Kindergarten-Neubau: Standortfrage kocht hoch

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Die Vorplanung steht: So könnte die neue Kochler Kindertagesstätte am Bergfeldweg neben der Grundschule aussehen. © Kottermair Rebholz Architekten

Das Ringen um den Kindergarten-Neubau in Kochel spitzt sich zu: Am Montag, 1. Dezember, tritt der Gemeinderat zu einer Sondersitzung zusammen. Für neuen Zündstoff dürfte ein Antrag sorgen, der die bisherige Standort-Entscheidung kippen und das Thema noch einmal von vorne aufrollen soll.

Kochel am See – Die Gemeinde Kochel steht unter Zeitdruck: Sie muss einen neuen Kindergarten bauen. Wie berichtet, wurde der Mietvertrag für die Montessori-Einrichtung auf dem Gelände des Dominikus-Ringeisen-Werks nicht verlängert und läuft 2027 aus. Eigentlich hatte der Gemeinderat bereits in der September-Sitzung die ersten Weichen gestellt und mit deutlicher 13:1-Mehrheit die Vorplanung für eine neue Kindertagesstätte auf gemeindeeigenem Grund am Bergfeldweg – direkt neben der Grundschule – auf den Weg gebracht. Die Kosten werden auf rund 6,9 Millionen Euro geschätzt.

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Doch nun mehren sich offenbar die Zweifel – zumindest bei einem Teil des Gremiums. Sieben Gemeinderäte, überwiegend aus der CSU, haben einen Antrag eingebracht, der politischen Sprengstoff birgt: Sie verlangen, den Beschluss aufzuheben und die Standortfrage erneut zu verhandeln. Denn es habe sich, so das Argument, eine neue Faktenlage ergeben: Das Dominikus-Ringeisen-Werk signalisiere in der Angelegenheit Kooperationsbereitschaft, heißt es. „Wir wollen vernünftig darüber diskutieren“, betont Max Leutenbauer von der CSU-Fraktion – vor allem über Alternativen. Das beschlossene Areal neben der Schule hält der Ortspolitiker für ungeeignet, denn: „Das ist der Kältepol in Kochel.“

Mehr Verkehr wird befürchtet

Leutenbauer befürchtet, dass sich die Verkehrsbelastung in dem Viertel weiter verschärft, wenn dort noch mehr Elterntaxis unterwegs sind – eine Einschätzung, die auch viele Anwohner teilen. Seiner Kritik zufolge wurde der Gemeinderat ein Stück weit in die Entscheidung hineingedrängt – für seinen Geschmack viel zu voreilig. Aus CSU-Kreisen ist eine alternative Lösung zu hören: eine Erweiterung im Kurpark, wo bereits der Gemeinde-Kindergarten steht. Der besagte Antrag dürfte für eine kontroverse Debatte sorgen, wenn der Gemeinderat am Montag, 1. Dezember, zusammentritt, um in einer Sondersitzung das Brandthema Kindergarten-Neubau zu behandeln.

Bürgermeister Jens Müller (UWK) hält indessen am beschlossenen Standort fest. Schule, Kindergarten und Nachmittagsbetreuung wären dort vereint, betont der Rathaus-Chef – und spricht in diesem Zusammenhang von einem „Campus“. „Ich finde diese Idee nach wie vor gut“, betont er. Auf dem Areal sei auch ausreichend Tageslicht vorhanden. Und die Verkehrsprobleme habe man mit einer Einbahnstraßen-Regelung in den Griff bekommen. An dem gefassten Beschluss möchte er daher nicht rütteln: „Es ist alles besprochen und diskutiert worden“, findet Müller. In der vergangenen Sitzung hatte er, sollten im Kita-Streit die Fronten verhärtet bleiben, ein Ratsbegehren ins Spiel gebracht. Dann müsste der Bürger ein Machtwort sprechen.

Sanierung wäre teurer als Neubau

Das Gebäude an der Badstraße, in dem der Montessori-Kindergarten derzeit untergebracht ist, stamme aus den 1970er Jahren und sei zunehmend marode, teilt das Dominikus-Ringeisen-Werk auf Nachfrage mit. Eine Sanierung sei wirtschaftlich nicht zu stemmen und käme teurer als ein Neubau. Der Mietvertrag ende zum 31. Oktober 2027. Allerdings zeigt sich die kirchliche Stiftung, die in Kochel Ambulant Betreutes Wohnen für Menschen mit Unterstützungsbedarf betreibt, kulant: „Sollte es bis dahin keine räumliche Alternative für den Kindergarten geben, kann er die bestehende Liegenschaft natürlich übergangsweise weiternutzen“, sagt Markus Landherr vom Referat Öffentlichkeitsarbeit.

Und was hat es mit der Kooperationsbereitschaft auf sich, von der im Ort die Rede ist? Man habe der Gemeinde das pauschale Angebot gemacht, berichtet Landherr weiter, über Flächen für einen Kindergarten zu sprechen, ohne in eine konkrete Planung zu gehen. Das Anliegen des Dominikus-Ringeisen-Werks sei es, dass das eigene Gelände im Sinne der Kommune, der Menschen mit Behinderung und der St. Annaschwestern weiterentwickelt wird, da viele Gebäude nicht mehr gut nutzbar seien. Im Idealfall entstünden bezahlbarer Wohnraum sowie Wohnangebote für Menschen mit Behinderung.

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