Jetzt auch offiziell eröffnet: Bürgerfest am Deisenrieder Schaustollen trifft Geschmack

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Jetzt auch offiziell eröffnet: (v.r.) Bad Feilnbachs Bürgermeister Max Singer, Barbaravereins-Vorsitzender Martin Schmid und Fischbachaus Bürgermeister Stefan Deingruber bei ihrer Ansprache auf dem Schaustollen. © Thomas Plettenberg

Zur Besichtigung geöffnet hatte er schon ein paar Wochen, jetzt wurde der Schaustollen Deisenried aber auch offiziell eingeweiht. Thema beim Bürgerfest war auch die Kooperation mit Bad Feilnbach.

Deisenried – Ob der Stollen den Geschmack der Besucher trifft, entschied sich beim Bürgerfest in Deisenried nicht nur im Berg, sondern auch im Mund. Passend zum Festakt zur offiziellen Einweihung des früheren Wetterstollens als Museum hatte die Bäckerei Heger in Hundham zwei große Stollen gebacken. Die Idee dazu stammte von Fischbachaus Bauamtsleiter Joseph Soyer, der mit Geschäftsleiter Felix Stahl die Halsgratscheiben auf den Grill legte. Dass der Nachtisch in doppelter Ausführung zur Verkostung bereitstand, hatte ebenfalls noch eine symbolische Bedeutung, wie Stahl auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt: „Das steht für die beiden am Schaustollen beteiligten Gemeinden Fischbachau und Bad Feilnbach.“

Da sich die beiden nur durch die Landkreisgrenze und ein paar Höhenmeter getrennten Nachbarn bekanntlich auch den Kuchen der Projektkosten teilen, kamen sie dank der Kooperation auch in den Genuss einer höheren Leader-Förderung (wir berichteten). Folglich stiegen auch beide Bürgermeister aufs in diesem Fall ungewohnt hohe Rednerpodest: auf den betonierten Eingang des Stollens. In ihre Mitte nahmen Stefan Deingruber (Fischbachau) und Max Singer (Bad Feilnbach) bei ihren ausführlichen und mit vielen Dankesworten gespickten Ansprachen den Vorsitzenden des Barbaravereins Leitzachtal, Martin Schmid. Der ließ – wie seine vielen in Bergmannsmontur erschienenen Kameraden auch – seinen weißen Schutzhelm gleich auf, schließlich führte er beim Bürgerfest fast am laufenden Band Besuchergruppen durch den Schaustollen. Bei zwischen 150 und 200 Gästen dürfte Schmid so mehr unter als über Tage gewesen sein.

Pfarrer und Ministranten gehen für Segnung durch Stollen

Auch Pfarrer Josef Spitzhirn und seine drei Ministranten ließen es sich nicht nehmen, einen Rundgang durch die beiden musealen Stollen zu unternehmen. Immer wieder blieben sie stehen – allerdings nicht, um die Infotafeln und Ausstellungsobjekte im Detail zu studieren, sondern um allem den kirchlichen Segen zu spenden. Gefühlt jeden Felsen habe Spitzhirn mit Weihwasser besprengt, erzählt Stahl augenzwinkernd. Ganz besonders aber natürlich die Figur der Heiligen Barbara im hintersten Teil des Schaustollens.

Anders als im Hochsommer fiel der Temperaturunterschied zwischen innen und außen beim sonnigen, aber windig-kühlen Herbstwetter beim Bürgerfest kaum ins Gewicht, berichtet Stahl. Dass es einige Gäste dennoch bis um 21.30 Uhr aushielten, sei aber nicht zuletzt dem in weiser Voraussicht beheizten Zelt zu verdanken gewesen. So blieb an den Biertischen auch genug Zeit, über die weitere Zusammenarbeit der Gemeinden Fischbachau und Bad Feilnbach zu sprechen. Wie Stahl verrät, soll diese auf Basis einer zu schließenden Zweckvereinbarung für beide Seiten gewinnbringend intensiviert werden. Die erforderlichen Gemeinderatsbeschlüsse sollen noch im Oktober fallen.

Weitere Kooperation zwischen Fischbachau und Bad Feilnbach geplant

Was dabei herauskommen könnte, zeigt ein bereits entwickelter gemeinsamer Flyer mit dem Titel „Hitzefrei am Wendelstein“, der drei „coole, schattige Ausflugsziele“ am Wendelstein vereint: die Wendelsteinhöhle, das Grafenloch Oberaudorf und natürlich den Deisenrieder Wetterstollen. Letzterer erfreut sich laut Stahl übrigens bereits jetzt großer Beliebtheit. So würden sich – wohl auch wegen des mit sechs Euro für Erwachsene und 4,50 Euro für Kinder ab sieben Jahren moderaten Eintrittspreises – viele Wanderer nach ihrem Abstieg von der Tregleralm für einen (dank Kameraüberwachung auch ohne Führung möglichen) Besuch entscheiden.

Ob als Vorspeise, Hauptgang oder Dessert: Der Deisenrieder Stollen scheint das Ausflugsmenü in der Region schon jetzt zu bereichern.