Nach nur rund einem Jahr im Geschäft muss ein Reiseveranstalter Insolvenz anmelden. Als Grund gibt das Unternehmen Probleme mit dem Kreditkartenanbieter an.
Heilbronn - Die Reiselust der Deutschen ist trotz gestiegener Energie- und Lebenshaltungskosten ungebrochen. Der Deutsche Reiseverband (DRV) geht davon aus, dass im Reisejahr 2024 (zwölf Monate bis Ende Oktober 2024) insgesamt 80 Milliarden Euro für Urlaubs- und Privatreisen ausgegeben wurden.
Reiseveranstalter We-Flytour ist insolvent: Anbieter ist auf Urlaub in der Türkei spezialisiert
Doch das konnte nicht verhindern, dass Anfang Juni mit FTI der drittgrößte deutsche Reiseveranstalter nach TUI und DER Touristik Insolvenz anmelden musste. Nun hat es einen kleineren Reiseveranstalter erwischt. Wie der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRFS) auf seiner Website mitteilt, will We-Flytour Anfang der Woche am 25. November Insolvenz anmelden.
We-Flytour mit Sitz in Heilbronn hat sich auf Reisen in die Türkei spezialisiert. Das Mittelmeerland ist laut DRV neben Griechenland ein besonders gefragtes Reiseziel. So viele Betroffene wie bei FTI, wo es laut DRFS 216.000 anspruchsberechtigte Verbraucher gibt, gibt es bei We-Flytour nicht. Der Reiseveranstalter ist erst im September 2023 an den Start gegangen.
Reiseveranstalter We-Flytour ist insolvent: 1500 betroffene Kunden befinden sich in Urlaubsgebieten
Der DRFS-Mitteilung zufolge hat We-Flytour alle noch nicht angetretenen Reisen mit Reisebeginn bis einschließlich 26. November storniert. Von der drohenden Insolvenz sind auch rund 1500 Reisende betroffen, die sich bereits in Urlaubsgebieten, vor allem in der Türkei und Ägypten, befinden.
Die bei We-Flytour gebuchten Pauschalreisen sind über den DRFS abgesichert. Dank der EU-Pauschalreiserichtlinie gilt dies für alle Reiseveranstalter mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro. Damit ist für die von der aktuellen Insolvenz betroffenen Kunden, die sich noch im Urlaub befinden, eine sichere Heimreise beziehungsweise Fortsetzung ihres Urlaubs gewährleistet.
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Reiseveranstalter We-Flytour ist insolvent: Grund ist der erzwungene Wechsel des Zahlungsdienstleisters
We-Flytour-Kunden, deren Reisen storniert wurden, erhalten ebenfalls Unterstützung. Der DRSF kümmert sich um die Rückerstattung der geleisteten Zahlungen und wird sich mit den Betroffenen in Verbindung setzen, sobald alle Rückholaktionen abgeschlossen sind.
Als Grund für die Insolvenz nennt das Fachportal Touristik Aktuell unter Berufung auf We-Flytour den „plötzlichen“ Rückzug des in München ansässigen Zahlungsdienstleisters Getnet. Beim Wechsel des Anbieters sei es zu Verzögerungen gekommen. Über einen Zeitraum von zwei Monaten hätten keine Restzahlungen eingezogen werden können, obwohl man weiterhin alle Leistungen erbracht habe. In der Folge sei es zu Liquiditätsengpässen gekommen und Vertriebspartner seien abgesprungen.
Für Reisende, die sich im Urlaub befinden, hat der DRSF Notrufnummern eingerichtet, an die sie sich wenden können:
Türkei-Urlauber erhalten unter den Nummern +90 (0)533 653 35 38 und +90 (0)533 613 91 53 Hilfe.
Reisende in anderen Zielgebieten können sich an die Nummer +49 (0)69 9588 4076 wenden.
Für allgemeine Fragen rund um die drohende Zahlungsunfähigkeit von We-Flytour gibt es Service-Hotline unter der Nummer +49 (0)30 25 89 87 253. Sie ist montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr, samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr zu erreichen.