Am 29. Oktober findet die Niederlande-Wahl statt. Am Tag zuvor steht die Abschlussdebatte live im TV auf dem Programm. Wer kann noch mal punkten?
Amsterdam – In den Niederlanden finden am Mittwoch (29. Oktober) vorgezogene Parlamentswahlen statt. Die aktuelle Regierung hielt sich nur elf Monate. Wohnungsnot und Migration treiben die Niederländer um. Themen also, die auch hierzulande im Zentrum von politischen Diskussionen stehen.
Profiteur ist wie auch bei der vergangenen Wahl Rechtspopulist Geert Wilders. Seine Partei PVV liegt aktuellen Umfragen zufolge vorn. Dabei war er es, der die letzte Regierungskoalition unter Premierminister Dick Schoof platzen ließ. Ein Großteil der Wähler und Wählerinnen scheint sich daran nicht zu stören.
Niederlande-Wahl: Fünf Parteien liefern sich live im TV einen letzten Schlagabtausch
Die politische Landschaft in den Niederlanden ist fragmentiert. Vier bis fünf Parteien liegen in Umfragen eng beieinander und viele Wähler sind noch unentschlossen. Am Vorabend der Parlamentswahl liefern sich die Parteien einen letzten Schlagabtausch im Fernsehen.
Die niederländischen Sender NPO 1 und NPO Politiek strahlen die Debatte aus, bei der Themen wie internationale Konflikte, gesellschaftliche Spannungen, Wirtschaft, Wohnen, Klima und Energie sowie Verteidigung zur Sprache kommen sollen. Sechs kleine Parteien machen am 28. Oktober um 19 Uhr den Auftakt, gefolgt von neun größeren Parteien ab 20:30 Uhr.
| Was? | Debatte zur Niederlande-Wahl |
|---|---|
| Wann? | 28. Oktober, 19.00 Uhr |
| Wo? | NPO 1 und NPO Politiek en Nieuws |
Vor der Niederlande-Wahl: Letzte Debatte live im TV
Es gibt viel Unzufriedenheit bei den Menschen in den Niederlanden. „Und Wilders ist jemand, der diese Unzufriedenheit aktivieren und in Wählerstimmen verwandeln kann“, meint Extremismusforscherin Leonie de Jonge im Gespräch mit ZDF. Seine Partei verlor zwar zuletzt an Zustimmung, blieb aber weiterhin stärkste Kraft. Der Peilingwijzer-Umfrage zufolge (zu Deutsch heißt Peilingwijzer in etwa: Stimmungsbarometer) kommt die PVV auf 25 bis 31 Sitze. Die Mehrheit der Wähler und Wählerinnen entscheidet sich weiterhin für demokratischen Parteien.
Die grün-linke Partei GroenLinks-PvdA liegt bei 22 bis 26 Sitzen. Die sozialliberalen D66 ist mit 19 bis 23 Sitzen in etwa gleichauf mit der christdemokratischen CDA, die laut Umfrage 18 bis 22 Sitze auf sich vereint. Knapp dahinter die konservativ-liberale VDD mit zwischen 14 und 18 Sitzen. Fest steht: Zusammenarbeiten wollen die anderen Parteien mit Wilders‘ PVV jedenfalls nicht. Das haben sie zuvor klar ausgeschlossen. Kurz vor der Parlamentswahl gingen in Den Haag am vergangenen Sonntag zehntausende Menschen auf die Straße. Das Hauptanliegen der Demonstranten: Die Klimapolitik wieder in den Fokus zu rücken.
Der Ausgang der Wahlen ist diesmal weniger klar als noch beim letzten Urnengang. Viele ehemalige PVV-Wähler wenden sich laut dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos I&O ab, weil sie nicht daran glauben, dass Geert Wilders überhaupt regieren will. Auch unter seinen Unterstützern wächst die Skepsis: Während der Rechtspopulist zuletzt noch für seinen gemäßigten Ton gelobt wurde („Geert Milders“), werfen ihm einige nun vor, zu hart aufzutreten. (Quellen: Nos, ZDF, AFP) (bme)