Der deutsche Autobauer BMW startet in Österreich die Produktion seiner neuen E-Antriebe. Ab 2028 sollen hier jährlich bis zu 600.000 E-Motoren gefertigt werden.
Steyr – Der Fahrzeugbauer BMW treibt den Wandel zur Mobilitätswende mit Elektroautos voran und übertritt für die Produktion der BMW-Modelle der Neuen Klasse mit E-Motoren der sechsten Generation deutsche Grenzen. Im Werk Steyr in Österreich verlassen nach erfolgreicher Vorproduktion nun die ersten E-Antriebe das Werk in Richtung Ungarn, um dort in Testfahrzeugen verbaut zu werden.
Startschuss in Steyr: Erste E-Motoren verlassen das Werk
Wie VW setzt der deutsche Autobauer also weiter auf E-Autos: Nur zehn Monate nach Baubeginn der Produktionsanlagen in Österreich wurde bereits Mitte November der erste E-Motor an das neue BMW-Automobilwerk in Debrecen geliefert, heißt es in einer Pressemitteilung der BMW Group vom Dienstag (3. Dezember).
„Erste E-Motoren der sechsten Generation lieferte unser Werk in Steyr bereits seit September für intensive Tests an die Zentrale in München. Seit kurzem verschicken wir auch E-Motoren direkt in unser neues Werk in Debrecen, wo sie in Erprobungsfahrzeuge eingebaut werden“, erklärt der Geschäftsführer des BMW Group Werk Steyr und Leiter der globalen Antriebsproduktion der BMW Group, Klaus von Moltke. Ab 2028 sollen hier jährlich bis zu 600.000 E-Motoren gefertigt werden.
Produktion der neuen E-Motoren außerhalb Deutschlands: Serienstart ab 2025
Die aktuelle Fertigung dient zunächst der Erprobung und Optimierung des komplexen Produktionsprozesses. Helmut Hochsteiner, Leiter der E-Motorenproduktion in Steyr, erklärt: „In den kommenden Monaten werden wir den komplexen Produktionsprozess für die neuen E-Motoren weiter validieren und optimieren und nähern uns so unserem Ziel der Serienproduktion.“
Derzeit werde der größte Teil der E-Motoren im niederbayerischen Dingolfing gefertigt, erklärt Unternehmenssprecher Christian Marxt auf Nachfrage von IPPEN.MEDIA: „Etwa 80 Prozent der von uns weltweit vertriebenen E-Motoren kommen aus diesem Werk, dem größten Produktionsstandort von BMW innerhalb Europas.“ Zumindest bisher. Wie und ob sich die Produktionsanteile zukünftig nach außerhalb Deutschlands verlagern könnten, könne man nicht absehen.
Doch der Krise bei BMW aufgrund von Problemen mit Bremsen und sinkenden Verkaufszahlen in China zum Trotz: E-Mobilität ist für BMW ein Wachstumstreiber. Der Autobauer hat inzwischen 15 vollelektrische Modelle im Angebot. Im Oktober dieses Jahres liegt der Elektro-Absatz von BMW laut Statistiken des Kraftfahrtbundesamts in Deutschland erstmals vor den entsprechenden Neuzulassungen von Tesla – auf 33.167 Einheiten, während Tesla auf 31.461 Neuzulassungen kommt.