Die Schönheitsfarm plant ihr Lifting

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Sehen der geplanten Sanierung und Erweiterung des Haupthauses (im Hintergrund) freudig entgegen: Elisabeth Ertl (l.) und Irene Bopp. © THOMAS PLETTENBERG

Die Gertraud Gruber Schönheitsfarm in Rottach-Egern wird 2026 saniert. Das Haupthaus erhält ein modernes Upgrade.

Rottach-Egern - Um im Bild zu bleiben: Die Gertraud-und-Josef-Gruber-Stiftung hatte zuletzt mit nicht wenigen Sorgenfalten zu kämpfen. Das Seminarhaus am Reiffenstuelweg war verantwortlich dafür. Wegen eines Nachbarschaftsstreits musste der Bau zwei Jahre lang ruhen. Dann sprach der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) ein Machtwort, das Ziel der Kläger, den vorhabenbezogenen Bebauungsplan außer Kraft zu setzten, war vom Tisch, der Bau ging weiter.

„Wir hatten einen exorbitanten Verlust“, sagt Stiftungsvorsitzende Irene Bopp, langjährige Freundin und Beraterin der 2022 verstorbenen Gertraud Gruber. Sie spricht von Schäden am Bau, Verträgen mit Baufirmen, die neu aufgerollt werden mussten und von Anwaltskosten. Jetzt steuert das Seminarhaus, in dem alle Mitarbeiter von inzwischen 1500 Kosmetik-Instituten, die mit Gruber-Produkten arbeiten, in der Gruber-Methode und Philosophie geschult werden, auf die Eröffnung zu. Sie ist für Januar geplant. Immer zehn Kosmetikerinnen werden dort eine Woche lang geschult.

In ihrer 70-jährigen Geschichte ist die Schönheitsfarm immer wieder gewachsen. Sie besteht aus fünf Häusern – der Villa, dem Haus Josefi, dem Haus Gertraud, dem Haus Lindl und dem Haupthaus. „In jedem Haus sind Zimmer vorhanden und Behandlungen möglich“, sagt Elisabeth Eibl, Geschäftsführerin der Schönheitsfarm Gertraud Gruber GmbH. Eibl scheidet demnächst aus privaten Gründen aus. Fabien Grizimek, zuletzt Projektmanager der Geschäftsführung bei den Dr. Lubis-Kliniken in München und davor Geschäftsführer bei der Moltke-Hotelgruppe, wird ihren Posten einnehmen.

Die insgesamt 64 Zimmer sind meist gut gebucht – „von gesundheitsbewussten Frauen, Müttern und Unternehmerinnen“, berichtet Ertl. Teils kämen schon drei Generationen, um sich hier pflegen zu lassen, ergänzt Irene Bopp. Immer zum Jahresende, heuer ab 12. Dezember bis Anfang des Jahres, genehmigt sich die Schönheitsfarm mit ihren rund 100 Mitarbeitern eine Ruhepause, Schönheitsschlaf sozusagen.

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Ein regelrechtes Lifting erfährt die traditionsreiche Einrichtung im Haupthaus, der Keimzelle der Firma, wohl schon 2026. „Das Haus wird mit einem minimalen Anbau erweitert, optisch absolut aufgewertet und auch im Inneren auf modernsten Stand gebracht“, erklärt Eibl. Dies betreffe auch den Brandschutz und die Anforderungen für Mitarbeiter. Aus den 27 Zimmern sollen 22 geräumige Zimmer werden. Sauna, Schwimmbad, zwölf Behandlungseinheiten werden modernisiert.

Zunächst nur das Haupthaus auf Vordermann zu bringen, sei Ergebnis eines Denkprozesses gewesen, sagt Eibl. „Wir haben geschaut, wo die Defizite im Haus liegen, und diese Sanierung macht Sinn.“ Eingeschwenkt ist man inzwischen auch auf die Forderung der Gemeinde, den Weg über einen Bebauungsplan zu gehen. 2024 hatte das Traditionsunternehmen noch gehofft, die Genehmigung für Sanierung und Erweiterung für ein Schönheitszentrum mit medizinischer Abteilung lediglich über einen Bauantrag zu bekommen. Die Mitglieder des Ortsplanungsausschusses hatten dem aber eine Abfuhr erteilt, um die Gleichbehandlung gegenüber anderen Hotelprojekten zu wahren.

Auch die nun abgespeckten Pläne für Sanierung und Erweiterung laufen inzwischen über einen Bebauungsplan. „Er ist in Arbeit“, sagt Bürgermeister Christian Köck, der voll hinter der Schönheitsfarm steht, weil sie der Gemeinde über die Jahrzehnte internationales Renommee gebracht habe und eine Wertschöpfung für den Ort darstelle.

Das Unternehmen hofft, in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen zu können. Gerechnet wird mit mindestens zehn Monaten Bauzeit. Von Baukosten in zweistelliger Millionenhöhe ist bereits die Rede. In der Villa und im Haus Josefi soll der Betrieb weiterlaufen.

Im Jubiläumsjahr geht zudem ein lange gehegter Plan in Erfüllung, der nun durch einen Mieterwechsel möglich wird: Im Geburtshaus von Gertraud Gruber am Max-Weber-Platz in München wird im Dezember ein Gruber-Shop mit Behandlungskabine eröffnet. „Eine schöne runde Sache“, sagt Elisabeth Ertl.

Damit ist nicht Schluss: In einem nächsten Schritt soll das Haus Gertraud, in dem die Firmengründerin selbst gelebt hat und das schon jetzt ein Gästehaus mit zehn Zimmern darstellt, saniert werden. „Es war immer der Wunsch von Frau Gruber, dass alle Häuser in gutem Zustand sind“, betont Irene Bopp und ist überzeugt: „Die lange Vorbereitungszeit für den jetzigen Plan wird sich auszahlen.“

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/region-tegernsee/rottach-egern-ort29359/die-schoenheitsfarm-plant-ihr-lifting-94065729.html