Zu einer großen, bunten Party wurde am Dienstag der Faschingsumzug in Habach. Nur alle fünf Jahre findet er statt. Umso phantasievoller war er. 25 Wagen und Fußgruppen aus Habach und Umgebung zogen an den tausenden Schaulustigen vorbei. Beliebtes Thema auf den Wagen: Landratsamt und Panzerknacker.
„Schwoamas no!“ So lautet der Faschingsruf in Habach. Und er war am Dienstag beim großen Faschingsumzug durchs Dorf häufig zu hören. 16 Wagen und neun Fußgruppen aus Habach und den umliegenden Dörfern zogen bei frühlingshaften Temperaturen durch die Hauptstraße, flankiert von tausenden, feiernden Zuschauern, von denen sich viele ebenfalls phantasievoll verkleidet hatten, sei es als Dixie-Klo auf zwei Beinen, als Cocktails oder Dressurreiterinnen auf Steckenpferden.
Ein Thema waren natürlich die Aufbrüche der Geldautomaten im Dezember in Antdorf und im Februar in Habach. Panzerknacker zogen durch die Straße, während auf einem Wagen eine ganze Bankfiliale aufgebaut war, vergittert und mit jeder Menge schwarz gekleideter Polizisten, sowie dem Spruch „Hawa ramma‘s aus, gestan mia, heid ihr“. Gegenstand des Spotts war auch das Landratsamt, das auf einem Wagen kurz „Narratsamt“ hieß. „Faschingswagen leider leer, das Amt macht es den Maschkera schwer“, dichteten die „Burschenverein-Veteranen“ der Habacher „Korea Bar“. Gemeint waren die strengen Auflagen. Entsprechend war der Wagen ein Käfig mit Warnschildern.
Von einem Wagen grüßte das Habacher Prinzenpaar Franzi I. vom Pausenhof und Simon I. vom Antenschwoag. Voran schritt die Habacher Musikkapelle mit dessen Eltern, dem „Königspaar“. Dazu versorgten Kinder- und Teeniegarden aus Habach und Sindelsdorf die Zuschauer mit Bonbons.
Sogar die Bichler Prinzengarde war dabei, obwohl sie es zum Benediktbeurer Faschingszug – er fand auch am Dienstag statt – kürzer gehabt hätte. Die Aidlinger waren als Gallier unterwegs. Die Sindelsdorfer Garde zog ein Fußballfeld hinter sich her. Dazwischen gab es Dubai-Schokolade, garniert mit orientalischem Tanz.
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Eine bunte Augenweide waren die „Habavenezia“-Frauen. Die Musikkapelle Iffeldorf-Antdorf ließ sich auf einem Floß durch Habach ziehen. Mit dem Satz „s‘Wasser steigt, d‘Kass is leer, drum muss für‘n Hochwasserschutz a Floßfahrt her“ boten sie Hochwasserfloßfahrten an – für 1000 Euro die Habach-Panoramatour und für 5000 Euro die VIP-Rettungsfahrt nach München.