Nach über 60 Jahren gehen bei einem Maschinenbauer die Lichter aus. Die Insolvenzmasse reicht nicht aus, die Mitarbeiter wurden inzwischen gekündigt.
Stuttgart – In den vergangenen Monaten mussten einige Unternehmen im Zuge einer Insolvenz den Betrieb einstellen, weil kein Investor gefunden werden konnte. Besonders schwer wogen solche Nachrichten vom ehemaligen Weltmarktführer Mayer & Cie. in Albstadt oder einer Großdruckerei, in der einst ein überall bekanntes Produkt hergestellt wurde. Mitunter muss ein Betrieb aber auch deshalb eingestellt werden, weil das Geld für eine Sanierung schlichtweg nicht ausreicht.
Der 1960 gegründete Maschinenbauer Emil Keck in Schutterwald (Ortenaukreis, Baden-Württemberg) hatte am 4. Dezember 2025 am Amtsgericht Offenburg Insolvenz angemeldet, wie aus einer Amtsmitteilung hervorgeht. Das Unternehmen ist ein mittelständischer Zuliefererbetrieb in Familienhand, der Dreh- und Frästeile mit den dazugehörigen Dienstleistungen anbietet. Am 6. Januar erklärte der Insolvenzverwalter von BSK Partner laut einer weiteren Amtsmitteilung, dass „voraussichtlich Masseunzulänglichkeit vorliegt“.
Massenunzulänglichkeit: Wenn das Geld nur noch für die Verfahrenskosten reicht
Eine solche Massenunzulänglichkeit liegt vor, wenn das insolvente Unternehmen zwar die Verfahrenskosten, aber nicht die weiteren Massenverbindlichkeiten bezahlen kann. Oder anders formuliert, wenn die Insolvenzmasse nur noch dafür ausreicht, das Verfahren abzuschließen. Zu solchen Massenverbindlichkeiten können beispielsweise die Gehälter der Mitarbeiter oder die Miete für das Firmengelände gehören. Doch was bedeutet das konkret für den traditionsreichen Mittelständler Emil Keck im Ortenaukreis?
| Name | Emil Keck GmbH & Co. KG Maschinenbau i.L. |
|---|---|
| Gründung | 1960 |
| Sitz | Schutterwald, Baden-Württemberg |
| Branche | Maschinenbau |
| Mitarbeiter | 29 (Januar 2026) |
Wie aus einem Bericht von Baden Online hervorgeht, reicht bei dem Maschinenbauer das Geld nicht für eine Weiterführung des Geschäftsbetriebs. Die Emil Keck GmbH & Co. KG Maschinenbau wird demnach liquidiert – also formell aufgelöst – und der Betrieb eingestellt. Die zuletzt noch 29 Mitarbeiter erhielten demnach bereits die Kündigung und wurden freigestellt, die Insolvenzmasse reicht auch nicht für etwaige Abfindungszahlungen.
Emil Keck wird liquidiert: Geschichte von Maschinenbauer endet nach 66 Jahren
Nach genau 66 Jahren endet damit die Geschichte eines weiteren deutschen Mittelständlers. Emil Keck war in dieser Zeit als Systemlieferant für zentrale Industriezweige wie den Maschinenbau, die Pharmaindustrie oder auch den Anlagenbau tätig und verfügte über ein eigenes, modernes ERP-System. Nach dem üblichen Ablauf einer Liquidation nach dem Insolvenzrecht werden nun sämtliche Vermögenswerte, wie Maschinen, in Geld umgewandelt, um alle noch offenen Verbindlichkeiten erfüllen zu können.
Ende vergangenen Jahres musste auch ein 1928 gegründetes Traditionsunternehmen im Zuge der Insolvenz den Betrieb einstellen und alle Mitarbeiter entlassen. (Verwendete Quellen: Bekanntmachungen des Amtsgerichts Offenburg, bo.de, emilkeck.de, eigene Recherche)