Putin will „Welt manipulieren und USA betrügen“: heftige Kritik an Ukraine-Feuerpause
News zum Ende vom Ukraine-Krieg: Putin kündigt Feuerpause an. Selenskyj zeigt sich skeptisch und richtet Vorwürfe an Russlands Präsident. Der Ticker.
Das Wichtigste in
diesem Live-Ticker
- Feuerpause im Ukraine-Krieg: Kiew wirft Putin „Betrug“ und „Manipulation“ vor – Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine Waffenruhe verkündet – Selenskyj zeigt sich skeptisch.
- Ende vom Ukraine-Krieg: Trump-Vize sieht Fortschritte bei Gesprächen – Donald Trumps Vize JD Vance ist sich dennoch nicht sicher, ob die Verhandlungen Erfolg haben werden.
- Russische Angriffe im Ukraine-Krieg: Drohnen fliegen auf Charkiw und Kiew – Kiew meldet im Ukraine-Krieg russische Angriffe mit 100 Drohnen.
Kiew/Moskau – Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine dreitägige Waffenruhe angekündigt – die Kämpfe im Ukraine-Krieg setzen sich unterdessen unvermindert fort. Die Reaktionen auf Putins Ankündigung sind von Skepsis geprägt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Ankündigung als „ein weiterer Manipulationsversuch“ und kritisierte in seiner abendlichen Videoansprache am Montag (28. April) vorgetäuschte Dialogbereitschaft und den angeblichen Friedenswillen Putins.
Feuerpause im Ukraine-Krieg: Kiew wirft Putin „Betrug“ und „Manipulation“ vor
Die von Putin einseitig erklärte Waffenruhe rund um die Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag des Weltkriegsende soll vom Morgen des 8. Mai bis zum Morgen des 11. Mai gelten. Am 9. Mai, dem russischen Tag des Sieges, plant Moskau eine große Militärparade, zu der zahlreiche Staatsgäste, darunter Chinas Staatschef Xi Jinping, erwartet werden. Russland hofft, dass die Ukraine dem Beispiel folgt und ebenfalls Angriffe pausiert.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von den Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Krieg in der Ukraine lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Selenskyj kritisierte, „aus irgendeinem Grund sollen alle bis zum 8. Mai warten und erst dann das Feuer einstellen“, damit Putin während der Parade ungestört bleibt. Er betonte, dass die Ukraine im Gegensatz zu Russland bereits Anfang März dem Vorschlag von US-Präsident Donald Trump zu einer bedingungslosen 30-tägigen Waffenruhe zugestimmt habe. Russland hingegen lehne alle Vorschläge ab, die auf ein langfristiges Schweigen der Waffen im Ukraine-Krieg abzielen. In diesem Zusammenhang warf Selenskyj dem Kreml vor, „die Welt zu manipulieren und zu versuchen, die USA zu betrügen.“
Ende vom Ukraine-Krieg: Trump-Vize sieht Fortschritte bei Gesprächen
Auch US-Präsident Donald Trump hatte nach einem Treffen mit Selenskyj am Rande des Papst-Begräbnisses Zweifel an Moskaus Friedenswillen geäußert. In einem Interview mit The Atlantic wiederholte Trump zuletzt seine Drohung, die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs aufzugeben, falls die Gespräche nicht bald ein von ihm gewünschtes Ergebnis liefern: „Wir müssen abwarten, was im Laufe der nächsten Woche passiert.“
Trumps Stellvertreter JD Vance erklärte in einem Podcast der Charlie Kirk Show, dass das US-Team Fortschritte bei den Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges mache. Dennoch räumte Vance ein: „Ich kann nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen, dass wir es schaffen werden.“ Trumps Vize fügte hinzu: „Manchmal ist man unglaublich wütend auf die Ukrainer, manchmal ist man unglaublich frustriert auf die Russen.“
Für ein Ende vom Ukraine-Krieg: Macron kündigt erhöhten Druck auf Russland an
Weiter erklärte Vance, er glaube nicht, dass die Ukraine Russland militärisch besiegen und die russisch besetzten Gebiete mit Gewalt zurückerobern kann. Moskau bleibt bislang jedoch bei seinen Maximalforderungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte in einem Interview mit Paris Match, dass der internationale Druck auf Russland in den nächsten acht bis zehn Tagen erhöht werden solle, um einen Waffenstillstand zu erreichen.
Russische Angriffe im Ukraine-Krieg: Drohnen fliegen auf Charkiw und Kiew
Trotz der Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs und Putins Ankündigung einer dreitägigen Waffenruhe dauern die Angriffe in der Ukraine an. In der Nacht auf Dienstag feuerten russische Streitkräfte laut der ukrainischen Luftwaffe 100 Drohnen auf die Ukraine ab. Die Luftwaffe habe 37 Drohnen abgeschossen, während 47 Drohnen vom Radar verschwanden. Die russischen Drohnenangriffe verursachten nach ukrainischen Angaben Schäden in den Regionen Charkiw, Donezk, Dnipropetrowsk und Kiew. (Red. mit Agenturen)