Zu einer Silvesterfeier in neuem Format lädt das Bergsteigerdorf Kreuth seine Bürger und Gäste ein. Statt Lasershow gibt es heuer ein Ballonglühen. Dass auf Feuerwerke verzichtet wird, ist nicht nur der Gemeinde Kreuth ein Anliegen.
Kreuth - Die Wetteraussichten für den Jahreswechsel sind vielversprechend. Somit kann auch die Silvesterfeier steigen, die das Bergsteigerdorf Kreuth heuer wieder für seine Bürger ausrichtet. Diesmal allerdings mit einem neuen Konzept: Statt einer teuren Lasershow soll es ein heimeliges Ballonglühen geben. Das Ziel ist das gleiche geblieben: Die Bürger und Gäste Kreuths sollen gemeinsam ins neue Jahr feiern können – und dabei möglichst auf Feuerwerke verzichten.
Ab 22.30 Uhr gibt‘s an den Hirschbergliften Bewirtung und Musik
„Wir wollen diese Tradition weiterführen“, sagt Bürgermeister Josef Bierschneider über die gemeinsame Silvesterfeier. Er ist froh, dass sich Gemeinderat Michael Unger bereit erklärt hat, die Organisation in die Hand zu nehmen. Das Programm soll am Dienstag, 31. Dezember, um 22.30 Uhr am Hirschberglift in Kreuth starten. Die Wirtsleute der Hirschbergalm werden die Besucher unter freiem Himmel bewirten, ein DJ sorgt für den passenden musikalischen Rahmen. Als Höhepunkt ist ein Ballonglühen, organisiert von Ballooning Tegernsee, geplant. „Wir hoffen, dass es vom Wind her klappt“, sagt Bierschneider. Je nach Schneelage wird sich auch die am Hirschberg ansässige Skischule Tegernsee am Programm beteiligen. „Ich würde mich freuen, wenn die Feier genauso gut ankommt wie in den vergangenen Jahren“, meint Bierschneider.
Gemeinden und Vereine bitten wieder um Verzicht auf Feuerwerke
Entstanden ist die Idee zur gemeinsamen Silvesterfeier auch aus dem Ziel heraus, die Böllerei in der Silvesternacht einzudämmen. Die Tegernseer Tal Tourismus GmbH und alle Talgemeinden haben auch heuer einen offiziellen Appell an Gastgeber, Einheimische und Urlauber verfasst, der Umwelt zuliebe auf das Zünden von Feuerwerkskörpern zu verzichten.
Schutzgemeinschaft hat Flyer „Feiern ohne Feuern“ neu aufgelegt
Die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) und andere Umwelt- und Tierschutzorganisationen sind ebenfalls um eine ruhigere Silvesternacht bemüht. So hat die SGT etwa ihren Flyer „Feiern ohne Feuern!“ neu aufgelegt und im Landkreis großräumig verteilt. Darin sind die bekannten Argumente gegen die Böllerei aufgeführt: der Stress für die Tiere, die Umweltbelastung durch Feinstaub, der Müll am Neujahrsmorgen. „Wir wollen niemandem den Spaß an Silvester verderben“, betont SGT-Chefin Angela Brogsitter-Finck. Aber für die Talbewohner und -gäste müsste es zum Start ins neue Jahr doch ein gutes Gefühl sein, wenn sie keine Giftstoffe in die Luft geblasen und Rücksicht auf Haus- und Wildtiere genommen hätten, findet Brogsitter-Finck. Laut ihren Worten haben auch andere oberbayerische Landkreise bereits Interesse an dem Flyer signalisiert. „Das Problem haben ja viele“, sagt die Vorsitzende über die überbordenden Silvester-Feuerwerke.
gab