Schon acht tödliche Bergunfälle bei Garmisch-Partenkirchen: Polizei nennt neue Details

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Spektakuläre Tour mit großem Gefahrenpotenzial: Zwischen der Mittleren und Äußeren Höllentalspitze, kurz vor der Biwakschachtel (rote Schutzhütte) verunglückte der Mann. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. © Moritz Wolf/Imago

Ein erfahrener Kletterer ist bei besten Bedingungen tödlich verunglückt. Er ist bereits das achte Todesopfer von Bergunglücken in der Region.

Grainau – Es ist eine Klettertour mit ständigem Auf und Ab, ein schmaler Weg, an beiden Seiten geht es oft senkrecht bergab. Auf rund acht Kilometern erstreckt sich der Jubiläumsgrat im Wettersteingebirge – von der Zug- zur Alpspitze. Der Steig gehört zu den spektakulärsten in der Region, aber auch zu den anspruchsvollsten und gefährlichsten. Wer ihn überwinden will, muss viel klettern, einige Stellen sind nicht mit einem Stahlseil gesichert. Das gefährliche Terrain wurde am Dienstag einem 61-Jährigen zum Verhängnis. Der Mann verunglückte tödlich. Er ist heuer bereits das achte Todesopfer von Bergunglücken rund um Garmisch-Partenkirchen. Insgesamt sind 2025 schon 19 Menschen im Gebirge gestorben. In dieser Statistik führt die Polizei auch beispielsweise Skiunfälle oder gesundheitliche Ursachen auf.

Ohne Fremdeinwirkung: Mann stürzt am Jubiläumsgrat 400 Meter in die Tiefe

Der Unfall vom Jubiläumsgrat ereignete sich gegen Mittag. Einige Stunden zuvor hatte sich eine Gruppe von vier Bergsteigern von der Zugspitze aus auf den Weg in Richtung Alpspitze gemacht. Sie kamen zügig voran, waren gut in der Zeit. Der 61-Jährige, ein deutscher Staatsangehöriger mit Wohnsitz in Spanien, soll ein sehr erfahrener Bergsteiger gewesen sein, betont ein Sprecher der Polizei. Die Gruppe war auch gut ausgerüstet für die Tour, das Wetter optimal. Dementsprechend viele Menschen gingen am Dienstag auf dem Grat. Knapp sechseinhalb bis achteinhalb Stunden Zeit benötigen geübte Alpinisten für die Route.

Zwischen der Mittleren und der Äußeren Höllentalspitze, etwa nach zwei Dritteln der Strecke, kam es zu dem Unglück. Es geschah kurz vor der Biwakschachtel, einer kleinen Notunterkunft für Bergsteiger. Der Mann stürzte ohne Fremdeinwirkung rund 400 Höhenmeter über extrem steiles und felsiges Gelände in die Tiefe. In einer Rinne kam er zum Liegen.

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Für den 61-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Die Notärztin und ein Bergretter der Bergwacht Grainau, die mit dem Rettungshubschrauber zur Unglücksstelle gebracht worden waren, konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen. Zur Bergung des Leichnams und für die Unfallaufnahme wurde ein Polizeihubschrauber eingesetzt, unterstützt wurden sie von zwei Experten der Alpinen Einsatzgruppe. Wie es genau zu dem tödlichen Sturz kommen konnte, ist bislang nicht bekannt. Der Unfallursache gehen nun die Fahnder der Alpine Einsatzgruppe West der Grenzpolizeiinspektion Murnau nach. (vfi)

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