Der Haupt- und Finanzausschuss Karlsfeld hat beschlossen, den Standort für das Todesmarsch-Mahnmal der KZ-Opfer in Karlsfeld nicht zu versetzen. Stattdessen soll es dort aufgewertet werden.
Karlsfeld – Das Todesmarsch-Mahnmal der KZ-Opfer an der Allacher Straße an der Einmündung zur Münchhausenstraße in Karlsfeld bleibt an seinem Platz. Wie der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig beschlossen hat, gewährt das Gremium dem Schöpfer des Mahnmals, Bildhauer Hubertus von Pilgrim, den Wunsch, den eigens von ihm ausgewählten Standort nicht zu verändern.
Diese Idee war in der Januar-Sitzung des Gemeinderats Karlsfeld aufgekommen. Wie berichtet, hatte die CSU einen Antrag zur Förderung der Erinnerungskultur eingereicht. Konkret ging es darum, eine Hinweistafel neben das Todesmarsch-Mahnmal aufzustellen, um den Gedenkort aufzuhübschen, der bislang „trotz aller Bemühungen ein Schattendasein“ fristete, wie Antragsteller Stefan Handl damals mitteilte.
Damit ist bald aber Schluss. Einstimmig beschloss der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag nämlich auch, dass der Bauhof das Mahnmal aufwerten soll. Entweder mit einer neuen Bank auf der Seite des Mahnmals, von der sich gut die Inschrift des Denkmals lesen lässt, oder indem die bestehende Bank versetzt wird. Auch sollen die Sträucher gestutzt und ein Kiesweg mit Randstein angebracht werden.
Eine Verlegung des Denkmals samt dem Fundament ist laut Bauhof und Künstler jedoch nicht, beziehungsweise nur sehr schwer möglich, wie eine Sprecherin der Gemeinde mitteilte. Außerdem berge der infragekommende Alternativstandort langfristig das Risiko, dass das Mahnmal erneut versetzt werden muss. Nämlich, wenn die dahinterliegende Wohnsiedlung erweitert oder eine Geothermietrasse verlegt wird.
Todesmärsche
Mit dem Vorrücken der alliierten Truppen 1945 gab die SS den Befehl zur Evakuierung des KZ Dachau und seiner Außenlager. Mindestens 25 000 Häftlinge wurden abtransportiert oder zu Fußmärschen gezwungen. Auf diesen Märschen starben tausend Gefangene an Schwäche, Unterernährung und Krankheiten. Diejenigen, die nicht die Kraft hatten weiterzugehen, ermordete die SS. Seit 1989 haben die Gemeinden entlang der Routen der Todesmärsche 22 identische „Todesmarsch-Mahnmale“ aufgestellt.