Der Kreisverband des BRK trauert um sein überaus verdientes Mitglied Dieter Ebermann. Der Dachauer starb mit nur 58 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit.
Dachau – Der BRK-Kreisverband Dachau trauert um sein langjähriges und überaus verdientes Mitglied Dieter Ebermann. Der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter ist mit 58 Jahren nach schwerer Krankheit am vergangenen Montag gestorben. Er war das Gesicht der Sanitätswache auf dem Dachauer Volksfest, mit großem Sachverstand betreute er die Blutspenden in Dachau.
Für den BRK-Kreisvorsitzenden Bernhard Seidenath ein tiefer Einschnitt: „Wir sind unendlich traurig. Dieter Ebermann war ein Rotkreuzler mit Leib und Seele. Er lebte das Ehrenamt, er hatte viele wichtige Aufgaben und war das Musterbeispiel eines verlässlichen und aufrechten BRK-Mitgliedes.“
Für den Kreisbereitschaftsleiter Reinhard Weber war Dieter Ebermann ein langjähriger Weggefährte. Er sagt: „Ich kannte ihn mein halbes Leben lang und werde ihn unendlich vermissen.“ Der BRK-Kreisgeschäftsführer Dennis Behrendt ist ebenfalls sehr betroffen: „Trotz seiner Krankheit hat er bis zuletzt alle seine Aufgaben erfüllt. Das hat uns alle sehr beeindruckt. Sein Tod ist ein großer Verlust für uns alle.“
Er zeigte Sachverstand und Empathie selbst in den größten Krisen
Dieter Ebermanns Werdegang im BRK verlief mustergültig. Hauptberuflich war er bei der AOK München angestellt, aber seine gesamte Freizeit opferte er für das Ehrenamt. Er war im August 1986, nach der Bundeswehr, zur BRK-Bereitschaft Dachau gekommen, engagierte sich in der Wasserwacht und beim Rettungsdienst. 1992 absolvierte er den Sanitätslehrgang und war fortan in der Schnelleinsatzgruppe (SEG-SAN) als Fahrer im Rettungs- und Hintergrund-Bereitschaftsdienst tätig. 1994 besuchte er den Rettungssanitäter-Grundlehrgang mit dem vorgeschriebenen Klinikpraktikum. Zwei Jahre später übernahm er die Gruppenleitung der SEG-SAN. Reinhard Weber erinnert sich: „Mitte der 90er Jahre kam er auch als Fahrer in den Notarztdienst, nachts und am Wochenende auf dem Notarzteinsatzfahrzeug. Damals nicht selten mit bis zu 36-Stunden-Schichten.“ Ebermann übernahm auch in enger Zusammenarbeit mit Reinhard Weber über viele Jahre den 24-Stunden-Hausnotruf-Bereitschaftsdienst.
2002 wurde ihm die Leitung der Bereitschaft Dachau übertragen. Bis 2017 füllte er diese Funktion mit großem Sachverstand und Empathie für seine Kameraden aus. Dieter Ebermann war ein versierter Organisator: Während des Hochwassers in Sachsen 2002, dem Amoklauf im OEZ in München und mehrerer weiterer überregionaler Ereignisse übernahm er die kreisverbandsinterne Koordination der BRK-Einheiten, den „Heimatschutz“ sowie den Nachschub und den Personalaustausch der Einsatzkräfte. 2017 trat er ins zweite Glied zurück als stellvertretender Bereitschaftsleiter. Ab 2020 war als Fachberater im Sanitäts- und Betreuungsdienst tätig.
Bis zuletzt füllte er seine Aufgabe als stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter mit größtem Einsatz und Gewissenhaftigkeit aus. Er kümmerte sich hier insbesondere um den südlichen Landkreis, die Bereitschaften Dachau, Karlsfeld und Haimhausen. Die Leitung und Organisation der Blutspendetermine in der Stadt Dachau, die 2016 mit der Übernahme des Münchner Blutspendediensts in Dachau anberaumt wurden, war ihm ein Herzensanliegen.
Die Sanitätswache auf dem Volksfest war seine große Leidenschaft
Seine große Leidenschaft aber galt der Sanitätswache auf dem Dachauer Volksfest. Begonnen hatte er dort als Helfer und Fahrer für den dort vorgehaltenen Rettungswagen, kümmerte sich um das erforderliche Material. Verantwortungsbewusst wie er war, übernahm er bald die gesamte Organisation der Sanitätswache. Und es war ihm jedes Jahr eine große Freude, am Eröffnungstag die politische Prominenz über die Anforderungen in der Wache zu informieren.
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Auch als er schon von seiner Krankheit gezeichnet war, war die Begeisterung für seinen Dienst deutlich zu spüren. Bis zum Schluss ließ er sich nichts anmerken und erledigte zuverlässig das Verfassen und Verteilen des monatlichen Flurfunks mit allen wichtigen Ereignissen und Informationen. Noch zum Jahresende verschickte er ihn an alle BRKler. „Das Rote Kreuz in Dachau steht in diesen Tagen still. Die Lücke, die Dieter Ebermann gerissen hat, wird nicht zu füllen sein. Wir werden uns stets an ihn erinnern“, sind sich alle Dachauer Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler einig. dn