Südtirol greift mit Slot-System gegen Urlauber durch – „Selber Schuld!“

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In Südtirol steigen die Touristen-Zahlen weiter an. Dem Ansturm am Dolomiten-Denkmal Seceda will man 2026 mit einem Registrierungssystem beikommen.

Bozen – Die Hauptsaison in Südtirol ist so langsam aber sicher geschlagen, und obwohl Hüttenwirte über mangelndes Konsumverhalten vor allem deutscher Gäste lärmen: Der Tourismus hat in der autonomen italienischen Provinz wieder zugelegt. Das zeigen vorläufige Zahlen des Landesstatistikinstituts Astat. Doch die mehr als 20 Millionen Übernachtungen allein in den Sommermonaten bringen Südtirol mit einer halben Million Einwohner nicht nur Wohlstand, sondern gehen auch mit Problemen einher.

Seceda Berg in Gröden, Italien, Herbst Südtirol
Die markanten Felswände der Seceda ziehen jedes Jahr eine Vielzahl an Besuchern an. Zu viele, wenn es nach manchen Einheimischen geht. (Archivbild) © Nataliya Nazarova/zoonar/IMAGO

Besonders eindrucksvoll und medienwirksam zeigte sich der Besucheransturm diesen Sommer an der Seceda in den Dolomiten. Das beeindruckende Bergmassiv lockte derart viele Italien-Urlauber an, dass einheimische Grundbesitzer kurzerhand ein kostenpflichtiges Drehkreuz installierten. Für das kommende Jahr will man den Urlaubermassen mit einem Slot-System Einhalt gebieten.

Dolomiten-Juwel bekommt Slot-System für Besucher: Rahmenbedingungen noch offen

Wie ORF Südtirol Heute berichtet, soll der Zugang zum Wanderweg Richtung Seceda im Sommer 2026 mit einer Slot-Buchung geregelt werden. Wanderer und Bergsteiger sollen Zugangszeiten vorab online buchen können. Möglich sei auch, dass an besonders intensiven Tagen oder Stoßzeiten ein Zuschlag fällig werde, heißt es in dem Bericht.

Wie viel Besucher künftig am Weltnaturerbe für die Buchung berappen müssen, ist noch nicht klar. Wie der Münchner Merkur von IPPEN.MEDIA aus dem Büro des Tourismuslandesrates Luis Walcher erfährt, definiere gerade eine Arbeitsgruppe die Rahmenbedingungen des Slot-Systems. Konkrete Hintergründe seien derzeit nicht bekannt, auch weil Landesrat Walcher, trotz Zuständigkeit für den Bereich Tourismus, mit keinem Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe vertreten sei.

Tourismus-Hotspot ächzt unter Urlauberansturm – Maßnahme soll helfen: „Verständlich, aber schlimm …“

Unklar bleibt indes auch, ob das Drehkreuz und die Maut in Höhe von fünf Euro bestehen bleibt. Für viele Einheimische und betroffene Anwohner ist jedoch klar: Ein weiter wie bisher im Wandergebiet am berühmten Dolomiten-Gipfel soll es nicht geben. Denn die 52 Euro für die Beförderung mit der Seilbahn von St. Ulrich in Gröden hinauf bis unterhalb des markanten Gipfels schrecken jedenfalls nicht viele Schaulustige ab, die sich auf einem Foto in den Dolomiten verewigen wollen.

Unter einem Beitrag von ORF Südtirol auf Instagram begrüßten viele Nutzer die geplanten Maßnahmen. „Wenn es nicht anders geht … verständlich, aber unglaublich schlimm, dass es so weit kommen musste“, heißt es in einem Kommentar. Ein anderer Nutzer hingegen prangert die weiter intensive Bewerbung an: „Noch mehr Hotels bauen, noch mehr Tirolwerbung weltweit. Selber Schuld …!“

Selbst Landwirtschaftsvertreter hatten sich in den Streit um die oft langen Schlangen an der Seceda eingeschaltet. Für Landeshauptmann Arno Kompatscher war bereits im Sommer klar: „Wir müssen die Besucher sowohl lenken als auch in ihrer Anzahl begrenzen, also qualitativ und quantitativ eingreifen“. Die Einführung eines Slot-Systems erscheint vor diesem Hintergrund auch wenig überraschend, zumal es durchaus erfolgreiche Beispiele aus anderen Landesteilen gibt, etwa dem Pragser Tal. (Quellen: ORF Südtirol, Astat, Eigenrecherche) (jm)

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