„Ein Meilenstein“: So geht es nach der Genehmigung des Windrad-Duos weiter

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Die beiden Windkraft-Standorte im Wald bei Rottbach und Wenigmünchen. © mm

Jetzt wird’s spannend in Maisach, zumindest was die Windkraft anbetrifft: Zwei Anlagen stehen vor der Realisierung, Bürger können sich beteiligen.

Maisach - Nach der Genehmigung der beiden Anlagen bei Rottbach beginnt die nächste und entscheidende Planungsphase. Auch die Rahmenbedingungen für die Bürgerbeteiligung liegen vor: Als Vorhabensträger wollen die Brucker Stadtwerke voraussichtlich 55 Prozent der beiden Anlagen halten. Die restlichen 45 Prozent sollen auf die Gemeinde Maisach und die Bürgerenergiegenossenschaft Maisacher Land zu noch zu definierenden Anteilen entfallen. Die Organisation der Bürgerbeteiligung läuft über die Genossenschaft.

Die nächste Hürde, die zu nehmen ist, ist der Zuschlag der Bundesnetzagentur. Diesen erwartet man bei den Stadtwerken Anfang Oktober. Ist der Zuschlag erfolgt, ist die Vergütung auf 20 Jahre hinaus gesichert.

Bereits zugesagt ist der Verknüpfungspunkt. Der Rottbacher Strom soll in Puchheim ins Netz eingespeist werden. Weil das relativ weit entfernt ist, hoffen die Stadtwerke, hier noch einen kürzeren Weg finden zu können. Die beiden Räder werden zusammen rund elf Megawatt Strom erzeugen. Jedes wird, gemessen vom niedrigsten Punkt bis zu höchsten Erhebung der Rotorspitze, 246 Meter hoch sein. Im dritten und vierten Quartal 2027, so ist der Plan, könnte der Probebetrieb starten.

Infos über die Möglichkeit zur Beteiligung

Die Bürgerenergie Maisacher Land (BEG) ruft die Bevölkerung zur Beteiligung über Nachrangdarlehen auf.
Mitglieder der Genossenschaft können sich mit Beträgen ab 2000 Euro engagieren. Zur Auswahl stehen zwei Modelle: zehn Jahre Laufzeit mit einer garantierten jährlichen Verzinsung von 4,25 Prozent oder 20 Jahre Laufzeit mit einer Verzinsung von 5,25 Prozent jährlich. Das Angebot, also Mitgliedschaft und Beteiligung, richtet sich an die Einwohner der Gemeinde Maisach und die Bewohner im Umkreis der Anlagen, in den angrenzenden Gemeinden. In besonderen Fällen kann der Vorstand die Umstände klären und entscheiden, so die BEG.
Die Tilgung erfolgt je nach Modell gestaffelt über die Laufzeit. Die Nachrangdarlehen dienen als Eigenkapitalersatz. Die erste Beteiligungsrunde unter Genossenschaftsmitgliedern sei bereits ein Erfolg gewesen – nun werde der Kreis weiter geöffnet. Weiterhin muss man Mitglieder werden, will man sich beteiligen. Derzeit zählt die Genossenschaft 350 Mitglieder. Neben dem finanziellen Engagement erhalten Mitglieder Stimmrecht in der Generalversammlung. Weitere Infos im Internet: https://buergerenergie-maisacherland.de

Der Verlauf des Verfahrens

Die Pachtverträge für die Grundstücke wurden im Jahr 2022 geschlossen. Dann folgte das aufwändige Genehmigungsverfahren unter anderem mit der Artenschutzprüfung. Der Zeitablauf sei normal gewesen, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Jan Hoppenstedt. Zuletzt sei es sogar schnell gegangen – das ist ein Lob in Richtung Landratsamt. Der eigentliche Genehmigungsprozess in der Kreisbehörde am Ende habe gut funktioniert.

Freilich: Bei jeder Windrad-Genehmigung gibt es einige Dinge, die dem Antragsteller so nicht gefallen können. Die Stadtwerke seien in der Lage, alle erteilten Auflagen zu erfüllen, ohne unwirtschaftlich zu werden, sagte Projektleiter Wecker auf Nachfrage. Trotzdem müsse man über das ein oder andere Detail noch reden.

Ein Beispiel für eine Genehmigungspirouette: Aus wirtschaftlichen Gründen verzichten die Stadtwerke in Rottbach darauf, die Rotorblätter zu beheizen und damit Eiswurf unmöglich zu machen. Das Landratsamt habe daher gefordert, Eiswurf-Warnschilder aufzustellen – und diese sogar zu beleuchten. Gerade letzteres erschien den Stadtwerken aber als unverhältnismäßig. Man einigte sich dann auf eine Eis-Abschaltung der Räder, was wahrscheinlich äußerst selten notwendig werden wird.

Regionale Wertschöpfung

Die Gesamt-Investitionskosten schätzt man auf 20 Millionen Euro. Den Stadtwerken, die die Beiteilung der Bürger und der Gemeinde sehr wichtig ist, hoffen auf die Gründung einer Betreibergesellschaft noch in diesem Jahr.

Damit kommt die Bürgerenergie Maisacher Land eG ins Spiel: Deren Sprecher bezeichnet die beiden Räder als „zentrales Projekt“. „Der Windpark Rottbach ist für uns ein Meilenstein“, so Thomas Köck. „Er steht für regionale Wertschöpfung, Energieunabhängigkeit und ein starkes bürgerschaftliches Engagement in Zeiten globaler Umbrüche.” (Siehe Kasten). Unterdessen befinden sich auch weitere Windräder in der Planungs- beziehungsweise Genehmigungsphase.

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