Trump leistet sich brisanten Fauxpas bei Japan-Besuch: US-Präsident auf dünnem Eis bei Kaiser-Treffen

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Donald Trump will die Beziehungen zu Japan stärken. Doch ein kultureller Fehltritt bei Kaiser Naruhito sorgt für Gesprächsstoff.

Tokio – Der US-Präsident Donald Trump will die Beziehung zu Japan stärken. Doch gleich bei seiner Ankunft bei dem japanischen Kaiser Naruhito leistet sich der US-Republikaner einen Fauxpas. Statt der kulturell erwarteten Verbeugung bei der Audienz im Kaiserpalast bleibt Trump bei einem langen Händeschütteln.

US-Präsident Donald Trump (l) und Japans Kaiser Naruhito schütteln sich während ihres Treffens im Kaiserpalast in Tokio die Hände.
Handschlag statt Verbeugung: US-Präsident Trump bleibt bei der Begrüßung von Japans Kaiser Naruhito bei US-Praktiken. © picture alliance/dpa/Pool Reuters | Issei Kato

Als Trump beim Kaiserpalast aus dem Fahrzeug stieg, streckte Kaiser Naruhito ihm die Hand entgegen. Doch statt der in Japan kulturell erwarteten Verbeugung blieb Trump beim Händeschütteln – und zwar nicht kurz und knapp, sondern lang anhaltend. Dabei berührte er den Kaiser mehrfach am Arm und tätschelte seine Hand. In den USA gilt das als Zeichen von Nähe und Respekt. Doch in der japanischen Etikette wird körperliche Distanz, vor allem gegenüber dem Kaiser, sehr geschätzt.

Handdruck oder Verbeugung? US-Streit um Gesten in der Diplomatie existiert seit Jahrzehnten

Ob US-Präsidenten in der internationalen Diplomatie Gesten übernehmen oder nicht, ist schon länger Streitpunkt. Als sich der ehemalige US-Präsident Bill Clinton sich 1994 vor dem Kaiser verbeugte, sorgte das für eine Debatte in den USA. „Präsidenten verbeugen sich nicht, und Kaiser stoßen nicht an“, so ein Beamter des Weißen Hauses damals laut der New York Times.

Ebenso in der Kritik steckte der Ex-Präsident Barack Obama. Bei seiner Audienz beim damaligen japanischen Kaiser 2009 vermischte der Demokrat den Handschlag mit der Verbeugung. Auch wenn Obama für die Verbeugung von konservativen Stimmen in den USA kritisiert wurde, war die Vermischung beider Gesten laut dem Business Insider das wahre Fettnäpfchen.

Die traditionelle japanische Begrüßung erfolgt durch eine Verbeugung – ein Zeichen von Respekt, das besonders im Umgang mit dem Kaiserhaus eine zentrale Rolle spielt. Zwar hat der Handschlag als internationale Geste in Japan an Bedeutung gewonnen, doch Vertreter der Diplomatie achten weiterhin genau darauf, die lokale Kultur zu respektieren. Denn: Die Art der Begrüßung setzt den Ton für das gesamte Treffen.

Kurzes Treffen mit Japans Kaiser – Trump plant auch Treffen mit neuer Premier Takaichi

Das Gespräch zwischen Kaiser Naruhito und US-Präsident Donald Trump dauerte laut der New York Times nur etwa eine halbe Stunde. Eigentlich hatte man verabredet, mindestens für diese Dauer zu reden. Als der US-Republikaner den Kaiserpalast verließ, zeigte Trump auf den Kaiser und nannte ihn „einen großartigen Mann, großartiger Mann“, viel mehr ist zu dem Ablauf des Gesprächs aktuell nicht bekannt. Trumps letztem Treffen mit dem Kaiser 2019, damals kurz nach der Thronbesteigung von Naruhito, war deutlich ausführlicher: Trump war Ehrengast bei einem extravaganten Staatsbankett.

Nach seinem Besuch beim japanischen Kaiser Nahurito soll Trump auch Japans neue Premierministerin Sanae Takaichi treffen. Sie gab laut der ARD an, Japans Diplomatie wieder an einen Ort zu bringen, „an dem sie im Zentrum der Welt floriert“. Takaichi tritt in die Fußstapfen des 2022 ermordeten Vorgängers Shinzō Abe, mit dem Trump eine enge Freundschaft pflegte und seine Vorliebe für Golf teilte. Trump zeigte sich im Vorfeld des Gesprächs zuversichtlich: „Ich glaube, sie wird großartig sein.“

Dennoch gibt sich Japan während des zweitägigen Besuchs von Trump alle Mühe, um sich mit dem US-Präsidenten gut zu stellen. Laut dem ZDF sind rund 18.000 Polizisten zum Schutz von Trump im Einsatz, dazu versucht Tokio laut dem japanischen Fernsehsender NHK, den das ZDF zitierte, auch mit amerikanischen Pick-up-Trucks Eindruck schinden. Sie sollen am Dienstag bei dem Gespräch mit Takaichi aufgestellt werden. Trump hatte im Vorfeld kritisiert, dass Japan nur wenige US-Autos ins Land lasse.

Asien-Reise von US-Präsident Trump geht zu Ende: Letztes Treffen mit Xi Jinping

Am Donnerstag soll sich Trump am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) noch mit Chinas Präsidenten Xi Jinping treffen, bevor er zurück in die USA reist. Seine fünf-tägige Asien-Reise wird die bisher längste Auslandsreise seit seiner Vereidigung im Januar gewesen sein. (Quellen: ARD, ZDF, New York Times, Business Insider, eigene Recherche) (lismah)

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