Zehntausende Jobs sind schon weg – Verband gibt düstere Prognose für 2026 ab: „wirtschaftliche Realität“

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Zehntausende Jobs sind schon weg – Deutsche Schlüsselindustrie gibt düstere Prognose für 2026 ab

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Die deutsche Industrie durchlebt schwierige Zeiten. Der Maschinenbau macht da keine Ausnahme – alleine im letzten Jahr fielen zehntausende Jobs der Krise zum Opfer. Von der Politik wird nun Handeln erwartet.

Frankfurt am Main – Deutschlands Maschinenbauer haben 2025 angesichts der Konjunkturflaute Tausende Jobs abgebaut. Ende vergangenen Jahres waren im Maschinen- und Anlagenbau gut eine Million Menschen beschäftigt - 2,2 Prozent oder rund 22.000 weniger als 2024. „Der Beschäftigtenabbau im Maschinen- und Anlagenbau setzt sich fort“, teilte der Branchenverband VDMA in Frankfurt mit und verwies auf US-Zölle und Konkurrenz aus China. Die Angaben beziehen sich auf Firmen mit mindestens 50 Beschäftigten.

Ein Fabrikarbeiter schweißt: Die deutschen Maschinenbauer stecken in der Krise.
Ein Fabrikarbeiter schweißt: Die deutschen Maschinenbauer stecken in der Krise. © IMAGO/Rupert Oberhäuser

Zwar versuche die Mehrheit der Unternehmen, ihre Stammbelegschaft wegen des Fachkräftemangels zu halten. „Doch die wirtschaftliche Realität zwingt viele Betriebe zum Handeln,“ schrieb VDMA-Arbeitsmarktexperte Fabian Seus. Aktuell planten mehr Firmen mit Stellenabbau als mit -aufbau. „Der Beschäftigtenabbau wird sich 2026 damit voraussichtlich fortsetzen.“

Arbeitszeit und Sozialbeiträge: Diese Forderungen stellt die Branche an die Politik

Der Maschinenbau, der zu den deutschen Schlüsselbranchen zählt, steckt seit langem in der Flaute. Für 2025 hatte der VDMA das dritte Jahr mit sinkender Produktion in Folge erwartet, dieses Jahr soll die Herstellung wieder steigen. Zuletzt wuchs die Hoffnung auf eine Wende mit steigenden Aufträgen im Schlussquartal 2025.

Wegen der Wirtschaftskrise haben weite Teile der deutschen Industrie zu kämpfen. Kürzlich hatte bereits der Automobilverband VDA von einem Abbau von geschätzt 47.000 Beschäftigten im vergangenen Jahr berichtet. In der Chemie- und Pharmabranche sank die Zahl der Jobs insgesamt dagegen nur leicht. VDMA-Arbeitsmarktexperte Seus forderte ein Gegensteuern der Politik, etwa bei den hohen Sozialbeiträgen. Zudem sei ein „zeitgemäßes Arbeitszeitgesetz“ nötig, das Wochen- statt Tageshöchstarbeitszeiten vorsehe. (dpa, lf)