Hubert ohne Staller-Star spricht über die Kollegen am Set, ihre Zukunft und besondere Fan-Momente

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen
  4. Wolfratshausen

Kommentare

In ihrer Rolle als Christina Bayer bei „Hubert ohne Staller“ kennen Millionen TV-Zuschauer die Münchnerin Mitsou Jung. © ARD

Ab 15. Oktober startet die ARD-Serie mit frischen Episoden und zeigt erstmals neue Drehorte im Isar-Loisach-Land.

Im berühmtesten Polizeirevier der Region ist sie auch nach vielen Jahren das Küken. Mitsou Jung spielt die Christina Bayer in Hubert ohne Staller. Die Wolfratshauser TV-Cops starten ab 15. Oktober mit neuen Folgen im ARD-Vorabend. Die Münchner Schauspielerin (27), die am liebsten einfach Mitsou genannt wird, hat in den noch nicht ausgestrahlten Episoden ihre Rolle weiterentwickelt und einige Drehorte im Isar-Loisach-Land kennengelernt. Und wenn es nur nach ihr ginge, dürfte das noch eine ganze Zeit lang genau so weitergehen.

Mitsou Jung Schauspielerin
Mitsou Jung: Die 27-Jährige ist auch in den nächsten Staffeln Hubert ohne Staller dabei. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Mitsou, wissen Sie schon, wo Sie die neuen Folgen anschauen werden?

Festgelegt habe ich mich noch nicht. Vielleicht klappt es mit einem gemütlichen Streaming-Abend zusammen mit Freundinnen – oder ich schaue sie ganz klassisch im Fernsehen. Mit meinem Baby ist Planung gerade ja eher ein Wunschkonzert, daran muss man sich auch erstmal gewöhnen. Aber solange keiner die Folgen spoilert, ist alles gut.

Bis Ihre Tochter mitschauen kann, dauert es noch ein paar Jahre. Gibt es die Serie noch so lange?

Ich weiß ja, wie viel wir schon gedreht haben und wie viele Folgen noch gar nicht gelaufen sind. Damit alleine füllen wir bestimmt noch ein paar Jahre (lacht). Welche Staffel wird jetzt ausgestrahlt? Die erste Hälfte der 13.? Wir haben schon Folgen für Staffel Nummer 14 gedreht. Ich verliere fast den Überblick. Umso besser, dass es jetzt endlich weitergeht.

Dann hat Ihre Tochter ja gute Chancen. Wieso dauert es so lange, bis fertige Folgen im Fernsehen zu sehen sind?

Ich wundere mich auch manchmal darüber, aber es gab immer einen Grund. Mal war Fußball-WM, dann musste eine andere Serie gezeigt werden, die auch schon auf Halde lag. Ich würde mich ja freuen, wenn es schneller geht – und die Fans bestimmt auch. Immerhin gibt es uns inzwischen auf allen Streaming-Plattformen. Das ist schon cool, man kann uns das ganze Jahr über beim Ermitteln zuschauen.

Für einige Fans gab es zuletzt ein besonderes Zuckerl: Beim Open-Air-Kino am Starnberger See haben Sie gemeinsam mit 800 Hubert-ohne-Staller-Fans zwei neue Folgen gesehen.

Das war auch für uns besonders. Wir bekommen sonst nie so direkte Rückmeldungen von Zuschauern. Es war richtig schön, das mal mitzukriegen. Mir hat das nach der langen Pause gutgetan. Ich fand‘s spannend, weil es keine klassische Premiere nur mit geladenen Gästen war. Bei so vielen neutralen Zuschauern wussten wir: Wenn die jetzt lachen, dann finden sie‘s wirklich lustig.

Und: Haben sie gelacht?

Na klar. Die neuen Folgen sind echt cool geworden. Mich persönlich hat überrascht, dass so viele Menschen teilweise von richtig weit her angereist sind.

Das scheinen recht treue Anhänger zu sein.

Finde ich auch. Ich hätte voll Bock drauf, Fans und Cast öfter zusammenzubringen. Nicht ständig, natürlich, dann ist es nichts Besonderes mehr, aber ich glaube, ein bisschen mehr könnten wir schon machen.

Wie halten Sie denn sonst Kontakt zu den Fans?

Ich mache viel über Social Media. Da poste ich auch mal was vom Set oder zeige den Leuten, woran wir arbeiten. Da sind ein paar andere aus dem Team ebenfalls fleißig. Michael Brandner zum Beispiel ist ganz eifrig dahinter, dass wir Bilder machen.

Nach so vielen Staffeln nutzen sich einige Serien irgendwann ab. Wieso ist das bei Hubert ohne Staller anders?

Die Stimmung in der Serie ist besonders, und ich weiß, dass viele Fans aus ganz Deutschland die Landschaft und die Leute in Oberbayern einfach mögen. Ich habe vor ein paar Tagen zufällig jemanden aus Norddeutschland auf dem Oktoberfest getroffen. Der ist extra einen Tag früher angereist, weil er wegen der Serie mal nach Münsing und Wolfratshausen fahren wollte. Ich kann schon verstehen, dass Leute aus ganz Deutschland einschalten. Manchmal mag ich so Fernwehfilme auch. Ich schaue dann eben etwas, was an der Ostsee oder auch in Hamburg spielt.

Was schauen Sie denn gerade?

„Only Murders in the Building“ oder mal einen Thriller.

Wo haben Sie denn am liebsten gedreht?

Beim Fernsehfilm vor zwei Jahren waren einige Szenen am Sylvensteinsee. Da hat‘s mir so gut gefallen, dass ich mit meinem Freund noch einmal hingefahren bin. Aber auch am Starnberger See bin ich gerne. Das ist eine total schöne Landschaft hier – und wir drehen wirklich alles vor Ort. Viele andere Serien machen deutlich mehr in der Green Box und schneiden die Landschaft am Ende rein. Wir drehen sogar die Autoszenen auf den Straßen. Hubert ist inzwischen ein richtiger Experte beim Fahren und gleichzeitig Drehen (lacht).

Inzwischen sind Sie bei den Fahrten ja viel häufiger dabei als am Anfang. Wie entwickelt sich Ihre Rolle weiter?

Stimmt, in den ersten Folgen war Christina Bayer noch viel mehr am Schreibtisch und ist eigentlich nur ans Telefon gegangen. Inzwischen habe ich eigene Ermittlungen und komme viel raus. Mir macht das richtig Spaß. Es ist etwas Besonderes, wenn man so einen Charakter über mehrere Staffeln entwickeln kann. Mal schauen, wo es hingeht. Aber ich finde, Christina Bayer schaut sich schon sehr genau an, was die Chefin macht.

Und wo geht‘s für Sie selbst hin? Ihre beiden direkten Vorgängerinnen bei Hubert ohne Staller waren jeweils nur für eine oder zwei Staffeln im Wolfratshauser TV-Revier.

Ich finde es immer noch wahnsinnig cool, dabei zu sein und möchte am liebsten dabei bleiben. Als ich dazugekommen bin, war ich 22, das ist jetzt fünf Jahre her. Vielleicht sehen manche so eine Serienrolle als kurzes Sprungbrett, um dann zur nächsten Produktion zu gehen. Mir wurde aber immer ermöglicht, dass ich andere Projekte und Filme nebenbei mache. Vor allem macht es mir aber noch Spaß. Und die Arbeit im Team ist richtig gut eingespielt. Schon wenn wir die Drehbücher durchgehen, weiß jeder, wer seine Sätze wieder nicht so sagen wird – und dass die Szenen trotzdem gut werden.

Haben Sie einen Wunsch für die Produktion?

Oh ja! Ich pendle jeden Tag aus München zum Set. Da bin ich immer ewig unterwegs. Eine Stunde Fahrt, dann eine Stunde Maske und so weiter: Ich bin schon vier Stunden wach, bevor die Kamera das erste Mal aufnimmt. Die nächste Folge, liebe Autoren, soll in meinem Wohnzimmer spielen, bitte.