Neue Zahlen zum Führerschein: „Mehrfaches Nichtbestehen ist die Regel“

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In den vergangenen zehn Jahren sind immer mehr Menschen durch den Führerschein gefallen. Nun legt der TÜV-Verband neue Zahlen vor – und lobt die Jugend.

Der Führerschein kostet immer mehr, es werden mehrere tausend Euro pro Lappen fällig. Und dennoch „boomt der Führerschein wie eh und je“, wie es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz des TÜV-Verbands hieß. Über alle Klassen hinweg wurden im vergangenen Jahr 2,04 Millionen Theorie- und rund 1,89 Millionen Praxisprüfungen abgelegt. Nie waren es mehr. Doch das liegt nicht zwingend an einem gestiegenen Interesse am Führerschein, sondern mehr am Scheitern in Theorie und Praxis: „Diese Höchststände sind geprägt durch Wiederholungsprüfungen“, erklärte Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband.

Fahrschule
Den Führerschein besteht nicht jeder im ersten Anlauf. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Führerscheinprüfung: „Die Gruppe der Wiederholenden tut sich schwer“

Mit Abstand am beliebtesten bleibt der Autoführerschein, der 80 Prozent aller abgelegten Prüfungen ausmachte. Zwar bestand die Mehrheit aller Fahrschülerinnen und Fahrschüller die Prüfung für die Autoführerscheinklassen B und BF17 (Führerschein mit 17) im ersten Anlauf. Doch: 44 Prozent der Fahrschülerinnen und Fahrschüler scheiterten bei der Theorieprüfung und 37 Prozent bei der praktischen Prüfung. „Zur Wahrheit gehört“, sagte Goebelt: „Die Gruppe der Wiederholenden tut sich schwer und scheitert häufig sogar mehrfach“. Denn: „Mehrfaches Nichtbestehen ist die Regel.“

Der TÜV-Verband attestiert insgesamt ein hohes, aber weitgehend konstantes Niveau bei der Nichtbestehensquote – bezogen auf Erst- und Wiederholungsprüfungen zusammen. 2024 lag die Durchfallquote bei 45 Prozent in der Theorie und ebenfalls 37 Prozent in der Praxis. Doch mit Blick auf die vergangenen zehn Jahren zeigen sich deutliche Unterschiede: 2016 lagen die Durchfallquoten bei 37 Prozent in der Theorieprüfung und 32 Prozent bei der Praxisprüfung (siehe Grafik).

Die gestiegenen Quoten liegen derweil nicht am Scheitern der Jüngsten. „Auffällig sind die sehr guten Bestehungsquoten der Unter-18-Jährigen“, erklärte Goebelt. Nur 35 Prozent fielen durch die theoretische und 24 Prozent durch die praktische Prüfung. Das sei deutlich weniger als im Gesamtschnitt aller Altersstufen und zeige, dass die junge Generation motiviert sei, den Führerschein zu erlangen. Der Experte sprach sich auch klar für den Führerschein in jungen Jahren aus. TÜV-Zahlen zeigen auch, dass junge Fahrer immer weniger Unfälle verursachen würden. (Quellen: Pressekonferenz des TÜV-Verbands, dpa)

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