Autofahrer lösen an einem verschneiten Pass in Südtirol ein wahrhaftes Chaos aus – und wüten dann noch über die Feuerwehr. Die berichtet sehr verschnupft vom Einsatz.
Sexten – Schnee-Chaos zwischen Venetien und Südtirol. Wo üblicherweise unzählige Menschen im Italien-Urlaub entlangfahren, ging am Sonntag (25. Januar) nichts mehr. Der Kreuzbergpass war beim neuerlichen Wintereinbruch tief eingeschneit.
„Der angekündigte Schneefall hat dennoch einige Fahrzeuglenker überrascht und zum Staunen gebracht“, berichtet die Freiwillige Feuerwehr vom Einsatz am Wochenende – schon hier spürbar angesäuert. Kurz nach Mittag war ein Fahrzeug von der Straße abgekommen und in den Graben gerutscht. Soweit wäre das wohl ein eher gewohnte Übung für die Feuerwehren aus Moss und Sexten gewesen. Aber: „Bereits auf der Anfahrt wurde uns klar, dass sich der Einsatz länger hinziehen würde.“
Winter-Chaos am Kreuzbergpass in Südtirol: Autofahrer trotz Schee mit Sommerreifen – Feuerwehr sauer
Hinter der Ortsausfahrt wartete dann tatsächlich, was die Einsatzkräfte bei diesem Wetter befürchtet hatten: „Zahlreiche Fahrzeuge ohne Winterausrüstung, teils sogar mit Sommerreifen, blieben kurz nach dem Dorf in Richtung Kreuzbergpass hängen.“ Die Feuerwehr betitelt das Fiasko mit zwei Ausrufezeichen: „!Die Sommerreifen-Schlacht im tiefsten Sextner Winter!“
Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, sperrte die Feuerwehr die Straße für rund anderthalb Stunden – zum Unmut einiger Autofahrer. Viele reagierten, so die Feuerwehr, mit Unverständnis und das führte zu teils heftigen Diskussionen. Die Folge: Erst nach 3,5 Stunden war die Straße von allen liegengebliebenen Fahrzeugen befreit und konnte wieder vollständig für den Verkehr freigegeben werden. „Die Respektlosigkeit mancher Menschen erstaunt uns immer wieder aufs Neue“, schüttelt die Feuerwehr den Kopf.
Feuerwehr mit dringendem Apell an Autofahrer in Südtirol
Der große Appell der Feuerwehr an alle Autofahrer am Kreuzbergpass: Nur mit Winterreifen und Schneeketten fahren – sonst kann die Italien-Reise im weißen Graben enden.
Norditalien erlebt beim Wintereinbruch im Januar extreme Schneemengen, aber sogar im Süden, am Vulkan Ätna ist die Landschaft komplett weiß. Vor allem in Küstennähe bereitet Zyklon Harry allerdings sehr viel größere Probleme, die Schäden gehen in die Millarden. (Verwendete Quellen: Freiwillige Feuerwehr Moos/Sexten) (moe)
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