Solarparks in Maisach: Analyse zeigt Potenzial entlang der Bahnlinie

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Beispiel eines Solarparks. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Nach einer Analyse durch eine Fachfirma steht fest, wo in Maisach noch Platz für Solarparks wäre: entlang der Bahnlinie.

Maisach – Immer wieder landen Anfragen von Solarpark-Investoren im Rathaus und dann im Gemeinderat. Um leichter und schneller entscheiden zu können, welche Projekte machbar und wünschenswert sind, hatte das Gremium eine Fachfirma mit einer Potenzialflächenanalyse beauftragt. Nun steht fest, wo noch gut Platz wäre für Solarparks: entlang der Bahnlinie.

Ein Mitarbeiter der Nefino-GmbH stellte die Ergebnisse der Arbeit im Gemeinderat vor. Es gebe noch Potenzial, schickte Bürgermeister Hans Seidl (CSU) vorweg. Man wolle erst die Flächen an Bahnlinien und großen Straßen verwenden – bekomme aber immer wieder Anträge für Solarparks in der freien Natur. Daher habe man den Masterplan für 15 500 Euro erstellen lassen: Um klare Regelungen zu haben.

Die Kriterien für die Eignung der Flächen waren in Zusammenarbeit mit Rathausmitarbeitern, den Gemeinderatsfraktionen und der Taskforce Energiewende erstellt worden. So sind natürlich Naturschutz- und Vogelschutz- sowie Wohngebiete komplett ausgeschlossen, genauso Gewerbegebiete, Areale mit Entwicklungspotenzial (zum Beispiel für Erweiterung Wohnbau/Gewerbe), Friedhöfe und Gewässer. Dann gibt es Zonen, für die im Einzelfall geprüft wird, etwa Kulturlandschaften, landschaftsprägende Elemente und Denkmäler. Nach Abzug aller Tabuzonen bleiben laut Nefino noch 48,3 Prozent der Gemeindefläche über, 2578 Hektar.

Geeignet sind dagegen Flächen etwa an Verkehrswegen, an Biogasanlagen und Windrädern. Für bestimmte Standorte gibt es eine Förderung. Im Falle Maisachs trifft das auf 229,5 Hektar zu, 4,3 Prozent der Gemeindefläche. Die Areale liegen allesamt entlang der Bahnlinie. Und privilegiert für die Nutzung als Solarpark sind davon noch rund 83 Hektar (1,6 Prozent der Gemeindefläche). Hier wären weitere Solarparks möglich – natürlich jeweils nach Einzelfallprüfung.

Geht nun im Rathaus ein Antrag zum Bau einer Freiflächen-PV-Anlage ein, kann auf Grundlage des Masterplans gehandelt werden: Sprechen harte Ausschlusskriterien gegen das Projekt, erhält der potenzielle Investor eine Absage. Seidl dazu: „Wir wollen den Gemeinderat nicht mit Arbeit überlasten, wenn es nicht nötig ist.“ Wenn aber eine Einzelfallprüfung nötig ist, wird die Sache dem Gremium vorgelegt.

Am Rande sagte der Rathauschef, dass Maisach bald im Durchschnitt „nah an 100 Prozent theoretischer Eigenversorgung mit Energie“ sei. Nun kämen noch zwei Windräder bei Prack, zwei im Bereich Malching/Mammendorf und Freiflächen-PV bei Germerswang. Problem nur: „Das Umspannwerk Maisach ist voll.“ Daher sei im Gespräch, den Strom von den Windkraftanlagen in Prack rund 15 Kilometer nach Puchheim zu leiten und dort einzuspeisen. Das bedeute einen Mehraufwand von drei Millionen Euro. Trotzdem rechne sich das Projekt – man hoffe aber noch auf eine bessere Lösung in Sachen Einspeisung.