Schlager-Star als Edelfan des TSV 1860: Gehören „mindestens in die 2. Bundesliga“

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„Die Abbrunzati Boys“ durfte das neue Heimtrikot des TSV 1860 präsentieren. © Michael Boegl

Über das neue Heimtrikot des TSV 1860, die Erwartungen der neuen Saison und sein Highlight-Moment als Löwen-Fan spricht „Die Abbrunzati Boys“ im Interview.

München – Weißes Hemd, weißer Anzug, Sonnenbrille, dazu Espresso und ein Glas Wasser – ganz entspannt sitzt er da. Man könnte meinen, der Schlager-Star befände sich mitten in Italien. Doch ein Anruf verrät: Statt in Napoli genießt er sein italienisches Heißgetränk in Monaco. „Nein, nein, nicht das Monaco“, klärt er lachend auf. „In Giesing natürlich, bei meinen Löwen am Trainingsgelände.“ Doch was macht der Schlagersänger beim TSV 1860?

Schlager-Star „Die Abbrunzati Boys“ präsentiert das neue Heimtrikot des TSV 1860

„Die Abbrunzati Boys“, kurz Zanti, Mitglied der Italo-Schlagerband „Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys“, tauchte plötzlich in einem Ankündigungs-Video auf den Social-Media-Kanälen der Löwen auf. Zanti bei der offiziellen Trikot-Vorstellung der Löwen? „Eine Kollaboration, von der wir nicht wussten, dass wir sie brauchen“, wurde unter dem Video kommentiert.

Im Interview mit Fussball Vorrt/FuPa Oberbayern spricht der bekennende Löwen-Fan Zanti über die Entstehung der Zusammenarbeit, seine Verbindung zum Verein und seine Erwartungen für die kommende Saison.

Servus Zanti, die wichtigste Frage zuerst. Wie gefällt dir das neue 1860-Heimtrikot?

Zanti: Fantastisch. Es hätte wirklich kaum besser werden können. Mit dem Retro-Vibe knüpft es an die 90er-Jahre-Trikots an – da haben sie sich wirklich was Gutes einfallen lassen.

Du warst in die Trikot-Vorstellung des TSV 1860 involviert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Zanti: Wir wurden offiziell vom TSV 1860 angefragt. Wir haben uns in den letzten Jahren im Stadion öfter blicken lassen. Und es ist ja bekannt, dass ich schon immer mit den Löwen sympathisiere. Außerdem gab es ein paar lustige Aktionen in den letzten Jahren. Die Ultras von 1860 haben mal eine Choreo mit einer Songzeile gemacht (Anm. d. Red. Ponte di Rialto). So kam dann die Marketing-Abteilung auf uns. Ich habe das federführend übernommen, weil ich der größte Löwen-Fan in der Band bin. Natürlich habe ich das als große Ehre empfunden.

„Als echter Arbeiter aus einer Arbeiterband kann ich nur ein Blauer sein.“

Ich nehme an, du hast auch ein Trikot bekommen.

Zanti: Ich habe eines mit meinem Namen bekommen und eines mit Kevin Volland hinten drauf – das musste natürlich sein.

Wie sah der Tag des Fotoshootings und des Drehs aus?

Zanti: Wir waren zuerst am Trainingsgelände. Das Ganze wurde ja so aufgezogen: Joma, der neue Ausrüster von 1860, hat das Trikot aus Spanien nach München verschickt. Am Trainingsgelände habe ich dann dieses Päckchen in Empfang nehmen dürfen. Danach ging es ins Grünwalder Stadion zum großen Fotoshooting, mit Löwenlegende Thomas Miller und der Mannschaft. Geshootet wurde dann in den Katakomben, auf den Rängen und so halb auf dem Platz. Den heiligen Rasen durften wir natürlich nicht betreten.

Wann warst du denn zuletzt im Grünwalder Stadion?

Zanti: Wir haben als komplette Band im März schön das S-Bahn-Derby gegen Haching geschaut. Für die neue Saison habe ich eine Dauerkarte. Ich werde es natürlich nicht immer schaffen, weil wir mit unseren Konzerten vor allem am Wochenende verplant sind. Aber wenn es geht, gehe ich immer gern!

Wie bist du denn Löwen-Fan geworden?

Zanti: Ich habe ja als „Die Abbrunzati Boys“ nicht nur in Italien meine Wurzeln, sondern auch in München. Deshalb war klar: Als echter Arbeiter aus einer Arbeiterband kann ich nur ein Blauer sein. Ein großer Traditionsverein und wir „Roy Bianco und Die Abbrunzati Boys“ als Traditionsband – das passt einfach zusammen.

„Die Derbys gegen die Roten im Olympiastadion – das waren absolute Highlights.“

Gibt es einen Moment, der dir noch besonders in Erinnerung ist?

Zanti: Ich bin natürlich sozialisiert worden in den großen 90-er Jahren unter einem Werner Lorant. Die glorreichen Zeiten in der Bundesliga, ja fast bis hin zur Champions League – das war meine Zeit. Die Derbys gegen die Roten im Olympiastadion waren meine absoluten Highlights.

Ihr seid als Band viel unterwegs, spielt Konzerte. Wie verfolgst du die Löwen-Spiele?

Zanti: Wenn es zeitlich passt, schaue ich jedes Spiel. Wir haben auf der Tour immer einen Laptop dabei, sodass ich mir die Spiele live anschauen kann. Ich informiere mich ständig über den Verein. Und das auch nicht erst seit heute.

Was traust du den Löwen in der kommenden Saison zu?

Zanti: Die Erwartungen bei Sechzig sind immer hoch, da möchte ich nicht noch mehr Druck aufbauen. Die Euphorie ist riesig, gerade durch die Transfers der beiden Rückkehrern Volland und Niederlechner. Die Mannschaft macht einen guten Eindruck, die Vorbereitung lief super. Löwen-Fans dürfen sich auf das Allerbeste freuen. Aber natürlich muss man darauf hoffen, dass alle gesund bleiben. Dann kann das eine richtig gute Saison werden.

„Das wird ein richtiger Kampf, aber ich glaube, die holen die drei Punkte nach Hause.“

Das heißt, du nimmst das Wort Aufstieg, wie Geschäftsführer Christian Werner, auch nicht in den Mund.

Zanti: Man träumt natürlich immer davon und wir sind uns alle einig, dass Sechzig auf jeden Fall höher als in die 3. Liga gehört – mindestens in die 2. Bundesliga. Deswegen sollte der Anspruch für so einen Verein auch der Aufstieg in die zweite Liga sein.

Am Freitag geht es los, Auswärtsspiel in Essen. Was ist dein Tipp?

Zanti: Das ist auf jeden Fall ein schwerer Start. Aber: Weil sich das Team in Regensburg so gut präsentiert hat, bin ich sehr zuversichtlich. Das wird ein richtiger Kampf, aber ich glaube, die holen die drei Punkte nach Hause. Deswegen tippe ich auf ein knappes 2:1.

„Die Abbrunzati Boys“ schauen die erste Hälfte gegen RW Essen und müssen dann auf die Bühne

Schaust du das Spiel?

Zanti: Wir können die erste Halbzeit noch gucken. Um 20 Uhr müssen wir in Linz auf die Bühne (lacht).

„Die Abbrunzati Boys“, hier bei einem Auftritt auf dem Hurricane-Festival 2024.
„Die Abbrunzati Boys“, hier bei einem Live-Auftritt auf dem Hurricane-Festival 2024. © Rudi Keuntje/Imago

In den letzten Wochen gab es viele Diskussionen rund um Hasan Ismaik und den geplatzten Investoren-Deal. Wie hast du das Ganze verfolgt?

Zanti: Ich stecke da, wie die Meisten, nicht tief genug drin, um das ordentlich bewerten zu können. Und ich weiß nicht, was hinter den Kulissen abgelaufen ist. Aber jetzt ist es so und damit muss man als Fan umgehen. Ich hoffe, dass in Zukunft wieder Ruhe einkehrt und sich alle auf das Sportliche konzentrieren. Das ist am Ende das Wichtigste.

„Es spricht ja nichts dagegen, den ein oder anderen Song ein bisschen umzudichten.“

Wann kommt die neue 1860-Vereinshymne? „Bella Giesing“ würde sich ja anbieten.

Zanti: (lacht). Wir sind ja eine Band. Da gibt es einige, die mit Fußball nichts am Hut haben. Aber wir freuen uns natürlich, wenn unsere Musik im Stadion gespielt wird. Und die Fans sind ja sehr kreativ. Es spricht ja nichts dagegen, den ein oder anderen Song umzudichten.

Zum Abschluss des Interviews habe ich noch eine kleine Challenge für dich. Bitte vervollständige folgende Sätze: Wenn ich an TSV 1860 denke, denke ich an …

Zanti. … Leidensfähigkeit, Tradition und Euphorie.

Mein schönster Moment mit den Löwen war …

Zanti: … das 1:0 von Thomas Riedl 1999 gegen die Bayern. Der erste Derby-Sieg nach über 20 Jahren.

„Mein Herz schlägt Azzurro.“

Ein Leben ohne den TSV 1860 wäre …

Zanti: … langweilig.

Wahre Liebe zum TSV 1860 bedeutet …

Zanti: … einmal Löwe, immer Löwe.

Wenn der TSV 1860 aufsteigt, dann …

Zanti: … findet ihr mich auf dem Platz des Grünwalder Stadions.

Wenn ich den Löwenfans eines mitgeben könnte, dann wäre das …

Zanti: … mein Herz schlägt Azzurro.

Interview: Michel Guddat

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