Überraschung bei Bürgerversammlung: Rottachs Bürgermeister Köck wird nicht mehr kandidieren

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Noch bis 30. April 2026 werde Bürgermeister Christian Köck sein Amt weiterführen, erklärte er. © Alexandra Gründel

Christian Köck wird für keine weitere Amtszeit als Bürgermeister von Rottach-Egern kandidieren. Das sagte er bei der Bürgerversammlung.

Rottach-Egern – Auf der Bürgerversammlung präsentierte Rottach-Egerns Bürgermeister Christian Köck seinen Rechenschaftsbericht für das vergangene Jahr. Die große Überraschung hob er sich dabei ganz für den Schluss auf.

Projekte in Rottach-Egern und Absage an weitere Amtszeit als Bürgermeister

Mit Stolz würde er seit 2014 die Aufgabe des Bürgermeisters erfüllen. Sein Vater sagte damals zu ihm: „Bua, da hängt wos dro.“ Und das stimme. Die Arbeitstage seien interessant, aber sehr lang. Und obwohl er glücklich sei, das Amt des Bürgermeisters zu erfüllen, stehe er als Kandidat im März 2026 nicht mehr zur Verfügung. Es ging ein Raunen durch den Saal.

Persönliche Gründe seien ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen, sagte der 54-Jährige. Während des Corona Ausnahmestands hatte Köck eine nette Frau kennengelernt, nun haben sie zwei Kinder im Alter von zwei und drei Jahren. Seine Familie und seine Gesundheit stehen für ihn jetzt an erster Stelle. Bis 30. April 2026 erfülle er seine Aufgaben und dann sei für ihn Schluss. Ein turnusmäßiger Wechsel sei ja nicht das Schlechteste und er wird das gut bestellte Feld in neue Hände übergeben.

Wie gut das Feld bestellt ist, stellte er in seinem Rechenschaftsbericht dar, den neben interessierten Bürgern auch Mitglieder des Gemeinderats, ehemalige und aktuelle Vereinsvorstände, Ehrenbürger und Altbürgermeister Franz Hafner verfolgten.

Freude über Auszeichnung als fahrradfreundliche Kommune

Köck betonte, dass er mit allen Mitarbeitern immer diskutieren konnte, das „Miteinand“ funktioniere in der Gemeinde hervorragend. Im Rückblick auf das Jahr 2024 gab der Bürgermeister Entscheidungen des Gemeinderates sowie die Durchführung von wichtigen Projekten kund. Ein „Leuchtturmprojekt“ sei das Seminargebäude der Gertrud Gruber Schönheitsfarm, wo die Ausbildung gefördert werden soll. Dies müsse unbedingt genehmigt werden, denn auf solche Leistungsträger sei die Gemeinde angewiesen.

Besonders stolz ist Rottach-Egern auf die Auszeichnung als „fahrradfreundliche Kommune“. Der Titel wurde bis 2031 verliehen, in den kommenden Jahren werde weiter daran gearbeitet. Vorschläge kann jeder auf der entsprechenden Internetseite machen.

Das größte Projekt in der Gemeinde ist der Neubau des Rathauses. Dem Bürgerentscheid wurde damit entsprochen. Der Bau mache gute Fortschritte und bisher liege man unter den geschätzten Kosten, was an den sehr guten Firmen liege, die sich hier engagierten.

„Können alles stemmen, die Gemeinde steht finanziell sehr gut da“

Dann wurden einige kleinere Projekte wie Straßensanierungen, Asphaltierungen und diverse Gerätebeschaffungen vorgestellt, wobei die Anschaffung eines neuen Einsatzleitwagens und die Ersatzbeschaffung der Atemschutzgeräte für die Freiwillige Feuerwehr besonders betont wurde. Zu den neuen digitalen Sirenenanlagen bemerkte Köck, sie sähen aus wie die Trompeten von Jericho. Natürlich ist der Tourismus ein Herzensthema und er schickte einen großen Dank an alle Wirte und Gastgeber, die trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihr Bestes geben.

Im neuen Jahr ist eins der großen Projekte die Erneuerung der Lüftungsanlage des Seeforums, dafür müsse das Dach angehoben werden. Außerdem wird spannend, wie es mit der Planung für das Hallenbad Tegernsee weitergeht. „Aber“, sagte Köck, „wir können alles stemmen, die Gemeinde steht finanziell sehr gut da.“ Es gab keine Anträge oder weiteren Fragen, dafür warmen Applaus für die offenen Worte des Bürgermeisters. Alexandra Gründel

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