Was in Jugendherbergen in anderen Bundesländern schon üblich war, ist seit einigen Tagen auch in Bayern möglich: Viele Häuser heißen nun Gäste mit Hunden willkommen.
Bayrischzell – In anderen Landesverbänden waren Hunde schon länger gestattet, nun zieht auch der bayerische Verband der Jugendherbergen nach: In vielen Einrichtungen, darunter Kreuth und Sudelfeld, sind nun auch Gäste mit Hunden willkommen. Warum die Vierbeiner gut zum Konzept der Herbergen passen und was ihre Besitzer beachten müssen, erklärt Marko Junghänel (57), Sprecher des Landesverbands Bayern, am Beispiel von Bayrischzell im Interview.
Von 47 Jugendherbergen haben 16 jetzt auch für Hunde geöffnet. Warum
ist Bayrischzell darunter?
Die meisten der 16 Häuser sind eher kleinere Jugendherbergen mit weniger Trubel. Bayrischzell ist quasi prädestiniert, weil es dort ein großes Außengelände gibt. Viele Gäste hatten schon früher angefragt, ob sie mit Hunden anreisen dürfen. Und die Leiter Angie und Mike Sebrich haben selbst einen Hund. Sie kennen die Bedürfnisse der Besitzer sehr gut.
Was spricht in anderen Häusern dagegen?
Beispielsweise in München oder Nürnberg gibt es einen viel größeren Durchlauf. Hunde könnten dort schneller nervös werden. Wenn es erste Erfahrungswerte gibt, könnte ich mir aber auch vorstellen, dass aus 16 schnell 20 oder 25 Jugendherbergen werden, in denen Hunde erlaubt sind.
Bis zu drei Zimmer für Hundebesitzer
Wie haben sich die Herbergen vorbereitet?
Das war kein großer Aufwand. Wir haben ein bis drei Zimmer, die fest an Hundebesitzer vermietet werden. Das hat hygienische Gründe, genauso wie die Regel, dass Hunde im Speisesaal und in der Küche nicht erlaubt sind und im Haus angeleint werden müssen. Allergien fragen wir bei allen Gästen standardmäßig ab. Ganz ausschließen kann man eine Reaktion nicht, aber eine Wechselnutzung der Zimmer wird es nicht geben. Weitere Vorbereitungen waren nicht nötig. Spielzeug oder Futter müssen die Gäste selbst mitbringen.
Haben Sie schon erste Erfahrungen gesammelt?
Ja, das hat sich sehr schnell herumgesprochen (lacht). In Bayreuth hatten wir einen Tag nach der Öffnung die erste Familie mit Hund zu Gast. Auch in Pottenstein und Burghausen wurde das Angebot schon angenommen. Die Erfahrungen waren sehr positiv. Hunde führen zu schnellerem Kontakt, beispielsweise mit Familien, deren Kinder die Tiere streicheln wollen. Hunde sind Kommunikationsstifter und bringen damit das nach vorne, wofür Jugendherbergen stehen. Wer bei uns übernachtet, will nicht nur allein sein.
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Haben die Jugendherbergen spezielle Tipps für Reisende mit Hund parat?
Da macht es sich bezahlt, dass viele Leiter der Herbergen, die dabei sind, selbst einen Hund haben. Sie kennen die Umgebung und wissen, wo es mit Hunden besonders schön ist und wo man vielleicht aufpassen muss. Auch unser zentrales Servicecenter hat sich vorbereitet und kann Wanderwege oder Ausflugsziele für Hundebesitzer empfehlen. Das funktioniert wirklich sehr gut.
Zahlen die Gäste für ihre Begleiter einen Aufpreis?
Wir haben uns auf eine zusätzliche Reinigungspauschale von sieben Euro pro Hund und Nacht geeinigt. Das ist deutlich unter dem Schnitt, andernorts sind oft 30 Euro oder mehr fällig. Ansonsten wird nur eine Haftpflichtversicherung und ein rücksichtsvolles Verhalten vorausgesetzt. nap