Ein Experte der Deutschen Bahn informiert im Gemeinderat Walpertskirchen über Lärmschutzmaßnahmen für den Bahnausbau bei Schwarzhölzl.
Wie die Bewohner des Weilers Schwarzhölzl nach dem Ausbau der Strecke München-Mühldorf-Freilassing vor Lärm im Abschnitt Walpertskirchen/Lengdorf geschützt werden sollen, zeigte ein Vertreter der Deutschen Bahn InfraGO (ehemals Deutsche Bahn Netzagentur) jetzt in der Sitzung des Gemeinderats auf. Dazu gab‘s allerdings noch viele offene Fragen aus dem Gremium.
Max Cibis, Projektleiter für den genannten Streckenabschnitt, legte Gemeinderat und einigen Besuchern aus Schwarzhölzl zunächst vor, was die Bahn hier vorhat.
Züge sollen bis zu 200 km/h fahren
„Geplant sind auf der gesamten Strecke, die im Endausbau zweigleisig geführt und elektrifiziert wird, höhere mögliche Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h. Außerdem sollen die betreffenden Bahnhöfe saniert werden.“
Was speziell die Situation Schwarzhölzl angehe, werde das zweite Gleis im Abstand von vier Metern zum bisherigen näher in Richtung der Wohnbebauung verlegt. Eine vier Meter hohe Lärmschutzwand, deren optische Gestaltung noch mit den Bewohnern dort zu besprechen sei, trenne Gleisbett und Oberleitung vom Siedlungsbereich. Allerdings seien, um den Streckenausbau dort möglich zu machen, auch Flächen für Baustellen-Einrichtungen, Material und Zufahrtsstraßen notwendig. Für deren Rückbau sowie für eventuell nötige Reparaturarbeiten stehe aber die Deutsche Bahn gerade.
Auf die Frage von Bernhard Stein (CSU), weshalb das zweite Gleis näher an der Bewohnung liege, antwortete der Bahn-Experte, dass die Deutsche Bahn Grundstücke vor allem nördlich der Trasse besitze und die meisten betroffenen Orte auf dieser Seite keine Bebauung hätten.
Zudem würde die Schienenoberfläche in diesem Bereich extra geschliffen, „damit auf dem besonders überwachten Gleis keine schallverursachende Riffelung entsteht“. Diese Schleif-Aktion, so fragte Klaus Oehm (Grünbacher Liste), „findet hoffentlich nicht nachts statt“, was Cibis aber nicht garantieren konnte.
Sicher leiser hingegen sei die gesamte Gleisbasis nach dem Umbau, zudem würden auch die dann benutzten E-Lokomotiven deutlich weniger Geräusche machen als bisherige Diesel-Loks. Was die Lärmschutzwand angehe, so entspreche diese geltenden Gesetzen und sei hochabsorbierend ausgeführt.
Diese Kurve bei Schwarzhölzl würden die Züge zudem „nur mit maximal 170 km/h“ befahren. Die gesamte Bauzeit, inklusive der Arbeiten zur parallel neu entstehenden Walpertskirchener Spange (wir berichteten), betrage rund fünf Jahre. Dies dauere so lange, weil der Zugverkehr aufrechterhalten werden müsse, eine Totalsperrung sei nur in Schulferien möglich.
Ob die Lärmbelastung durch die höhere Fahrgeschwindigkeit nicht stärker werde, selbst bei neuem Gleisbau und Trennwand, wollte Martin Haindl (FWG) wissen, sein Fraktionskollege Gottfried Widl fragte nach der Bezahlung des bestmöglichen Schutzes. „Insgesamt wird der Zugverkehr hier wohl nicht lauter als bisher“, so Experte Cibis, „und die jeweils entstehenden Kosten werden, abhängig vom Ergebnis der Gutachter sowie nach geltenden Gesetzesgrundlagen, jeweils von der Bahn erstattet“.
Bahn zahlt auch für Schallschutzfenster
Dies gelte auch für so genannte passive Schutzmaßnahmen wie besondere Fenster an den Häusern, ein Thema, das Gemeinderätin Annelie Hinterwimmer (FWG) vorgebracht hatte.
Thomas Fisch, der Bürgermeister Lorenz Angermaier (beide FWG) vertrat, bat den Vertreter der Deutschen Bahn zum Schluss der lebhaften Diskussion , „regen Austausch und Kontakt mit den Bürgern aus Schwarzhölzl zu halten, um möglichst wenig unnötige Reibung zwischen der Bahn und der Bevölkerung zu erzeugen“.