Unglaublicher Weltrekord in Australien: Das ist das Geheimnis der ältesten Spinne der Welt

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Manch einem großer Künstler waren weniger Jahre auf Erden vergönnt als dieser besonderen Spinne. Was konnten Forschende von ihrem Rekordalter lernen?

Im trockenen Herzen Westaustraliens wurde einst ein Rekord gebrochen, den kaum jemand erwartet hätte. Nicht ein Mensch, sondern eine Spinne schrieb Naturgeschichte: „Number 16“, eine unscheinbare Falltürspinne der Art Gaius villosus, lebte ganze 43 Jahre – länger als so manche Musiklegende. Ihre außergewöhnliche Lebensspanne beschäftigte Generationen von Forschenden und veränderte den Blick auf das Altern in der Tierwelt.

Eine Falltürspinne
So sehen Falltürspinnen normalerweise aus – Bilder von Number 16 finden sich online. © IMAGO / Zoonar

Seit Mitte der 1970er Jahre beobachtete die australische Arachnologin Barbara York Main eine kleine Kolonie dieser bodenbewohnenden Spinnen. Eine davon, später „Number 16“ genannt, überlebte alle anderen. Sie verbrachte ihr Leben in derselben Wohnröhre im North Bungulla Reserve in Western Australia. Als sie 2016 starb, galt sie offiziell als die älteste bekannte Spinne der Welt – und das Ergebnis einer der längsten Tierstudien überhaupt. Europa ist eigentlich kein Kontinent – Welchen sollte es stattdessen geben?

Älteste Spinne der Welt: Rekord aus Australien

Die Forschung rund um Number 16 begann 1974, als ihre Wohnröhre erstmals markiert wurde. Jahrzehntelang kehrte Main an denselben Ort zurück, um das Überleben ihrer „Teilnehmerinnen“ zu dokumentieren. Die Forscherin arbeitete dabei mit höchster Disziplin – sogar Geburtstagsleckerlis waren tabu, um die Studie nicht zu beeinflussen. So entstand eines der seltenen Beispiele echter Lebenszeitforschung in einem natürlichen Spinnenhabitat.

Number 16 starb vermutlich an einem Stich einer Wegwespe, deren Larve sich – typisch für diese Art – vom Körper des Wirts ernährt. Der Fund ihrer beschädigten Wohnröhre im Oktober 2016 bestätigte den Tod. 2018 veröffentlichten Leanda Mason und Barbara York Main die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Pacific Conservation Biology. Die Spinne erreichte ein Alter von 43 Jahren und übertraf damit den früheren Rekordhalter, eine 28-jährige Vogelspinne, deutlich.

Während die meisten Spinnen nur wenige Jahre leben, erreichen einige australische Arten durch ihre sesshafte Lebensweise bemerkenswerte Alter. Weibchen der Falltürspinnen verlassen ihre Röhre nie, verschwenden kaum Energie und entkommen so vielen Fressfeinden. Fachleute vermuten, dass genau diese Strategie – Ruhe statt Risiko – entscheidend für Number 16s biblisches Alter war. Ähnliche Anpassungen kennt man auch von Höhlenspinnen Tasmaniens.

Die Geschichte von Number 16 zeigt, wie viel selbst kleine Tiere über Lebensdauer, Anpassung und Standorttreue lehren können. Langzeitprojekte wie diese geben seltene Einblicke in natürliche Alterungsprozesse – ein Thema, das in Zeiten raschen Artensterbens neue Bedeutung gewinnt. Forschende hoffen, aus solchen Studien Erkenntnisse für Artenschutz und Ökosystem-Resilienz zu ziehen – und das Geheimnis der Spinnenlanglebigkeit weiter zu entschlüsseln. Wie schön wird der Frühling 2026? Alte Bauernregel entscheidet diese Woche.

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