Ein seit über 30 Jahren bestehendes Hotel muss im Zuge der Insolvenz aufgeben. Den Mitarbeitern wurde gekündigt, der Betrieb wird eingestellt.
Stuttgart – In den vergangenen Monaten kam es immer wieder vor, dass Unternehmen und Betriebe nicht aus der Insolvenz gerettet werden konnten. Aktuell berichtet unsere Redaktion über die Betriebseinstellung einer insolventen Traditionsbäckerei und auch bei einem Hotel gehen die Lichter ganz aus. Die Rebgarten Betriebs und Immobilien GmbH hatte am 7. August für das Hotel Rebgarten in Ravensburg (Baden-Württemberg) einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, wie aus den Insolvenzbekanntmachungen hervorgeht.
Das Amtsgericht Ravensburg berief den Ulmer Rechtsanwalt Michael Wahl von der bundesweit tätigen Kanzlei PLUTA zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Hotels Rebgarten. Seit der Verfahrenseröffnung am 1. Oktober fungiert der Experte als Insolvenzverwalter und führte den Betrieb mit 30 Zimmern und 62 Betten fort. Wie die Schwäbische Zeitung erfahren hat, wird der Betrieb aber zum 1. November eingestellt und die Mitarbeiter gekündigt. Eine Hotelkette ging vor wenigen Wochen deutlich geschrumpft aus einer Insolvenz hervor.
Hotel Rebgarten in Ravensburg: Betriebseinstellung aus wirtschaftlicher Sicht „leider unumgänglich“
Das Hotel Rebgarten liegt in der Ravensburger Innenstadt und bezeichnet sich selbst als idealer Startpunkt für Ausflüge zu den Museen der historischen Stadt in Oberschwaben. Dem Bericht zufolge kämpfte der Betrieb in der jüngeren Vergangenheit aber mit kurzfristigen Stornierungen sowie den steigenden Kosten bei zugleich sinkendem Umsatz. Insolvenzverwalter Wahl hatte gehofft, das Hotel auf einen anderen Interessenten übertragen zu können. Der Vermieter und der besagte Interessent wurden sich in Bezug auf einen Mietvertrag aber nicht einig.
Weitere Interessenten für die Übernahme des Hotels in der Ravensburger Innenstadt gab es nicht und die Einnahmen in den Herbst- und Wintermonaten reichen nicht aus, um die Kosten zu decken. „Ein Investor wäre daher für eine Fortführung essenziell gewesen“, erklärte Wahl laut der Schwäbischen. „Die Einstellung des Geschäftsbetriebs ist aus wirtschaftlicher und rechtlicher Sicht leider unumgänglich.“ Deshalb musste auch den neun Mitarbeitern des Hotels gekündigt werden.
Buchungen wurden storniert – keine finanziellen Schäden für Gäste
Für die kommenden Monate November und Dezember liegen dem 1994 eröffneten Hotel Rebgarten rund 100 Buchungen vor, die aber im Zuge der Betriebseinstellung bereits storniert wurden. Da die Gäste keine Anzahlungen leisten mussten, entsteht ihnen laut dem Insolvenzverwalter auch kein Schaden. Jüngst zwang die Erhöhung des Mindestlohns auch einen Hotelservice-Anbieter in die Insolvenz.