Fragen von Leerstand bis Grüner Energie

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Einen Überblick über die Entwicklung der Gemeinde gab Bürgermeister Hans Wiesmaier in der Bürgerversammlung in Grucking © Tom Obermeier

Oberbierbach/Grucking - Traditionell informiert die Gemeinde Fraunberg in drei Bürgerversammlungen über den Stand der Dinge, über geplante Projekte und Vorhaben. Schon der erste Termin in Fraunberg war gut besucht (wir berichteten). Auch die Treffen im Gasthaus Strasser Oberbierbach und im Gasthaus Rauch in Grucking waren stark frequentiert, hier brachten einige Bürger ebenfalls Sorgen oder Fragen vor.

Wie viele Grundstücke die Gemeinde denn verpachtet habe, wollte einer wissen. „Zehn Hektar“, lautete die Antwort von Bürgermeister Hans Wiesmaier. Ein anderer Bürger kann nicht glauben, dass Windräder auf dem Areal der Gemeinde von der Deutschen Flugsicherung nicht beanstandet werden. Tatsächlich hatte die Flugsicherung gegen eine zeitweilig geplante Windkraftanlage im benachbarten Auerbach keinen Einwand erhoben.

Wieder andere bemängelten, dass ihnen der Leerstand des von der Gemeinde erworbenen Grundstücks gegenüber dem Gemeindezentrum, derzeit als Parkplatz genutzt, nicht gefällt – so wenig, wie der Zustand der Kreisstraße ED 15 zwischen Rappoltskirchen und Maria Thalheim.

Auch zu Energie-Themen gab es Fragen: Weshalb es denn keine Speicher gebe, um Sonnenenergie, gewonnen durch Photovoltaik, nicht auch nachts zu nutzen. Dazu Rathauschef Wiesmaier: „Alle Netzbetreiber sagen, dass der gewonnene Strom sofort abgeführt werden muss.“ Und er gab einen Ausblick darauf, dass es sowohl zu Windkraft-, als auch zu Solarenergie-Fragen spezielle Bürger-Foren in der Gemeinde geben werde, sobald erste Anlagen spruchreif seien. Zu fehlenden Rückhaltebecken bei Vorderbaumberg, um Wasser bei Starkregen aufzuhalten, verwies der Bürgermeister auf ausstehende Grundstücksverhandlungen.

Eine klare Absage aber musste er einer Frau erteilen, die nach einer gemeindlichen Seniorenbetreuung fragte – „das ist für uns ohne einen starken Betreiber nicht zu leisten, weder räumlich noch finanziell“.

Zu den Finanzen und aktuellen Themen der Landkreispolitik nahm Landrat Martin Bayerstorfer im gut gefüllten Saal des Gasthauses Strasser in Oberbierbach Stellung
Zu den Finanzen und aktuellen Themen der Landkreispolitik nahm Landrat Martin Bayerstorfer im gut gefüllten Saal des Gasthauses Strasser in Oberbierbach Stellung © Tom Obermeier

Über die Finanzen, wenn auch in größerer Dimension, referierte in Oberbierbach Landrat Martin Bayerstorfer. „Bis zu Corona hatten wir eine stetige Aufwärtsentwicklung, waren zeitweise Drittbeste in Oberbayern und unter den 20 besten Landkreisen Deutschlands. Jetzt hinken wir etwas hinterher, haben fast zehn Millionen Euro weniger in der Kreiskasse. Dabei sind unsere Aufgaben gestiegen, wir brauchen mehr Personal, etwa für die Verwaltung unserer gut 2000 Flüchtlinge in mittlerweile 205 Unterkünften.“

2015, zu Beginn der Flüchtlingswelle, seien schon viele Geflüchtete im Landkreis gewesen, inzwischen gehe der Landkreis aber von der doppelten Anzahl aus, „und alle 14 Tage kommt wieder ein Bus mit 40 Personen“. Dies wirke sich naturgemäß auch auf Gemeinden wie Fraunberg aus, die nunmehr Kreisumlage zu zahlen hätten. „Es tut mir leid, dass wir die Bürgerschaft im Landkreis höher belasten müssen, aber wir wollen andererseits nicht auf ein gut funktionierendes Klinikum Erding verzichten, mit einer Notaufnahme und Geburtenabteilung. Das gehört für mich zur Daseinsvorsorge, auch wenn es in Zahlen ein Minus von immerhin 18 Millionen Euro bedeutet.“

Ein weiteres Problem sieht der Landrat im Öffentlichen Personen-Nahverkehr. In den vergangenen Jahren sei das Angebot hier um 50 Prozent gestiegen, der effektive Zuwachs an Fahrgästen betrage aber nur vier Prozent. „Lediglich Längsstrecken wie etwa Taufkirchen-Erding oder Flughafen-Erding sind profitabel, hier könnten wir sogar noch mehr tun. Sogenannte Querstrecken auf der Fläche aber sind unrentabel, weil hier vorwiegend Individualverkehr herrscht, allein eine Haltestelle kostet 2000 Euro.“ In Summe verursache der ÖPNV ein Defizit von acht Millionen Euro im Jahr.

„Trotz allem“, so Bayerstorfer, „bin ich optimistisch. Denn wir haben ein attraktives Gemeinwesen, in dem wir uns sicher fühlen können und wo das Ehrenamt auch noch etwas zählt“.

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