News zum Ukraine-Krieg im Ticker: Die Verhandlungen in Genf blieben am ersten Tag ohne Durchbruch. Russlands Verluste steigen weiter.
Das Wichtigste in
diesem News-Ticker
- Ukraine-News: Verhandlungen in Genf – Beobachter sieht Gespräche in „Sackgasse“.
- Selenskyj äußert sich zu Verhandlungen über Ende des Ukraine-Kriegs – Ukraine erwägt direkten Austausch mit Wladimir Putin.
- Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen – Putins Armee verliert 740 Soldaten an einem Tag.
Kiew/Moskau – Die Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland in Genf über eine Beendigung des Ukraine-Konflikts wurden am ersten Tag unterschiedlich bewertet. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff sprach von „bedeutenden Fortschritten“ und betonte, er sei „stolz“, unter der Leitung von US-Präsident Donald Trump „daran zu arbeiten, das Töten in diesem schrecklichen Konflikt zu beenden“. Im Gegensatz dazu beschrieben russische Staatsmedien die Atmosphäre als „sehr angespannt“, basierend auf Informationen aus Verhandlungskreisen.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Nach den etwa sechsstündigen Gesprächen bestätigte der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow separate Treffen mit Vertretern der USA, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und der Schweiz. Er schrieb auf Telegram: „Wir haben die Bilanz der heutigen Gesprächsrunde besprochen und die weiteren Schritte abgestimmt. Es ist wichtig, eine gemeinsame Sicht und eine Koordination des Vorgehens zwischen der Ukraine, den USA und Europa zu wahren.“
Ukraine-News: Verhandlungen in Genf
Ohne vorherige Ankündigung nahmen auch Vertreter der europäischen Verbündeten der Ukraine an den Verhandlungen teil. Anwesend waren die nationalen Sicherheitsberater aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien. Diese europäischen Partner hatten zuvor kritisiert, dass sie als direkte Nachbarn des Konflikts oft übergangen wurden.
Trotz der Gespräche bleiben die inhaltlichen Differenzen bestehen. Der Journalist Barak Ravid vom US-Nachrichtenportal Axios berichtete unter Berufung auf eigene Quellen, dass die Verhandlungen zum politischen Teil der Friedensgespräche in einer „Sackgasse“ stecken. Die Positionen des russischen Verhandlungsführers Wladimir Medinski seien der Grund dafür.
In seiner abendlichen Videobotschaft warf der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland weiterhin mangelnde Verhandlungsbereitschaft vor. Über Medinski sagte er: „Fantasieplaudereien zu historischen Themen haben für sie (die Russen) größere Bedeutung.“ Medinski, der aus der Zentralukraine stammende ehemalige russische Kulturminister, soll in früheren Verhandlungsrunden lange Vorträge zur Geschichte der Ukraine aus russischer Perspektive gehalten haben.
Selenskyj äußert sich zu Verhandlungen über Ende des Ukraine-Kriegs
Selenskyj lehnt den von Russland geforderten Abzug der ukrainischen Truppen aus den östlichen Gebieten Luhansk und Donezk ab. Er erklärte gegenüber Axios: „Emotional werden die Menschen das niemals verzeihen. Niemals.“ Die Ukrainer würden nicht verstehen, warum sie weitere Gebiete aufgeben sollten.
Laut Selenskyj haben seine Regierung und Washington vereinbart, dass jedes Abkommen die Zustimmung der ukrainischen Bevölkerung in einem Referendum erfordert. Er sagte: „Ich denke, dass die Menschen das in einem Referendum akzeptieren würden. Das ist meine Opinion.“ Ein Einfrieren des Konflikts entlang der aktuellen Frontlinie könnte möglicherweise die Zustimmung der Ukrainer finden.
Der ukrainische Präsident strebt an, die umstrittenen Gebietsfragen bei einem direkten Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu klären. Der Kreml lehnt ein solches Treffen nicht grundsätzlich ab, betont jedoch, dass es sorgfältig vorbereitet werden müsse. Selenskyj äußerte gegenüber „Axios“, es sei „nicht fair“, dass US-Präsident Donald Trump weiterhin öffentlich die Ukraine und nicht Russland zu Zugeständnissen im Interesse des Friedens auffordere.
Ukraine-News: Kiew attackiert Russlands Wirtschaft
Vor den nächsten Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs einigten sich beide Seiten, laut Witkoff, darauf, ihre jeweiligen Staatschefs zu informieren und weiter auf eine Einigung hinzuarbeiten. Die Gespräche sollen heute fortgesetzt werden. In zentralen Fragen bestehen weiterhin große Differenzen, da Moskau einen vollständigen Rückzug Kiews aus der Donbass-Region als Bedingung für ein Ende der Kämpfe fordert.
Abseits der Verhandlungen in Genf gehen die Kämpfe im Ukraine-Krieg unvermindert weiter. Am 17. Februar nahm Kiew erneut die russische Wirtschaft ins Visier. In der Nähe einer Öl-Raffinerie wurden mehrere Explosionen gemeldet. Die ukrainische Luftwaffe berichtete, dass russische Streitkräfte in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar mit einer Iskander-M-Rakete und 126 Drohnen der Typen Shahed, Gerbera und Italmas angegriffen haben.
Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen
Die Verluste Russlands im Ukraine-Krieg steigen weiter an. Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte teilte auf Facebook mit, dass Putins Armee am vergangenen Tag 740 Soldaten verloren hat, die entweder getötet oder verwundet wurden. Die gesamten Kampfverluste der russischen Streitkräfte zwischen dem 24. Februar 2022 und dem 18. Februar 2026 belaufen sich auf 1.256.080 Soldaten. Zudem hat Russland 11.681 Panzer, 24.051 gepanzerte Kampffahrzeuge und 37.363 Artilleriesysteme verloren. (fbu mit Agenturen)