Die drei in die Jahre gekommenen Hopfenhallen an der Mainburger Straße in Au beschäftigen die Bevölkerung und den Gemeinderat immer wieder. Ein möglicher Abriss ist nun allerdings vom Tisch, denn seit Jahresbeginn stehen die historischen Gebäude unter Denkmalschutz.
Au/Hallertau – Die drei großen Auer Hopfenhallen an der Mainburger Straße prägen die Gemeinde optisch sehr, wenngleich sich der Zustand der Gebäude von Jahr zu Jahr immer weiter verschlechtert. Doch wie soll es mit dem ehemaligen historischen Herzstück der Hallertauer Hopfentradition weitergehen? Diese Frage war in den vergangenen Jahren immer wieder brisant und wurde im Gemeinderat häufig gestellte – jedenfalls bis jüngst ein Schreiben ins Rathaus flatterte, das alles auf links dreht.
Halle 1 sollte abgerissen werden
Das Thema Hopfenhallen beschäftigt die Auer Bevölkerung, das war nicht nur in der Bürgerversammlung (wir haben berichtet) zu hören, sondern unter anderem auch bei der Aufstellungsversammlung der Auer CSU, bei der versprochen wurde, dass sich die Partei für den Abriss der Halle 1, also der ältesten Halle, erneut einsetzen will. Zu den Fakten: Die Mainburger Straße säumen drei große Hopfenhallen, die älteste davon wurde 1889 erbaut, die jüngste im Jahr 1956. Bei allen drei wurde allerdings immer wieder mal an- und draufgebaut und auch ansonsten einiges verändert. In einer der Hallen waren zeitweise wohnungslose Menschen untergebracht, auch eine Firma nutzte die Räumlichkeiten – jedenfalls jene, die überhaupt noch nutzbar sind.
Doch gerade der Halle 1 ist das Alter freilich anzumerken, selbst eine vorübergehende Nutzung sei laut Bürgermeister Hans Sailer nicht möglich. Und es war auch die Halle 1, die eigentlich abgerissen werden sollte, jedenfalls gab es diesbezüglich einen – wenn auch nicht einstimmigen – Beschluss im Gemeinderat, der allerdings aufgrund des städtebaulichen Konzepts revidiert wurde. Darüber hinaus fand 2022 ein studentischer Ideenwettbewerb zur Nutzung der Lagerhallen statt, bei dem laut Sailer viele „tolle Ideen“ auf den Tisch gelegt wurden, die allesamt aber erst einmal nicht umsetzbar waren. Nun hat sich auch noch der Denkmalschutz eingemischt und somit in das im Wahlkampf ohnehin präsente Thema zusätzliche Spannung gebracht.
Die Denkmalschutzbehörde sei nämlich auf die Hopfenhallen aufmerksam geworden und hätte im September 2025 laut dem Bürgermeister „einen Haufen Fotos gemacht“. Dann begann das Warten, denn eigentlich wollte sich das Amt zum Ende des Jahres noch melden. Die Einschätzung erreichte das Rathaus jedoch erst in neuem Jahr: Die drei Hopfenhallen der Gemeinde sind demnach in die Liste der Baudenkmäler aufgenommen worden, womit sich die Gemeinde von einem Abriss verabschieden muss.
Neue Nutzungen werden geprüft
Dabei spiele das Alter der Gebäude laut Sailer weniger eine Rolle als der historische Kontext für die Gemeinde als Hopfenanbaugebiet und Herz der Hallertau. „Für Begeisterung hat das jetzt nicht gesorgt“, musste der Rathauschef, der diese Neuigkeiten bei der jüngsten Gemeinderatssitzung vortrug, zugeben. Was er nun hofft: „Wir brauchen eine Nutzungsänderung für diese Hallen, dann könnte dort auch etwas entstehen.“ Ihm schwebe etwa seniorengerechtes Wohnen, das schon lange auf der Agenda der Gemeinde stehe, oder die Möglichkeit für Gewerbe, sich dort nach einer Sanierung einzumieten, vor. Dazu bräuchte es allerdings Investoren.
Doch Sailer schilderte dem FT auch den „Worst Case“: „Wenn wir keine Nutzungsänderung bekommen, dann haben wir riesige Lagerhallen, die wir erhalten müssen.“ Der scheidende Rathauschef kann den Neuigkeiten aber auch etwas Positives abgewinnen: „Vielleicht ist es für uns auch eine Chance.“ Allerdings, und das wollte er noch einmal betonen: „Hurra hat jetzt bei uns keiner geschrien.“