Festival zugunsten der Hochwasseropfer: „Benefiz Beats Babenhausen“ lockt Tausende nach Babenhausen

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Strahlender Sonnenschein beim Helferfest zum Abschluss des Benefizfestivals: Der Sonntag, der seinem Namen alle Ehre machte, sorgte für große Begeisterung bei Groß und Klein auch wegen des reichhaltigen Programmangebots zum Mitmachen. © Tom Otto

„Benefiz Beats Babenhausen“, das dreitägige Festival (27. bis 29. September 2024) mit Musik, Unterhaltung und Helferfest für die Hochwasseropfer vom ersten Juni-Wochenende wurde am letzten Veranstaltungstag doch noch vom „Wettergott“ belohnt.

Babenhausen – Mit Sonnenschein satt bei eher kühlen Temperaturen endete am vergangenen Sonntag mit dem Helferfest für Familien und Kinder das große Benefizevent im Reitstadion Babenhausen. Gestartet war „Benefiz Beats Babenhausen“ bereits am Freitag mit einer „Original Ballermann Party“ – unter anderem mit bekannten Künstlern direkt von der „Playa“ und den DJs von Ballermann Radio. Am darauffolgenden Samstag ging es ebenso musikalisch weiter –mit etwa zehn Live Bands, sowohl örtlichen Musikern als auch international bekannten Künstlern von Pop bis Hardrock. Die Rechnung der Organisatoren ging trotz des mäßigen Wetters am ersten Veranstaltungstag auf: Das Programm lockte tausende Besucher aus der ganzen Region in den Fuggermarkt; Klaus Götsch schätzt ihre Zahl vorsichtig auf mindestens 6.000.

„Benefiz Beats Babenhausen“: Fast zweimonatige Planungsphase

Mit einem echten Kraftakt und viel Gemeinsinn wurde schon fast zwei Monate vorher an dem großen Benefizfestival gearbeitet. Klaus Götsch, Ton- und Video-Produzent aus dem Fuggermarkt, brachte den Stein ins Rollen und schlug dem Babenhauser Marktrat seine Idee vor. Durch seine Kontakte in die Welt der Stars und Promis gelang ihm etwas Seltenes: Die Stars kamen und zeigten ihre Solidarität mit den Hochwasseropfern, indem sie auf ihre sonst üblichen Gagen verzichteten. Götsch konnte mittlerweile nicht nur den Markt Babenhausen, sondern auch einige örtliche Vereine für die Idee begeistern. Diese breite Unterstützung war auch nötig, wenn das Festival gelingen sollte. Allein über 200 Helfer aus den Vereinen sowie von der Feuerwehr und den Ersthelfern sorgten an den drei Tagen ehrenamtlich dafür, dass die gesamte Logistik beim Programm und der Versorgung mit Essen und Getränken klappte. Die Autenrieder Brauerei und die Ulmer Goldochsen Brauerei hatten den Einkaufspreis für die Getränke großzügig subventioniert. Peter Burger mit seinem Event- und Cateringunternehmen aus Weinried sorgte erneut ebenso spendabel mit seinen Food Trucks dafür, dass auch kulinarisch niemand zu kurz kam.

„Benefiz Beats Babenhausen“: Buntes Programm beim Helferfest am Sonntag

Die Vielfalt und der Zusammenhalt zeigten sich vor allem am letzten Sonntag beim Helferfest – eine Veranstaltung für die ganze Bevölkerung. Mit einem ökumenischen Gottesdienst vor über 500 Gästen auf der Tribüne des Reitstadions und zünftiger Blasmusik-Unterstützung aus Lauben begann der sonnige Tag. Die Laubener Musiker hatte der dortige evangelische Pfarrer Michael Ganzin mitgebracht, der gemeinsam mit dem katholischen Michael Sell ausgerechnet an ihrem Namenstag, dem Michaeli-Tag den Gottesdienst gestalteten. Das gesamte Kinderprogramm für das Helferfest wurde von den Babenhauser Kindergärten gestaltet; die Elternbeiräte hatten beim Backen ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und sorgten zur Kaffeezeit für ein reichliches Kuchenangebot.

Und während auf der großen Bühne ehemalige Fußballprofis (unter anderem die überaus bedeutsame Frage nationalen Ranges: Wer denn nun die bundesdeutschen Farben künftig zwischen den Torpfosten vertreten solle) diskutierten, wuselte es auf dem großen Platz davor von Hunderten von Kindern. Da wurde Stockbrot überm Feuer gebacken und Kartoffeln in Folie im Feuer gegart. Ein Kistenrollband wurde als Rallyestrecke für die Kleinen umgenutzt, Popcorn wurde gebraten und Riesen-Seifenblasen in den Wind entlassen. Reichlich begehrte, verschiedene Bastelarbeiten lockten nicht nur die Kinder an die vielen Tische. Die Erwachsenen bedauerten des Öfteren, dass es bei Festen für die Großen keine solchen Angebote gebe.

Der Sonnenschein des letzten Festivaltages sorgte dann auch für heitere Mienen bei den vielen Organisatoren. Klaus Götsch berichtete von einer „gigantischen Dankbarkeit des Publikums“ für das musikalische Angebot auf dem Festival. Von den Musikern und seitens des Marktrates kam reichlich „Bewunderung für die unglaublich gute Organisation des Riesen-Events“. Alfred Sauer, der zusammen mit Tommy Vogt und Alexandra Hörtrich aus dem Bürgermeisterbüro, die große Tombola organisiert hatte, konnte einen Totalausverkauf aller Lose vermelden und wird voraussichtlich über 6.000 Euro in die zentrale Spendenkasse einzahlen können. Es wird noch einige Tage dauern, bis der Kassensturz des gesamten Festivals gemacht ist. Werner Hörmann, einer der „Finanzminister“ rechnet mit dem Endergebnis wegen des Feiertages und den ausstehenden Rechnungen der Caterer erst Mitte nächster Woche. Er erwartet jedoch nach ersten vorsichtigen Schätzungen ein gesamtes Spendenaufkommen im mittleren fünfstelligen Bereich.

Abgesehen von den finanziellen Erfolgen des Festivals „Benefiz Beats Babenhausen“ bewertet nicht nur Werner Hörmann etwas weit Darüberhinausgehendes noch viel höher: „So einen Zusammenhalt und ein gemeinsames Anpacken hatten wir in Babenhausen schon sehr lange nicht mehr!“

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