Noch vor der Eröffnung gibt es einen weiteren Durchbruch am Schaustollen Deisenried: Das Bergbaumuseum soll auch ohne Führung zugänglich sein. Und dies könnte schon an Pfingsten so weit sein.
Deisenried – Fröhliche Gesichter unter knallbunten Schutzhelmen: Angesichts des Gruppenfotos des jüngsten Gästeführertreffens der Chiemsee-Alpenland-Tourismus (CAT) könnte man annehmen, der Deisenrieder Schaustollen hätte schon für allgemeinen Besucherverkehr geöffnet. Auch wenn es bis dahin noch ein paar Wochen dauert: Dass das Bergwerksmuseum im früheren Wetterstollen dafür gerüstet ist, daran bestand laut Fischbachaus Gemeindegeschäfts- und Tourist-Info-Leiter Felix Stahl bei der exklusiven Vorab-Besichtigung unter der fachkundigen Leitung des früheren Bergmanns und jetzigen Barbaravereinsvorsitzenden Martin Schmid kein Zweifel. „Alle waren durchweg begeistert“, erzählt Stahl stolz. Und das soll was heißen, schließlich haben die 40 erfahrenen Fremdenführer einen geschulten Blick für touristische Angebote wie dieses.
Eröffnung wohl zu den Pfingstferien
Die richtige Bewährungsprobe steht dem Schaustollen aber noch bevor: die Eröffnung, die laut Stahl nach aktueller Planung zu den Pfingstferien erfolgen soll. Das ebenfalls angedachte kleine Bürgerfest – analog zur Pumptrackeinweihung – werde aber voraussichtlich erst im Spätsommer/Frühherbst über die Bühne gehen. „Da braucht man einiges an Vorlauf“, erklärt der Geschäftsleiter.
So gut wie in trockenen Tüchern ist aber eine wichtige Neuerung in Sachen Besuchsregeln: Das Bergamt Süd der Regierung von Oberbayern habe nach einer Vor-Ort-Besichtigung in Aussicht gestellt, einer Änderung des Hauptbetriebsplans zuzustimmen. Dann wäre es möglich, den Schaustollen auch individuell und damit ohne Führung zu besichtigen. Ein echter Durchbruch, der die Frequenz für das bekanntlich mehr als eine Million Euro teure und durch Leader-Mittel geförderte Angebot deutlich erhöhen dürfte.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise stehen noch nicht fest
Da es – anders als beispielsweise an der Wendelsteinhöhle – keine Drehkreuze am Eingang gebe, brauche es trotzdem Personal im Kassenhäuschen, erklärt Stahl. Wie dieser Bedarf gedeckt werden kann, will Fischbachau noch mit der Nachbargemeinde Bad Feilnbach als gleichberechtigte Partnerin des Leader-Projekts besprechen. Erst dann könne man die konkreten Öffnungszeiten bekanntgeben. Noch festzulegen seien auch die Eintrittspreise, wobei Stahl eine Größenordnung von sechs Euro für Erwachsene zur Diskussion stellt.
Ein wichtiger Bestandteil des Angebots sollen aber – ungeachtet der zusätzlichen Möglichkeit einer individuellen Besichtigung – die Führungen sein. Hier dankt der Geschäftsleiter schon jetzt den Mitgliedern des Barbaravereins Leitzachtal, die sich – wie schon in der gesamten Bauphase – auch hier ehrenamtlich zur Verfügung stellen würden.