Traditionsbäckerei mit fünf Filialen stellt den Betrieb ein – alle Mitarbeiter werden gekündigt

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Ende August hatte eine deutsche Traditionsbäckerei zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet. Nun steht für die fünf Filialen und die Angestellten ein bitteres Ende bevor.

Stuttgart – Auch das traditionelle Handwerk hat seit vielen Monaten unter der Wirtschaftslage zu leiden. Die traditionsreiche Bäckerei Konditorei Mäschle GmbH & Co. KG mit Sitz in Laupheim (Kreis Biberach, Baden-Württemberg) hatte am 27. August am Amtsgericht Ravensburg Insolvenz angemeldet. Das Gericht berief den Rechtsanwalt Michael Wahl von der bundesweit tätigen Kanzlei PLUTA zum Insolvenzverwalter des über 100-jährigen Unternehmens. Der Betrieb in den Filialen wurde seitdem fortgesetzt und auch die Kunden konnten wie gewohnt einkaufen. Nun musste der Insolvenzverwalter aber eine traurige Nachricht verkünden.

Die Traditionsbäckerei Mäschle hatte bereits im vergangenen Jahr einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gestellt, das vom Amtsgericht Ravensburg im September 2024 in ein Regelverfahren umgewandelt wurde. In diesem Fall konnten die Experten von PLUTA eine Lösung finden, allerdings mit deutlich weniger Filialen als zuvor. Eine solche ist laut einer Mitteilung der Kanzlei vom 28. Oktober 2025 im zweiten Insolvenzverfahren nicht gelungen, weshalb der Betrieb Anfang November eingestellt und allen Mitarbeitern gekündigt werden muss.

Traditionsbäckerei Mäschle muss Betrieb einstellen – allen Mitarbeitern wird gekündigt

Aus der vorherigen Sanierung ging die Traditionsbäckerei mit lediglich sechs Filialen hervor, in der aktuellen Mitteilung ist die Rede von nur noch fünf Bäckereien. Zwei davon befinden sich am Hauptsitz in Laupheim und jeweils eine weitere in Schemmerhofen, Warthausen (beide Kreis Biberach) sowie im Ulmer Stadtteil Eggingen. Da eine dauerhafte Fortführung dieser Filialen aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist, wurde beschlossen, den Betrieb Ende Oktober einzustellen. „Unter Vollkostenbedingungen erzielt die Bäckerei Verluste“, erklärt Insolvenzverwalter Wahl. „Daher müssen alle fünf Filialen zum Monatsende geschlossen werden.“

Die Gläubiger stimmten dieser Entscheidung demnach bei einer Versammlung am Montag, 27. Oktober, einstimmig zu. Die Mitarbeiter wurden am Dienstagvormittag im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung informiert, dass ihre Arbeitsverhältnisse bis zum Monatsende gekündigt werden müssen. Bei Mäschle sind derzeit an den fünf Standorten rund 50 Mitarbeiter beschäftigt, der Betrieb in den Filialen soll noch bis Ende Oktober fortgeführt werden.

Frisches Brot wird aus dem Backofen geholt.
Die Traditionsbäckerei Mäschle konnte nicht erneut aus der Insolvenz gerettet werden. (Symbolfoto) © IMAGO/onemorepicture/Thorsten Wagner

Finanzielle Lage hat sich seit Insolvenzanmeldung nicht zum Besseren gewandt

Als Grund für die Insolvenz der Bäckerei Konditorei Mäschle GmbH & Co. KG wurden im August Liquiditätsschwierigkeiten angegeben. Die Lage hat sich seitdem offenbar nicht zum Besseren gewendet. „Der Betrieb erwirtschaftet monatlich Verluste und kann die laufenden Kosten nicht decken“, heißt es in der Mitteilung von PLUTA. „Unter den gegebenen Umständen bleibt keine andere Option, als den Geschäftsbetrieb einzustellen.“ Erst im März musste auch eine andere Traditionsbäckerei aus Baden-Württemberg den Betrieb nach einer Insolvenzanmeldung ganz einstellen.

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