„Zeitgemäßer Unterricht nicht möglich“: Grundschul-Anbau soll gleich zwei Probleme lösen

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Der geplante Lückenschluss ist zwischen der Grundschule (re.) und der Mittelschule (li.) vorgesehen. Eine Zufahrt zum Pausenhof wird für Rettungsfahrzeuge möglich sein. © Arndt Pröhl

Bislang war für die bald gesetzlich vorgeschriebene Ganztagsbetreuung der Grundschüler ein Neubau auf der grünen Wiese geplant. Jetzt hat die Gemeinde Lenggries eine bessere Idee.

Lenggries – Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt die Gemeinde Lenggries durch ihren neuen Plan, wie die Ganztagsbetreuung an der Grundschule umgesetzt werden soll. Eigentlich war angedacht, auf dem Grundstück, auf dem vormals die Asyl-Container standen, einen Neubau zu errichten, um dort die erweiterte Mittagsbetreuung mit 150 Plätzen unterzubringen. 4,27 Millionen Euro hätte man dafür grob investieren müssen, wie Karl Ertl, Leiter des Technischen Bauamts, am Montag in der Gemeinderatssitzung erläuterte.

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So könnte der Zwischenbau aussehen. Im Erdgeschoss und ersten Stock wäre die Mittagsbetreuung untergebracht. Im zweiten Stock könnten vier weitere Klassenzimmer entstehen.
So könnte der Zwischenbau aussehen. Im Parterre und ersten Stock wäre die Mittagsbetreuung untergebracht. Im zweiten Stock könnten vier Klassenzimmer entstehen. © IsarBauArt GmbH

Platzprobleme an Grundschule – Gruppenarbeit auf dem Gang

Allerdings habe man sich die Sache „nochmal überlegt“, sagte Ertl – auch, weil die Grundschule mit eklatanten Platzproblemen kämpft. Mittlerweile seien zwei Jahrgangsstufen fünfzügig, erläuterte Heidi Kuchler vom Hauptamt. Insgesamt gebe es 18 Klassen, 14 davon am Standort Lenggries. Zwei Fachräume mussten bereits aufgelöst werden, um ausreichend Klassenzimmer zu haben. „Gruppenarbeit findet zum Teil auf dem Gang statt, und das Lehrerzimmer bietet nicht genügend Platz“, sagte Kuchler. „Zeitgemäßer Unterricht kann nicht stattfinden. Sollte eine weitere Jahrgangsstufe fünfzügig werden, ist kein Klassenzimmer mehr da.“

Lückenschluss zwischen Grund- und Mittelschule

Um alle Probleme zu lösen, ist nun eine Erweiterung des Bestandsgebäudes geplant. Letztlich erfolgt zur Geiersteinstraße hin ein Lückenschluss zwischen der Grund- und der Mittelschule. Im Neubau lasse sich dann alles sinnvoll unterbringen, sagte Ertl. Im Erdgeschoss entstehen ein Speisebereich beziehungsweise Mehrzweckraum für 200 Kinder, eine Küche und ein überdachter Pausenhofbereich. Über einen Durchgang wird zudem die Zufahrt zum Pausenhof weiterhin möglich sein. „Das ist für Rettungsfahrzeuge wichtig“, sagte Ertl. Im ersten Stock sind Gruppenräume für die Mittagsbetreuung geplant. Im zweiten Stock ist Platz für weitere Gruppenräume und für vier Klassenzimmer. Erschlossen wird alles über ein separates Treppenhaus und einen Aufzug, der Barrierefreiheit schafft.

Gemeinde rechnet mit Zuschüssen

7,8 Millionen Euro dürfte das kosten. „Natürlich ist das eine andere Hausnummer, aber es ist sinnvoll“, sagte Ertl. Zumal die Gemeinde einiges an Zuschüssen erwarten kann, wie Kämmerer Michael Wenig erläuterte. Genaues lasse sich aber erst sagen, wenn das Raumprogramm steht. Zusätzlich gibt es außerdem ein Sonderprogramm, das mit 7500 Euro jeden zusätzlich geschaffenen Betreuungsplatz fördert. Hier ist noch die Frage, ob es das Geld auch für die 75 bestehenden Plätze gibt. In die Karten spielen könnte der Gemeinde, dass die Plätze nur provisorisch in einem Container untergebracht sind. Auch für die Umwandlung eines Provisoriums gebe es die Förderung, sagte Wenig. „Wir müssen schauen, ob das anerkannt wird.“ Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG) war zuversichtlich. „Die Container haben eine begrenzte Lebensdauer. Wenn das kein Provisorium ist, weiß ich auch nicht.“

Gemeinderäte finden die neue Planung gut

Generell kam der Erweiterungsplan gut an. „Der Riesenvorteil ist, dass wir die Grundschule so erweitern können“, sagte Zweiter Bürgermeister Franz Schöttl (CSU). „Ich bin sehr zufrieden mit der Lösung.“ Auch Roman Haehl (Unabhängige Fraktion) begrüßt den neuen Plan. „Für die Schule ist das insgesamt sehr gut. Eine Aula oder Pausenhalle fehlt beiden.“ Zudem sei es ein klares Bekenntnis zum Schulstandort. Thomas Murböck (CSU) konnte sich dem nur anschließen, sorgte sich aber ein wenig, um den verbleibenden Pausenhof. „Vielleicht könnte man auf der Nordseite ein paar zusätzliche Flächen schaffen“, regte er an. Oder vielleicht dafür sorgen, dass die Flächen auf der Südseite nach Regen schneller wieder nutzbar sind, merkte Andreas Wohlmuth (FWG) an.

Situation an der Grundschule „ist kein Zustand“

Tobias Raphelt (SPD) gefiel auch, dass man so Flächen spare und das ehemalige Brauerei-Grundstück so erst einmal freibleibe und anderweitig genutzt werden kann. Für Hans Besch (FWG) sind die Gegebenheiten „optimal ausgenutzt“. Die Planung sei gut. Wichtig ist ihm, „dass wir das schnell umsetzen“, denn die Situation in der Grundschule „ist kein Zustand“. Das sieht Rathauschef Klaffenbacher ähnlich. „Das ist nicht der Standard, den wir bieten wollen.“

Das Gremium beschloss einstimmig, die Variante weiterzuverfolgen.

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