-DM im Schwimmen in Dresden waren rund 1000 Athleten am Start. Medaillen holten auch Schwimmer aus dem hiesigen Landkreis.
Dresden – Es ist ja nicht so, dass Moritz Hoffmeyer noch keine großen Wettkämpfe erlebt hätte. Aber das Ambiente bei der 56. deutschen Meisterschaft „Kurz Strecke“ der Masters-Schwimmer in Dresden war dann doch etwas, was den Debütanten aus Weilheim nachhaltig beeindruckte.
„Die Halle, das Becken, die Startblöcke und das Wasser, schlicht die gesamten Wettkampfbedingungen waren einfach nur top.“ Sogar ein eigenes 50-Meter-Becken zum Ausschwimmen gab es, was Hoffmeyer „super“ fand. Als besonders empfand der Schwimmer des SV Grün-Weiß Holzkirchen auch die Atmosphäre unter den insgesamt rund 1000 Athleten aus 250 Vereinen. Es ging zwar schon um deutsche Meistertitel, doch „alle waren irgendwie ultra-entspannt“.
Elf Starts in drei Tagen
Bei Masters-Wettkämpfen sind im Schwimmen schon Sportler der Altersklasse 20 startberechtigt. Für Hoffmeyer (Jg. 2005) bot sich damit heuer erstmals die Chance zur Teilnahme. Die Premiere verlief erfolgreich – in den Staffeln holte er zweimal Bronze. Zugleich war es aus Hoffmeyers Sicht „endlich wieder ein guter Langbahn-Wettkampf, bei dem es auch mit den Zeiten wieder in die richtige Richtung ging“.
Der Weilheimer hatte sich auf sieben Einzelstrecken für eine Teilnahme qualifiziert. Hinzu kamen vier Staffelstarts. Das Programm von elf Rennen in drei Tagen war also durchaus ambitioniert. Vor seinen ersten nationalen Titelkämpfen „war ich ehrlich gesagt schon ein wenig aufgeregt“, berichtete Moritz Hoffmeyer. Der Auftakt dürfte aber zur Beruhigung beigetragen haben, denn über die 100 Meter Freistil (59,13 Sekunden/24. Platz) gelang ihm ein starker Auftritt.
DM-Titel in der Staffel für Platz
Bei der Masters-DM in Dresden war auch der Schongauer Michael Platz (Jg. 1955) am Start, der für die SG Stadtwerke München antritt. Er absolvierte fünf Einzelstarts. Als bestes Resultat stand dabei die Bronzemedaille über die 50 Meter Brust (40,73 Sekunden) zu Buche. Mit der Mixed-Staffel der SG über die 4 x 100 Meter Lagen gewann Platz in der Kategorie „200 bis 239 Jahre“ die Goldmedaille (4:52,92). Über die 4 x 50 Meter Brust der Männer gab es Silber (2:25,34). Hinzu kam Bronze über die 4 x 50 Meter Lagen der Männer (2:05,46).
Ingrid Breunig (Jg. 1970) vom TSV Schongau absolvierte bei der DM in Dresden drei Einzelrennen. Über die 50 Meter Brust (44,79) wurde sie Siebte. Hinzu kam ein neunter Platz über die 100 Meter Brust (1:38,03) und ein 13. Platz über 100 Meter Rücken (1:43,25).⇥ph
Hoffmeyer war in Dresden mehr als eineinhalb Sekunden schneller als noch beim Swim-Cup in Regensburg. Fürs Highlight über diese Strecke sorgte der in der AK35 schwimmende Stefano Razeto (ST Erzgebirge): Mit 51,22 Sekunden gelang ihm eine deutsche Bestleistung und ein Europa-Rekord.
Zufrieden war Hoffmeyer mit seinen Rennen in der Lage Schmetterling. Die 50 Meter schwamm er in 28,87 Sekunden (28. Platz) – es war seine zweitschnellste Zeit bislang auf der Langbahn. Die 100 Meter absolvierte er in 1:07,26 Minuten (19. Platz). Die Auftritte auf den Rücken-Strecken „waren hingegen zum Vergessen“, ging der Student mit sich selbst hart ins Gericht. Allerdings gelangen ihm jeweils Top-20-Ergebnisse: Über die 100 Meter (1:11,55) belegte er den 13. Platz, die 50 Meter (31,52) beendete er als Fünfzehnter.
Bei seinen vier Staffel-Einsätzen ging Hoffmeyer jeweils als Startschwimmer ins Wasser. Über 4 x 100 Meter Freistil gab es für ihn und Korbinian Miciecki (Jg. 2003), Kai Bjarne Niederau (Jg. 2002) und Ludwig Huber (Jg. 1996) mit 3:51,13 Minuten die Bronzemedaille. Hoffmeyer schwamm mit 27,46 Sekunden seine bislang schnellste Zeit in diesem Jahr. Der Abstand zur viertplatzierten Staffel betrug 1,69 Sekunden. Das Grün-Weiß-Quartett schwamm in der Kategorie „80 bis 99 Jahre“, ausschlaggebend war das Gesamtalter der vier Schwimmer.
Ebenfalls Bronze gab es für Hoffmeyer und die Holzkirchener über die 4 x 100 Meter Lagen. Dort war der Weilheimer als Startschwimmer über die 100 Meter Rücken gegenüber der Einzelstrecke um mehr als eineinhalb Sekunden schneller und übergab nach 1:09,78 Minuten an seinen Teamkollegen.
Über die 200 Meter Lagen war für Hoffmeyer im Einzelrennen „am Ende leider ziemlich der Saft raus“. Dennoch schaffte er mit 2:36,12 Minuten seine zweitschnellste Zeit auf der 50-Meter-Bahn. In seiner Klasse bedeutete das den 18. Platz.
Schwierigkeiten mit dem Wasser
Nicht zuletzt als Vorbereitung auf die DM nahm Hoffmeyer am Swim-Cup in Regensburg teil. Die Zeiten lagen allerdings bei seinen sechs Einzel-Starts alle über seinen persönlichen Bestmarken. „Mit dem Wasser in Regensburg stehe ich irgendwie auf Kriegsfuß – insbesondere bei Sprintstrecken“, sagte Hoffmeyer. „Es lässt sich schwer fassen, man hat das Gefühl, durch ein Nichts zu ziehen.“
In den Bereich eines persönlichen Rekords kam er über die 400 Meter Freistil (4:48,1/12. Platz). Gleiches galt für die 200 Meter Rücken (2:34,54/12. Platz). Die Distanz war er länger nicht mehr geschwommen, für ihn lief es „erstaunlich gut“. Die beste Platzierung gelang ihm über die 50 Meter Rücken (31,58) als Zehnter. Zufrieden stelle ihn die Zeit aber überhaupt nicht.