Es sollte ihre Premiere mit einem Live-Vortrag werden: Die verstorbene Biathletin und Höhenwanderin Laura Dahlmeier hatte einen Auftritt im Kurhaus in Bad Tölz geplant.
Bad Tölz – Große Bestürzung und Fassungslosigkeit hat die Nachricht vom Tod der Biathletin Laura Dahlmeier ausgelöst – auch in Bad Tölz, wo die zweifache Olympiasiegerin aus Garmisch-Partenkirchen am 14. November beim Wunderfalke-Festival im Kurhaus hätte auftreten sollen. Veranstalter Steffen Heyn äußert sich im Interview mit dem Tölzer Kurier tief getroffen.
Herr Heyn, kannten Sie Laura Dahlmeier persönlich?
Nein, ich kannte Laura Dahlmeier nicht persönlich, aber auch ich war wie so viele Menschen fassungslos und schockiert über die traurige Nachricht von ihrem Tod.
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Wie kam Ihre Verbindung als Veranstalter zu Laura Dahlmeier zustande?
Wir wollten Laura schon seit Jahren gerne für unser Wunderfalke-Festival als Vortragsrednerin gewinnen. Doch lange Zeit hieß es von ihrer Managerin, dass Laura Dahlmeier noch nicht so weit sei, Vorträge zu halten, weil sie nach ihrer Biathlon-Karriere zunächst den Schwerpunkt auf ihre persönliche Entwicklung und das Höhenbergsteigen legen würde. Das änderte sich aber mit ihrem Ama-Dablam-Projekt (der Ama Dablam ist ein 6814 Meter hoher Berg im Himalaya, den Laura Dahlmeier im Oktober 2024 in neuer Frauenbestzeit bestieg, Anm. d. Red.). Das entstandene Foto- und Filmmaterial der Expedition und aus anderen Projekten wollte sie jetzt in einem Live-Vortrag vorstellen. Die Premiere sollte in Bad Tölz sein. Das habe ich als große Auszeichnung für uns und Bad Tölz empfunden, es wäre der Höhepunkt unseres diesjährigen Festivals gewesen.
Wie haben Sie die Nachricht vom Tod Laura Dahlmeiers aufgenommen?
Schon als die Nachricht kam, dass Laura Dahlmeier „mindestens schwer verletzt“ sei, mussten wir uns angesichts der Umstände darauf gefasst machen, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überlebt haben könnte. Da habe ich natürlich noch überhaupt nicht an den Vortrag gedacht, sondern im Vordergrund stand die Fassungslosigkeit über das Schicksal einer so empathischen Person, eines so fröhlichen, freundlichen, bodenständigen Menschen, der für seine Ideale stand und konsequent seinen Weg ging, ohne sich von Medien, Beratern oder anderen einengen zu lassen.
Viele Eintrittskarten waren verkauft
Irgendwann mussten Sie aber vermutlich doch an den Vortragstermin denken, oder?
Ja, ab dem Zeitpunkt der Todesnachricht kamen wir nicht darum herum. Wir hatten schon sehr viele Karten verkauft, die Käufer wollen in so einem Fall sehr schnell informiert werden, wie es weitergeht. Wir mussten zum Beispiel an die Benachrichtigung auf unserer Webseite, in den Ticketsystemen und den Online-Veranstaltungsportalen denken. Bei all dem übertönen die Trauer und der Schmerz natürlich alles. Es tut weh, aber wir mussten reagieren, man hat da als Veranstalter heute leider nicht viel Zeit zu überlegen.
Wie planen Sie jetzt um?
Wir haben in unserem Team beraten und waren uns alle einig, dass wir eine Ersatzveranstaltung auch für die bisherigen Ticketkäufer anbieten wollen. Wir versuchen, einen Vortrag zu finden, der einen Bezug zu Laura Dahlmeier hat – keine Trauerveranstaltung, sondern eine Ehrung ihres Lebenswerks, in erster Linie mit Blick auf sie als Höhenbergsteigerin, aber auch ihr Engagement für die Bergwacht. Es wäre uns deshalb ein Herzensanliegen, wenn wir zusammen mit Partnern am Ende der Veranstaltung eine größere Spendensumme an die Bergwacht Bad Tölz übergeben könnten. Auch ich möchte einen Teil des Erlöses spenden. Das wäre bestimmt auch im Sinne von Laura.