Im März wählen die Brucker einen neuen Oberbürgermeister. Der Stadtrat verkürzte die Amtszeit von Christian Götz, der sein Wahlversprechen einlöst.
Fürstenfeldbruck - Seit der Erkrankung von OB Klaus Pleil ist die Wahl von Stadtrat und Rathauschef nicht mehr an einem Termin. Die Brucker müssen alle drei Jahre an die Urne – und das ist sowohl für die Verwaltung ein personeller und finanzieller Mehraufwand, als auch für die politischen Parteien und Gruppierungen, die sich quasi im Dauerwahlkampfmodus befinden.
Daher hatte nicht nur Götz im Wahlkampf angekündigt, seine erste Amtszeit auf drei Jahre zu verkürzen, um beide Wahlen zu synchronisieren. Nun hatte er den entsprechenden Antrag an seinen Stellvertreter Christian Stangl gestellt, der für diesen Punkt auch die Sitzungsleitung übernahm, während Götz in den Zuschauerraum wechselte.
Sein Ansinnen begründete Götz mit den Kosten in fünfstelliger Höhe, die die separaten OB-Wahlen in den Jahren 2017 und 2023 verursacht hatten. „Auch das Arbeitsklima im Stadtrat und seinen Ausschüssen leidet darunter, wenn alle drei Jahre gewählt werden muss, und die einzelnen Gruppierungen ihr politisches Profil schärfen müssen“, schreibt er in seinem Antrag.
Erfahrungsgemäß sei der Wunsch, ergebnis- und konsensorientierter zu beraten und zu entscheiden, nach einer Wahl deutlich ausgeprägter. Ein Zeitraum von sechs Jahren bis zur nächsten Wahl könne sich positiv auf die Zusammenarbeit im Stadtrat auswirken. „Ein neu gewähltes Gremium und ein neu gewählter Oberbürgermeister erzeugen auch gemeinsam eine gewisse Aufbruchstimmung.“ Und auch die Wahlbeteiligung sei in der Regel größer.
Im Stadtrat hatte man bereits auf diesen Schritt gewartet, zumal sich die ersten Kandidaten bereits in Stellung gebracht haben. BBV-Fraktionsvorsitzende Karin Geißler stellte eines klar: „Das heißt, unser Oberbürgermeister tritt nicht zurück und ist auch nicht amtsmüde, er löst sein Wahlversprechen ein.“
Es gibt schon drei Kandidaten
Das erspare den Bürgern künftig, alle drei Jahre wählen zu müssen. Und Götz werde sich auch wieder zur Wahl stellen. „Wir meinen, dass dann drei erfolgreiche Jahre als OB hinter ihm liegen werden und hoffen, dass er wieder das Vertrauen der Mehrheit gewinnt.“
CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Lohde zollte Respekt. „Zu diesem Schritt gehört Mut und Zuversicht in die eigene Arbeit“, sagte Lohde. „Der Oberbürgermeister beweist Geradlinigkeit.“ Das erkenne seine Fraktion an. Das Gesuch um die Verkürzung der Amtszeit nahm der Stadtrat einstimmig an. „Damit war der Wahlkampf eröffnet“, bilanzierte Stangl.
Neben dem amtierenden Rathauschef wollen sich Martin Urban (CSU) und Markus Droth (Freie Wähler) um den höchsten Posten der Stadt bewerben. Die Nominierungen sollen im Herbst erfolgen. SPD, Grüne und die übrigen Stadtratsfraktionen haben noch keinen Bewerber benannt. Sie wollten erst die Amtszeit-Verkürzung abwarten, hieß es. Doch nun ist der Weg frei für Neuwahlen.